Coronessen

Rohe Verführung

Von Corinna Willführ

In diesen Zeiten liegt der Griff in die Schublade mit Süßigkeiten nahe. Das Naschen kann eine kleine Kompensation der Corona-Beschränkungen sein. Aber es schlägt auch auf die Figur. Dabei gibt es gute Alternativen.

Leckere Vitamine als Snack

Bitte mach‘ nichts zu essen. Und kaufe auch keine Brötchen ein. Wurst sowieso nicht – das wusste ich von der Freundin, die sich vegetarisch oder phasenweise vegan ernährt. Aber auch keinen Käse? Ein Treffen um die Mittagszeit nur mit Tee und Maiswaffeln? In diesen eingeschränkten Zeiten der Kommunikation zusammen zu finden, mit Abstand selbst in der Küche, und nicht das Vergnügen einer Mahlzeit zu teilen? Nein, entschied ich. Was zum Schnabulieren muss sein.

Foto: Willführ

Und dazu bietet der Winter gerade eine Menge: Frische Rote Bete (igitt, dachte ich als Kind auch immer, schmeckt aber prima), Kohlrabi und Karotten, Stangensellerie und zur Bereicherung der Rohkosttafel den einen oder anderen in Scheiben geschnittenen braunen Champignon und einige Blätter Chicoree.

Dazu verschiedene Dips. Der einfachste:

Quark (am besten mit 40 Prozent Fett, geht natürlich auch darunter) mit ein wenig Salz und viel Dill cremig rühren.

Wohl der gesündeste: Joghurt mit reichlich Knoblauch.

Und der aus dem Supermarkt: Hummus, also Kichererbsenmus – gibt es in verschiedenen Varianten, von Natur bis Curry.

Die Brötchen hat meine Freundin mitnichten vermisst, es gab ja die Maiswaffeln.

Und zum Nachtisch: Schnitze vom Boskop-Apfel, ein wenig in Zimt und braunen Zucker getunkt.

Die Bilanz: Es hat uns an nichts gemangelt. Was es gab, haben wir mit Freude und ohne Reue gegessen und uns bestens dabei unterhalten.

Essen sollte ein Akt von gemeinsamem Erleben sein – gerade in diesen Tagen. Dabei ist es nicht entscheidend, was auf den Tisch kommt, sondern, dass man es teilt.

PS: Auf der Servierplatte ist nichts übrig geblieben. Von dem noch nicht aufgeschnittenen Gemüse, den Möhren, dem Sellerie, dem Kohlrabi und den Champignons habe ich noch einen leckeren Eintopf (plus zwei Kartoffeln, zwei Lorbeerblättern, einem Würfel Gemüsesuppe und Salbei) gekocht. Plus ein wenig geriebenem Parmesan, den es stets in meinem Haushalt gibt. Und einer frischen Chili. Deren täglicher Genuss soll richtig gesund sein.

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