Cathérine Miville

Ehrenmitgliedschaft für Intendantin

Cathérine Miville, Intendantin des Stadttheaters Gießen, wird die Ehrenmitgliedschaft des Stadttheaters verliehen. Seit der Spielzeit 2002/2003 ist sie Intendantin des Stadttheaters und Regisseurin in Gießen.

Darüber hinaus ist sie Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied der Intendantengruppe sowie beratendes Mitglied im Tarifausschuss des Deutschen Bühnenvereins, Gründungsmitglied im Vorstand der Hessischen Theaterakademie, Mitglied im Kuratorium zum Bundeswettbewerb deutschsprachiger Schauspielschulen.

(von links) : Landrätin Anita Schneider, Intendantin Cathérine Miville, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. (Foto: 
 Rolf K. Wegst)

„Die Ehrenmitgliedschaft am Stadttheater ist das genau richtige und sichtbare Zeichen der Dankbarkeit sowie der Anerkennung der Stadt und des Landkreises Gießen für die ganz außergewöhnliche Leistung der langjährigen Intendantin Cathérine Miville“, so Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Landrätin Anita Schneider  als Vertreterinnen der beiden Gesellschafter. 

Hohes künstlerisches Niveau

Die Ehrenmitgliedschaft am Stadttheater wird gemeinsam von Stadt und Theater verliehen. Sie ist daher das einzig richtige Zeichen der Dankbarkeit des Hauses für außergewöhnliche Leistung und Loyalität sowie ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für langjährige, hervorragende Leistung durch Stadt und Region. Bisherige Ehrenmitglieder des Theaters sind: Herbert Gietzen (GMD), Walter E. Hamel (Chordirektor),  Gerd Heidger (GMD)  und Gian Carlo Menotti (Komponist).  

„Frau Cathérine Miville, Intendantin des Stadttheaters Gießen von 2002 bis 2022, wird für ihre hervorragenden Verdienste um das Stadttheater Gießen, das sie erfolgreich geführt und dabei ein hohes künstlerisches Niveau, ein anspruchsvolles Profil sowie seine positive Wahrnehmung und Ausstrahlung in Stadt und Region gewährleistet und ausgebaut hat, zum Ehrenmitglied des Stadttheaters Gießen ernannt. Verbunden ist die Ehrenmitgliedschaft mit einem Frei-Abonnement (Premiere und Sinfoniekonzerte).“ Auf Basis dieses Beschlusses verlieh die Gesellschafterversammlung der Stadttheater Gießen GmbH Frau Cathérine Miville, Intendantin, die Ehrenmitgliedschaft des Stadttheaters, berichtet die Pressestelle des Stadttheaters. 

Stadttheater mehrfach ausgezeichnet

Was  die Intendantin geleistet hat, geht aus einem Rückblick hervor:  „Miville ist seit 20 Jahren Intendantin des mittelhessischen Kulturbetriebes und hat sich – auch in finanziell schwierigen Zeiten – nicht nur mit Überzeugungskraft für den Erhalt des 3-Sparten Theaters eingesetzt, sie trägt auch Verantwortung für zahlreiche wegweisende Weiterentwicklungen und Meilensteine zur Steigerung der Attraktivität des Angebotes sowie der Optimierung der Arbeitsbedingungen am Stadttheater Gießen. Die Spielpläne aller Sparten und deren vielfältige ästhetische Umsetzungen zeichneten sich in den Jahren insbesondere dadurch aus, den sehr unterschiedlichen Interessenslagen und Bedürfnissen des höchst heterogenen Publikums des Theaters ebenso gerecht zu werden wie der Pflege des klassischen Repertoires sowie der Erprobung und Weiterentwicklung zeitgenössischer Texte, musikalischer Werke und Theaterformen. Bald schon erfreute sich die gelungene Mischung dieser Programme als ‚typische Gießener Spielpläne‘ überregionaler Aufmerksamkeit. Das Stadttheater wurde mehrfach ausgezeichnet und konnte sich über sehr namhafte Förderungen zahlreicher Sonderprojekte – u.a. durch die Bundeskulturstiftung – freuen. „

Optimierung auch der Arbeitsplätze

Weiter heißt es in dem Rückblick:  „Besonderes Anliegen während der langen Zeit ihrer Intendanz war Cathérine Miville die Förderung und Verwurzelung des Theaters als Ort des gesellschaftspolitischen Diskurses und des Austauschs, als Treffpunkt, der als Marktplatz der Gedanken für Menschen in Stadt und Region fungiert.  Auch im Bereich der Infrastruktur konnte Cathérine Miville positives bewirken, darunter bauliche und technische Erweiterungen. Hierfür sind insbesondere die taT-studiobühne am Berliner Platz, das Proben- und Arbeitszentrum in der Bahnhofstraße oder das Haus der Karten im ehemaligen Dürerhaus zu nennen, aber auch der stete Ausbau aller Bühnenanlagen, die Maßnahmen zur akustischen Optimierung im Großen Haus sowie der neue Malersaal nebst Lagerräumen. Alle diese Veränderungen brachten Verbesserungen für die Besucher*innen mit sich und ebenso deutliche Optimierung der Arbeitsplätze der Mitarbeiter*innen des Stadttheaters.“

Kulturelles Zentrum

„Frau Miville hat das hohe künstlerische Niveau, das anspruchsvolle Profil des Hauses und seine positive Wahrnehmung und Ausstrahlung gefestigt und immer weiter ausgebaut. Als folgerichtigen Schritt verleihen wir ihr nun die Ehrenmitgliedschaft des Stadttheaters“, so Oberbürgermeisterin Grabe-Bolz. „Sie ist breit vernetzt mit verschiedensten regionalen und überregionalen Institutionen. Ihre Offenheit für unterschiedlichste Kooperationen mit diversen Partnern ist gewinnbringend und macht das Stadttheater zu einem attraktiven kulturellen Zentrum in Mittelhessen“, ergänzt Landrätin Schneider. 

Miville: „Theater ist Teamarbeit“

Ich freue mich sehr über diese besondere Wertschätzung meiner Theaterarbeit in Gießen“, so Cathérine Miville, „insbesondere, da es auch eine Anerkennung für die Mitarbeiter*innen des Theaters ist, die mich teilweise den ganzen Weg über begleitet und sich prägend eingebracht haben. Denn Theater ist immer Teamarbeit. Ich fühle mich zudem sehr geehrt, diese Auszeichnung mit Gian Carlo Menotti und Herbert Gietzen zu teilen, dem Komponisten und Musikalischen Leiter meiner ersten Opernregie überhaupt, natürlich in Gießen.

Werdegang der Intendantin

Cathérine Miville studierte an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität Theaterwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Neuere Deutsche Literatur. Sie arbeitete zunächst am Basler Theater, bevor sie als freie Mitarbeiterin bei der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und bei der Fernseh-Live-Sendung „ Scheibenwischer“ als Produzentin und Regisseurin tätig wurde. Von 1986 an stand sie der Lach- und Schießgesellschaft als geschäftsführende Gesellschafterin vor und zeichnete für die Regie zahlreicher Kabarettproduktionen sowie für weit über 100 satirische Fernsehsendungen verantwortlich. Für verschiedene Theater inszenierte sie Schauspiel, für die Ruhrfestspiele Recklinghausen satirische Revuen.

Äußerst vielfältiges Programm

Miville inszenierte insbesondere zeitgenössische Opern und Schauspiele sowie besondere Musical-Produktionen. Ihre erste Opernregie „Der Konsul“ von Gian Carlo Menotti hatte in der Spielzeit 2005/2006 am Stadttheater Gießen Premiere. In der Spielzeit 2007/2008 inszenierte sie Yasmina Rezas Komödie „Der Gott des Gemetzels“ sowie die Oper „Gala Gala“ von Marc-Aurel Floros nach einem Libretto von Elke Heidenreich und die Opernburleske „X-Mal Rembrandt“ von Eugen Zádor als Operndoppelabend. In der Spielzeit 2008/2009 zeichnete sie für Samuel Barbers Oper „Vanessa“ verantwortlich, eine Spielzeit darauf folgte die Oper „Der Revisor“ von Werner Egk.

Mit großem Erfolg inszenierte sie „Der Besuch der Alten Dame“ von Gottfried von Einem (Musik) und Friedrich Dürrenmatt (Text), was dem Stadttheater Gießen in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Opernwelt“ eine Nennung als außergewöhnlichste „Wiederentdeckung“ der Spielzeit 2010/11 einbrachte. Es folgten die Schauspiel-Inszenierungen „Ihre Version des Spiels“  von Yasmina Reza,  „Ab heute heißt du Sara“ von Volker Ludwig und Detlef Michel, „Frau Müller muss  weg“ sowie „Willkommen“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz, außerdem „Der Vorname“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière.

Auch als Regisseurin gefragt

Im Musiktheater führte sie Regie bei der deutschen Erstaufführung der Oper „ Kommilitonen!“ von Peter Maxwell, „Die Eroberung von Granada“ von Emilio Arrieta, „Gegen die Wand“  von Ludger Vollmer, „Schwanda,  der Dudelsackpfeiffer“ von Jaromír Weinberger, der Oper „Alp Arslan“  (UA) von Richard van Schoor und Willem Bruls, einem Auftragswerk für das Stadttheater Gießen, sowie der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Darüber hinaus setzte sie die Musicalproduktionen  „Cabaret“ und „Der Kuss der Spinnenfrau“ von John Kander und Fred Ebb sowie „Ab in den Wald“ von Stephen Sondheim in Szene. In ihrer letzten Spielzeit inszeniert sie außerdem die Oper  „Brokeback Mountain“   von Charles Wuorinen und das multimediale Spectacle „Brave  Kids“.

Titelbild: Das Gießener Stadttheater ist für seine große Flexibilität in der Programmauswahl  bekannt. (Foto: Jörg-Peter Schmidt)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.