Berlin

Zu Besuch bei Peter Heidt

Der Bad Nauheimer Bundestagsabgeordnete Peter Heidt (FDP) empfing kürzlich seine erste Besuchergruppe aus der Wetterau in Berlin: rund 50 Personen, unter anderem aus dem Verein „Schönes Dorfleben Wisselsheim“ und Spielvereinigung 08 Bad Nauheim. Die Inhalte der Reise zielten insbesondere auf historisch-politische Themen ab. Landbote-Autorin Petra Ihm-Fahle war dabei.

Besucher aus Bad Nauheim sind zu Gast im Plenarsaal des Bundestags in Berlin. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Besucher aus Bad Nauheim sind zu Gast im Plenarsaal des Bundestags in Berlin. (Bild: Petra Ihm-Fahle)

Mit Bundespresseamt durch Berlin

Die Fahrt begann montags früh auf dem Bahnhof in Friedberg, wo Reiseleiterin Sandra Wiener die Gäste begrüßte. Mit dem Zug ging es nach Frankfurt und von dort mit dem ICE in die Bundeshauptstadt. Mittags wurde die Gruppe von Gästeführerin Christiane Brandt empfangen, die die Besucher im Auftrag des Bundespresseamts kenntnisreich durch Berlin lotste. Erste Station war ein Currywurst-Stand, was die Reisenden gern wahrnahmen.

Peter Heidt  fliegt meistens nach Berlin, hier nimmt er den Zug. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Peter Heidt fliegt meistens nach Berlin, hier nimmt er den Zug. (Bild: Petra Ihm-Fahle)

Im Widerstand gestorben

Zweiter Halt war bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand im sogenannten Bendlerblock. Dort erfuhren die Zuhörer viel über die Schicksale deutscher Widerstandskämpfer während des Dritten Reichs, beispielsweise Claus Schenk Graf von Stauffenberg und Georg Elser. Beide hatten Attentate auf Adolf Hitler verübt, wobei sie scheiterten und erschossen wurden. Stauffenberg noch am selben Tag des Anschlags, Elser nach jahrelanger Einzelhaft in Dachau.

An die Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime erinnert die Gedenkstätte deutscher Widerstand in Berlin, hier an Georg Elser. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
An die Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime erinnert die Gedenkstätte deutscher Widerstand in Berlin, hier an Georg Elser. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Entkernt und umgebaut

Ein Besuch des Reichstagsgebäudes stand ebenfalls auf dem Programm. Das Gebäude war ursprünglich zu klein für ein modernes Parlament, weshalb es entkernt wurde, um mehr Etagen einzubauen. Bei einem Vortrag im Plenarsaal erfuhren die Gäste von Volker Wagner (Besucherdienst Bundestag), dass Zuschauer dort nicht klatschen dürfen, die Sitzungen bis nachts dauern und Essen/Trinken verboten sind. Ausnahme ist das Glas Wasser am Rednerpult.

Das Reichstagsgebäude in Berlin. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Das Reichstagsgebäude in Berlin. (Bild: Petra Ihm-Fahle)

Eine politische Diskussion mit Bundestagsabgeordnetem Heidt und seinem Fraktionskollegen Alexander Müller folgte. Wie Heidt erzählte, sitzt er für seine Fraktion in den Ausschüssen für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Bildung und Sport. Müller hat einen Sitz im Verteidigungsausschuss. Heidt erklärte, wieso der Bundestag oft so leer wirkt. „Das, was wir tun, erarbeiten wir auch“, sagte er. Das gehe aber nicht, wenn die Politiker nur im Plenum säßen.

Peter Heidt (2. v. l.) und sein Fraktionskollege Alexander Müller (links) diskutieren  mit den Gästen aus Bad Nauheim. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Peter Heidt (2. v. l.) und sein Fraktionskollege Alexander Müller (links) diskutieren mit den Gästen aus Bad Nauheim. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Rundgang über Stasi-Gelände

Nach dem Check-in ins Hotel führte Brandt die Gäste tags darauf zum ehemaligen Stasi-Gelände, wo Bert Konopatzky spannend über die Zeit der Staatssicherheit erzählte. Dazu gehörten bedrückende Geschichten, etwa über einen jungen Mann, den die Stasi als Wachsoldat anwarb, verbunden mit dem Ziel, danach studieren zu dürfen. Er hatte eine italienische Freundin, mit der er Briefe austauschte, vorsichtshalber über die Adresse seiner Eltern. Ein Jahr später zeigte man ihm aber Kopien der Briefe, degradierte ihn und drohte: Der lange Arm der Stasi werde bis in sein weiteres Leben reichen. Beklemmend war auch die Schilderung über die Telefonüberwachung der Bürger. Fiel bei irgendeinem Gespräch ein Wort wie „Flucht“, schlug die Fangschaltung zu.

Museum auf dem ehemaligen Stasi-Gelände in Berlin. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Museum auf dem ehemaligen Stasi-Gelände in Berlin. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Besuch im Innenministerium

Eines der größten Ressorts ist das Bundesinnenministerium (BMI), auch dies war eine Station. Das BMI hat knapp 1900 Mitarbeiter und viele Aufgaben rund um die Wahrung des Demokratie- und Rechtsstaatsprinzips. So müssen laut Olaf Polster (Referent Luftsicherheit) alle Gesetze die Verfassungsabteilung des Ministeriums passieren.  

Links der Reichstag, rechts das Paul-Löbe-Haus. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Links der Reichstag, rechts das Paul-Löbe-Haus. (Bild: Petra Ihm-Fahle)
Spreefahrt durch Berlin

Der Besuch uriger Restaurants und zwei Stadtrundfahrten trugen zum Gelingen bei, wobei der Bus auch an erhaltenen Teilen der Mauer vorbeifuhr. Die war so gebaut, dass ein abgerundetes Element obenauf ein Überwinden mit den Händen quasi unmöglich machte. Unterhaltsam erzählte Brandt über die Geschichte der Stadt, in der es 181 Botschaften anderer Staaten gibt. Die Historie ist dabei ebenso beeindruckend wie die Architektur – letzteres war besonders bei einer Bootsfahrt auf der Spree gut zu bewundern: mit Blick auf Dom, Museumsinsel, Regierungsbauten und andere imposante Gemäuer.

Interview mit Peter Heidt

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