Antifaschismus

Rechtsrockkonzert verhindern

Ein Rechtsrockkonzert mit der Band Kategorie C und dem rechtsextremen Liedermacher Reichstrunkenbold ist für den 31. August 2019, den Vorabend des Jahrestags des Überfalls der Deutschen Wehrmacht auf Polen 1939, in Hessen geplant, teilt die Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-BI) mit. Um den Veranstaltungsort ausfindig zu machen, hat sie einen Preis ausgesetzt. Wird ihnen der Orts des Konzertes bekannt, wollen die Antifaschisten eine Gegenkundgebung anmelden.

Wirte sollen aufpassen

Auftritte der Band Kategorie C sind in Hessen laut Antifa-BI schon mehrfach von der Polizei verhindert werden. Ein 2018 geplantes Konzert der Band im Szene-Treff „Bistro Hollywood“ in Leun-Stockhausen sei durch einen von der Antifa-BI angemeldeten Gegenprotest zumindest in Hessen verhindert werden. Die Veranstalter verlegten das Treffen nach Rheinland-Pfalz.

Rechtsrockkonzerte gab es bislang in der Region Büdingen (Wetteraukreis), im Odenwaldkreis, in Hungen-Villingen (Landkreis Gießen) und in Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis) sowie Kirtorf (Vogelsbergkreis), berichtet die Antifa-BI. „Vor allem Wirte und Vermieter von Veranstaltungsorten sollten sich am 31. August genau anschauen, wer sich bei Ihnen eingemietet hat oder kommt. Neonazi-Veranstaltungen werden oft als private Feiern oder Geburtstag getarnt“, warnt Andreas Balser, Vorsitzender der Antifa-BI und rät: „Im Zweifel am besten direkt die Polizei anrufen, damit diese die Veranstaltung auflöst.“

Verbindendes Element der Neonazi-Szene

„Kategorie C ist eine Band der rechtsextremen Szene, Sie trat bei zahlreiche Konzerte unter dem Banner von „Blood & Honour“, etwa 2014 in Slowenien und Italien auf. Kategorie C ist eine der deutschen Rechtsrock-Szenegrößen und spielte schon mehrfach in Hessen. Reichtrunkenbold ist ein Neonazi-Aktivist und rechtsextremer Liedermacher aus Hessen. Reichstrunkenbold war auch der Spitzname des NSDAP-Reichsleiters Robert Ley. Er gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Nazis“, schreibt die Antifa-BI in einer Pressemitteilung. Rechtsrock sei ein verbindendes Element in der Neonazi-Szene. Mit solchen Konzerten werde eine Szene verfestigt. Das nicht-öffentlichen machen solcher Konzerte und die Geheimhaltungstaktik in Hessen würden diese erst ermöglichen. Rechtsrock sei in Deutschland vom verbotenen und terroristischen „Blood and Honour“ Netzwerk etabliert worden.

Für das Konzert am 31. August 2019 werde in Szene-Verteilern geworben. Wer es organisiert hat, ist laut Antifa-BI unbekannt. Es würden aber führende „Blood and Honour“ Köpfe aus Hessen kommen. „Staat und Zivilgesellschaft machen einen riesigen Fehler, wenn solche Konzerte unter dem Deckmantel einer vermeintlichen ‚Neutralität‘ stattfinden können. Diese ‚Neutralität‘ ermöglicht den Neonazis erst viele weitergehende Tätigkeiten, die wie im Fall der NSU-Morde oder dem Mord an dem Regierungspräsident Walter Lübcke zu organisiertem Mord und Totschlag führen. Es ist absolut inakzeptabel, wenn Rechtsrock-Konzerte von den Sicherheitsbehörden nicht aufgelöst oder verhindert werden“, erklärt die Antifa-BI. Sie fordert, dass Rechtsrockkonzerte verboten, Neonazis endlich entwaffnet und rechte Szenetreffs geschlossen werden.

Suche nach dem veranstaltungsort

Bei der Suche nach dem Orts des Rechtsrockkonzertes am Samstag, 31. August 2019, bittet die Antifa-BI um Hilfe. Balser: „Sollten Sie mitbekommen, dass in ihrem Ort ein Neonazi-Konzert geplant ist, oder gerade durchgeführt wird, können Sie folgendes tun. Die Polizei anrufen und darüber informieren. Danach umgehend die Antifa-BI e.V. – kontakt@antifa-bi.de oder per Facebook-Nachricht – sowie die Presse informieren. Die Antifa-BI e.V. hat hierfür auch einen Preis ausgesetzt. Die Person, die hilft, das Konzert öffentlich zu machen oder zu verhindern, erhält ein Info-Paket aus 200 Aufklebern, Broschüren und Büchern, darunter von Film-Faktum gesponsert das Buch ‚Blut muss fließen – Undercover unter Nazis‘ geschenkt. Wir werden dann an dem entsprechenden Ort eine Kundgebung gegen das stattfindende Neonazi-Konzert durchführen.“

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