Sterben und Tod

Was geschieht, wenn wir sterben?

Was geschieht eigentlich mit unserem Körper, wenn wir sterben? Welche körperlichen Veränderungen gehören zum Sterbeprozess? Welchen Weg nimmt ein verstorbener Mensch vom Zeitpunkt des Todes bis zur Bestattung? Und was passiert nach einer Beerdigung im Sarg unter der Erde? Das sind Themen einer Diskussion und einer Serie auf Youtube – erstellt vom Friedberger Verein „Lebensfluss Begleitung“.

Sterben und Tod haben eine eigene Biologie

Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, startet das neue Format auf dem YouTube-Kanal des Friedberger Vereins. Unter dem Titel „Biologie des Lebens und Sterbens“ nähert sich die erste Sendung dem Lebensende ganz konkret und körperlich. Zum Start lädt der Verein um 18.30 Uhr zum Public Viewing in die Gutenbergstraße 5 in Friedberg ein. Gemeinsam mit Interessierten wird dort die erste Sendung angeschaut. Anschließend besteht Gelegenheit für Fragen, Gespräche und Austausch. Der Eintritt ist frei.

Das Redaktionsteam der Youtube-Themenreihe zu Sterben und Tod von links: Silke Szymura-Laux, Bernhard Laux, Lucie Lemke, Giuliana Stöcker und Paulina Conrad. Foto: Lebensfluss Begleitung

Mit der Lebensfluss Show möchte der gemeinnützige Verein Themen rund um Leben, Sterben, Tod und Abschied verständlich und auf leichte Art und Weise zugänglich machen. Dabei geht es nach eigener Aussage weder darum, den Tod zu verklären, noch darum, mit drastischen Bildern Aufmerksamkeit zu erzeugen. „Wir möchten über die Realität sprechen, so wie sie ist. Wissen ermöglicht Menschen, eigene und bewusste Entscheidungen zu treffen“, beschreibt das ehrenamtliche Redaktionsteam die Motivation hinter dem neuen Format.

Von der Geburt bis zum Zerfall des Körpers

Für die erste Sendung hat das Redaktionsteam Fachleute aus sehr unterschiedlichen Bereichen eingeladen. Dr. med. Elmar Hoffmann, Facharzt für Rechtsmedizin, erläutert unter anderem den Ablauf des natürlichen biologischen Verwesungsprozesses. Dr. Michael C. Albrecht, Experte für den natürlichen Leichenabbau im Erdgrab, spricht darüber, was nach einer Beerdigung unter der Erde geschieht und welche Faktoren den Abbau eines Körpers beeinflussen.

„Diesen Weg gehen wir alle“ steht neben manchen der vielen Friedhofseingange (hier in Bad Nauheim) in Deutschland. Friedhöfe sind überall und ähneln neuerdings immer mehr öffentlichen Gärten. Das Sterben und der Tod sind allerdings Themen, die man in unseren Zeiten lieber meidet. Foto: Archivr

Soraya Wolf, Koordinatorin der Hospizhilfe Wetterau e.V., spricht über körperliche Symptome und Veränderungen während des Sterbeprozesses. Gemeinsam mit Michael Körfgen, Arzt, Jan-Peter Kniep, Mitarbeiter des Krematoriums Siegen, und Alexander Helbach, Referent Presse und PR bei Aeternitas e.V., verfolgt die Sendung außerdem den Weg eines verstorbenen Menschen: vom Arzt über den Bestatter bis zum Friedhof oder Krematorium.

Der Blick richtet sich jedoch nicht ausschließlich auf das Lebensende. Mit Hebamme Katja Steinert geht es auch um Geburt und Sterben und damit um zwei elementare körperliche Vorgänge an den Grenzen des Lebens. Zudem kommen Menschen zu Wort, die über ihr ganz persönliches Abschiednehmen vom Körper eines geliebten Angehörigen sprechen. 

Mit der ersten Sendung beginnt zugleich ein neues Veröffentlichungskonzept. Der gesamte Oktober steht unter dem Thema „Biologie des Lebens und Sterbens“. Nach der Hauptsendung am 1. Oktober veröffentlicht der Verein jeweils dienstags und freitags vertiefende Interviews und Gespräche. Die Videos erscheinen auf YouTube und werden zugleich als Podcast veröffentlicht.

Jeden Monat ein neues Thema

Die „Lebensfluss Show“ soll künftig jeden Monat ein neues Lebensthema aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Geplant sind unter anderem Sendungen über den Tod in den Medien, die Ethik des Sterbens, Bestattungs- und Erinnerungskulturen, das Leben und Sterben mit Tieren sowie die Frage, was nach dem Tod kommen könnte. Die Show verbindet Gespräche mit wechselnden Gästen mit weiteren Rubriken, Geschichten und musikalischen Elementen. 

Hinter der Sendung steht das ehrenamtliche Redaktionsteam Silke Szymura-Laux, Bernhard Laux, Lucie Lemke, Giuliana Stöcker und die Liedermacherin Paulina Conrad. Letztere steuert ebenfalls zu jeder Sendung eines ihrer Musikstücke bei.

Der Verein „Lebensfluss Begleitung“ versteht die Show ausdrücklich auch als Einladung zum Dialog: Fragen aus dem Publikum, unterschiedliche Erfahrungen und der gemeinsame Austausch sollen Teil des Formats sein.

Nach vier Wochen schwindet die Anteilnahme

Die nichtkommerzielle Initiative entstand nach Angaben der Gründer im Jahre 2018. Sie wandelte sich 2023 in einen gemeinnützigen Verein mit Sitz in Friedberg um. Bei Todesfällen sind viele Menschen unwissend und hilflos, so Susanne Bäumer. In unserem Alltag sei der Tod kein Thema. Wenn er dann kommt, bekämen die Angehörigen oft eine starke Anteilnahme. „Aber nach etwa vier Woen wollen die Menschen nicvhts mehr mit dem Tod zu tun haben. Für Trauernde ist das richtig schlimm.“

Der Verein will sie sie auf Wunsch bei der langen Abschiednahme und bei einschneidenden Wendungen des Lebens begleiten und beraten. Auf der Webseite www.lebensfluss-begleitung werden Gesprächskreise, Mal- und Yogaangebote angeboten. Am 4. November 2026 organisiert der Verein bei der Volkshochschule Wetterau einen Kursabend zur Bestattungsvorsorge. Und am 7. November wird eine Führung durch das Krematorium in Siegen angeboten.

Public Viewing: Donnerstag, 1. Oktober 2026, 18.30 Uhr, Lebensfluss Begleitung e.V., Gutenbergstraße 5, 61169 Friedberg. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zur Lebensfluss Show: www.lebensfluss-begleitung.de/projekt/lebensfluss-show

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