Kneippen und Radeln
Von Klaus Nissen
Deutschland ist Autoland. Doch das Fahrrad wird als Verkehrsmittel immer wichtiger. Wie steht es mit den Radwegen in der Wetterau? Das beleuchtet der Neue Landbote in einer Sommer-Serie. Und weil es meistens heiß ist, geht es in dieser Folge auch um kaltes Wasser.Radwege zur Coolness
Kneippianer ist, wer Vollwertkost isst, saures Wasser aus dem Schwalheimer Brunnen trinkt und gern in Salzhausen oder Bad Nauheim durchs Tretbecken mit eiskaltem Wasser stakst. Das ist gesund, meinen Landrat Jan Weckler und der Bad Nauheimer Arzt und Kneippvereins-Vorsitzende Lutz Ehnert. Der Wetteraukreis hat den Jüngern des bayrischen Pfarrers Sebastian Kneipp (1821-1897) eine ganze Menge zu bieten. Details finden sich auf der Webseite kneippbaeder3eckwetterau.de.
Seit Ende Juni gibt es auch eine Kneippbäder-Radroute. Sie verbindet auf 115 Kilometern nicht weniger als 17 Kneipp-Einrichtungen. Mitglieder des Wetterauer Kneipp-Beirates (was es nicht alles gibt!) haben sich aufs Rad geschwungen und die GPS-Daten gesammelt. Die Route kann man nun im Portal Komoot abrufen. Oder man scannt mit dem Telefon den QR-Code auf dem neuen, in den Tourismusbüros ausliegenden Faltblatt. Im Netz abrufbar ist es unter der Adresse. https://tourismus.wetterau.de/service/downloads/kneipp-radroute.
Die Route soll bald auch ein eigenes Logo bekommen und ausgeschildert werden. In Zukunft wollen Kreis und Kneippverein sie auch zu weiteren Kneipp-Einrichtungen in Ortenberg, Butzbach und Büdingen verlängern.
Die neue Route beginnt mit einem Trunk aus dem Bad Vilbeler Brunnen an der Parkstraße. Sie führt dann zur Duftrasenbank am Dottenfelderhof und zum Barfußpfad in Karben. Eine Badepause gibt es im kühlen Quellwasser-Freibad von Ockstadt.
Kaltes Wasser in Bad Vilbel, Karben, Ockstadt
In Bad Nauheim kann man unter anderem absteigen, um das Inhalatorum am Gradierbau zu benutzen. Und dann weiter zur Schwalheimer Löwenquelle und zur Calisthenics-Anlage am Wölfersheimer See radeln. Letzteres ist eine Freiluft-Turnanlage, die unter anderem eine Hangelstrecke, eine „Teufelsleiter“ und einen Doppel-Parallelbarren zu bieten hat.
Weiter geht der neue Radweg via Echzell,durch den großen Wald aufwärts bis Geiß-Nidda. In Bad Salzhausen können sich die Radler im Tretbecken erfrischen und am Salzpflanzenpfad wandeln. Über den Stadener Kräutergarten und Barfußpfad nähern sich die Kneipp-Radler dann entlang der Nidda wieder den Wetterau-Metropolen Karben und Bad Vilbel.
„Die neue Kneipp-Radroute lässt sich bequem in drei Etappen auf vorhandenen Radwegen fahren.“ Das sagte Landrat Jan Weckler bei der Präsentation der neuen Tour. Schon jetzt sei die Wetterau in Kneippkreisen deutschlandweit bekannt, meinte der Vereinsvorsitzende Lutz Ehnert zum selben Anlass. Die Routen könnten sowohl mit dem klassischen Fahrrad als auch bequem mit dem E-Bike erfahren werden. Die Kreis-Sprecherin Deliah Eckhardt ergänzt: „Natürlich darf das Rad auch mal geschoben werden, wenn eine Steigung doch einmal zu herausfordernd sein sollte. Denn es kommt nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern aufs Genießen und Erleben.“