17. Brunnenfestlauf

Tolle Stimmung in Oberursel

Von Helmut Serowy

„Der Familien-Lauf im Hochtaunus – Auf geht’s zum Brunnenfestlauf“ werben die Organisatoren der Turn- und Sportgemeinde 1861 Oberursel (TSGO) mit ihren über 100 Helfern – unterstützt vom „Kultur- und Sportförderverein Oberursel KSFO“ – zugkräftig für ihr Event.

626 Finisher

Veranstaltungszentrum ist der historische, von mächtigen Fachwerkgebäuden eingerahmte Rathausplatz mit dem Start-Ziel-Bereich. Im eindrucksvollen Ambiente finden auch die umlagerten Siegerehrungen statt. Und da die Laufveranstaltung im Rahmen des mehrtägigen Oberurseler Brunnenfestes ausgerichtet wird, erwartet die Läufer und ihre Begleiter nach den Rennen auf dem weitläufigen Gelände ein reichhaltiges und vielfältiges Verpflegungsangebot. Ein Trip über das Festgelände durch die Altstadt-Gassen bietet sich natürlich ebenfalls an.

Bei Kaiserwetter platzte der altehrwürdige Marktplatz beim 17. Brunnenfestlauf in Oberursel wieder aus allen Nähten. Die Finisher-Zahlen bleiben weiter auf dem Vormarsch. „Bei sagenhaftem Wetter gab es wieder mal einen phänomenalen Sport-Vormittag im Rahmen des Brunnenfestes. 626 Finisher und rund 130 Bambini sorgten für tolle Stimmung – und erfreulicherweise ohne Zwischenfälle“, freute sich Organisationsleiter Christopher Biaesch.

626 Finisher über die Distanzen Halbmarathon, 10 und 5 Kilometer sowie den 3-km-Schülerlauf bedeuteten immerhin gegenüber dem Vorjahr (544 Finisher) eine erhebliche Steigerung. Christopher Biaesch freute sich besonders über die steigenden Teilnehmerzahlen bei den Schülern und Bambini. Die wachsende Begeisterung der Bambini, deren Start bereits im letzten Jahr aufgrund von rund 100 Meldungen mit zwei Startwellen entzerrt wurde, bestätigte sich beim aktuellen Wettbewerb mit einer weiteren, erfreulichen Steigerung auf rund 130 Mädels und Jungs.

Weit zieht sich die Läuferschlange durch das Naherholungsgebiet Maasgrund. (Fotos: Helmut Serowy)

Auch wenn der gemeinsame Start des Halbmarathon und des 10-km-Laufes um 10 Uhr auf dem historischen Marktplatz vor dem alten Rathaus von 1479 erfolgt, führen die Strecken doch weitgehend durch freundliche Wiesen und die Wälder des Taunusausläufers. Nach einem kurzen Abstecher über die Füllerstraße zur mächtigen Christuskirche erreichen die Starter über die Oberhöchstädter Straße bereits den Süden des Naherholungsgebietes „Maasgrund“. Es gilt, die flache Passage durch das idyllische Tal mit dem Blick auf Oberursel mit der majestätisch über den Häusern thronenden St.Ursula-Kirche zu genießen. Denn nach drei Kilometern geht es in den Stadtwald. In Richtung Hohemark – dem Startort des ebenfalls von der STG Oberursel ausgerichteten Feldberglaufes – sind hier etliche Höhenmeter zu überwinden. Eine lange Gefällstrecke auf der Königsteiner Straße, die in der Schlussphase wieder einen wundervollen Blick auf Oberursel bietet, rundet den abwechslungsreichen, amtlich vermessenen Kurs ab. Während die 10-km-Läufer weiter geradeaus in Richtung Ziel spurten, müssen die Halbmarathon-Starter kurz vor der Stadt allerdings nochmals eine Runde durch den Maasgrund und den Stadtwald in Angriff nehmen.

Halbmarathon

Louis Garcia aus Kronberg feiert seinen Halbmarathon-Sieg

Bereits nach der Marktplatz-Steigung zogen die überlegenen Sieger des Halbmarathon und des 10-km-Laufes – Louis Garcia aus Kronberg und Sebastian Bienert von der LG Bad Soden/Neuenhain – dem gemeinsam gestarteten Feld davon und bauten ihre Vorsprünge kontinuierlich aus. Louis Garcia, der im letzten Jahr den zweiten Rang beim Halbmarathon erreichte, lag eingangs der zweiten Runde entsprechend klar in Führung. Weiter Anschluss hielt noch Marco Diehl vom DVAG-Marathon-Team.

Louis Garcia freute sich schließlich nach 1:20:19 Stunden über den Halbmarathon-Erfolg und ließ sich auf dem Marktplatz auch für seinen neuerlichen M40-Sieg feiern. Nichts verlernt hat der erfolgreiche Marathonläufer Marco Diehl, der den Oberurseler Halbmarathon zuletzt in den Jahren 2017 und 2019 gewann. Der Vorjahres-Dritte verbesserte sich diesmal auf der Strecke mit ihren rund 340 Höhenmetern auf den zweiten Rang. Nach dem M50-Sieg 2023 hatte er 2024 die M55-Konkurrenz mit 1:22:18 Stunden klar im Griff. Bronze und M30-Gold sicherte sich Jannis Neumann aus Leipzig in 1:24:53 Stunden.

Die Frauen-Konkurrenz führt über die 21,1-km-Distanz Anna-Lena Burk vom SF Tria Roßdorf an

Der Frauen-Konkurrenz eilte Anna-Lena Burk vom SF Tria Roßdorf voraus. Sie erkämpfte sich die Goldmedaille in 1:37:01 Stunden vor der zweiten W30-Läuferin Johanna Riedl aus dem benachbarten Bad Homburg (1:40:07 Stunden). Die in Oberursel oft erfolgreiche Prisca Lepper-Schwarzer vom RFC Oberstedten – unter anderem Halbmarathon-Siegerin 2016 und 2018 – feierte mit dem dritten Rang in 1:44:51 Stunden zugleich den Gewinn der Goldmedaille in der W55. Die 10-km-Siegerin der Jahre 2018 und 2019 – Ria Bohrer aus Oberursel – führte als Halbmarathon-Vierte die Wertung der W50 mit 1:48:44 Stunden an.

10 Kilometer
Erfolgreich ist beim 10-km-Rennen in Oberursel Sebastian Bienert von der LG Bad Soden/Neuenhain

Ausgeschlafen zeigte sich Sebastian Bienert von der LG Bad Soden/Neuenhain, obwohl er direkt von der Nachtschicht nach Oberursel anreiste. Vom Start weg bestimmte er das 10-km-Rennen – anfangs noch mit dem Halbmarathon-Sieger Louis Garcia im Schlepp. Der Gesamt-Dritte des Vorjahres lief mit 35:36 min einen Vorsprung von über zwei Minuten heraus und holte sich nach dem letztjährigen M30-Sieg zugleich den ersten Rang in der M35.

Damit vereitelte er dem Gesamt-Zweiten Florian Bahlmann von der TSG Wehrheim (37:42 min) die Titelverteidigung in der M35. Als Dritter und Vierter führten Pavlo Novosad aus Hanau (39:50 min) und Sebastian Krause (TSG Oberursel) die M40 und die M45 an.

Julia Dittrich von der Eintracht Frankfurt – 10-km-Zweite von 2019 – drückte bei den Frauen vom Start weg auf das Tempo und jubelte nach 41:47 Stunden als Gesamt-Sechste über Frauen- und W30-Sieg. Auf dem neunten Platz folgte als Zweite und Schnellste der W40 die ebenfalls für Eintracht Frankfurt startende Carolin Löffler in 43:10 Stunden. Ärgerlich verlief der Start für die vorjährige Deutsche 10.000-m-Meisterin der W50, Susanne Heinbach vom TSV Krofdorf-Gleiberg. Nach längerer Verletzungspause musste sie in Oberursel aufgrund muskulärer Probleme bereits früh zurückstecken. Dennoch lief sie mit 44:34 min auf den dritten Rang und zum klaren Erfolg in der W50.

Die mit zahllosen nationalen und internationalen Titel dekorierte Margret Göttnauer von der LG Bad Soden/Neuenhain brillierte auch wieder beim Brunnenfestlauf in Oberursel mit 51:28 min und dem ersten Rang in der W70.

5 Kilometer

Die Schlange der 5-km-Läufer hatte sich bereits nach der Schleife durch die Oberurseler Altstadt und vorbei an der Christus-Kirche zum Naherholungsgebiet Maasgrund weit auseinander gezogen. Viele Starter genossen die frühmorgendliche Atmosphäre im idyllischen Tal. An der Spitze wurde dagegen um die Platzierungen gerungen.

Die meiste Puste hatte schließlich Malte Stockmann vom VC Darmstadt, der die Männer-Wertung in 21:28 min anführte und Janos Hartung aus Frankfurt (21:49 min) auf den zweiten Platz verwies. Um Bronze und U16-Gold duellierten sich zwei Nachwuchsläufer. Mit einer Sekunde hatte Simon Moitzfeld vom 1. FC Weißkirchen in 21:58 min letztlich im Spurt die Nase vor Benedek Ladonyi aus Oberursel (21:59 min).

Bei den Frauen setzte sich Annabell Scheel von der TSG Oberursel mit 23:30 min an die Spitze. Zugleich führte sie die U18-Wertung vor der Gesamt-Zweiten Laura Berlipp (TSG Oberursel Leichtathletik, 23:47 min) an. Erneut zu Bronze lief die Frauen-Siegerin Viktoria Schramm aus Oberursel, die anfangs lange in Front lag, mit 24:15 min. Im Finish wehrte sie den Angriff der U16-Schnellsten Lara Radke (zeitgleich in 24:15 min) gerade noch ab.

3-km-Schüler- und Sportabzeichen-Lauf – Bambini-Rennen

In den letzten Jahren hat die TSG Oberursel beim Brunnenfestlauf einen Schülerlauf über 2,5 Kilometer angeboten. In diesem Jahr wurde die Distanz auf 3 Kilometer verlängert. Dahinter steht der Gedanke, zugleich einen Sportabzeichen-Lauf anzubieten. Der Verein unterstützt damit das Projekt „Sportabzeichen“ und möchte zur Teilnahme am Sportabzeichen animieren.

Der zum vierten Mal angebotene Schülerlauf setzte seine Erfolgsgeschichte mit einer weiteren Teilnehmersteigerung auf nun bereits 142 Finisher fort. Für die älteren „Sportabzeichen-Starter“ wird die Zeit erfasst und ausgewiesen, es erfolgt aber keine Wertung.

Finaler Höhepunkt des Brunnenfestlaufes ist das Bambini-Rennen über rund 800 m auf einer Wendepunkt-Strecke zwischen dem dicht umlagerten Marktplatz und dem grünen Maasgrund-Tal.

„Das Ziel des Bambini- und des Schülerlaufes ist es nicht, den Wettbewerb zwischen den teilnehmenden Kindern zu forcieren, sondern allen den Spaß am Laufen und am Sport zu vermitteln“, wünscht sich der Organisationsleiter Christopher Biaesch ein entspanntes, gemeinsames Laufen der Nachwuchsathleten. Daher werden bei den Bambini auch keine Zeiten gestoppt und keine Ergebnislisten erstellt. Die Anfeuerungen des begeisterten Publikums und Medaillen beim Zieldurchlauf belohnen dafür neben dem Spaß die Mühen der inzwischen 130 Bambini auf der Strecke.

Titelbild: Nach dem Start gilt es für die Läufer beim Brunnenfestlauf in Oberursel, die Steigung vom Marktplatz zu bezwingen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert