Windkraft

Die einen wollen, die anderen nicht

windrad1Von Anton J. Seib

In Rockenberg (Wetteraukreis) will die Gemeinde den Bau eines Windparks juristisch verhindern. In benachbarten Butzbach dagegen haben Kommunalpolitiker gerade den Bau von Windrädern auf den Weg gebracht. Windkraftgegner haben daraufhin ein Bürgerbegehren angekündigt. In Freienseen (Kreis Gießen) scheitert die Errichtung eines Windparks an Naturschutzbedenken.

Rockenberg klagt

Die Gemeinde Rockenberg will den Bau eines Windparks auf ihrer Gemarkung juristisch verhindern. Das beschloss das Gemeindeparlament jüngst mehrheitlich gegen die Stimmen der Grünen. Es reagierte damit auf das Ergebnis einer Bürgerbefragung. Eine Mehrheit hatte den Bau von drei Windrädern im Gemarkungsteil „Hinterfeld“ abgelehnt. Allerdings hat die Befragung keinerlei rechtliche Bindung. Und auch die juristischen Mittel der Gemeinde sind äußerst begrenzt. Sie soll den Projektfirmen, die dort bauen wollen, Wegerechte und Dienstbarkeiten verweigern, so die Parlamentsmehrheit. Das Konsortium aus drei Firmen indes hatte bereits vor der Bürgerbefragung angekündigt, unabhängig vom Ergebnis ihr Projekt umzusetzen.

In der Sitzung des Gemeindeparlaments ging es noch einmal hoch her, nachdem der Grünen-Politiker Theo Pauly den örtlichen Windkraftgegner heftig anging. „Mit dumm-dreisten Falschinformationen und Panikmache“ hätte die Bürgerinitiative die Bevölkerung „massiv manipuliert“, so Pauly. Außerdem seien die Argumente der Bürgerinitiative „aus der Luft gegriffen und völlig haltlos“. Die hatten vor der Bürgerbefragung unter anderem Plakate mit dem Slogan „Windkraft zerstört das Ökosystem“ geklebt. Das Fazit der Grünen: „Der Windpark im Hinterfeld ist ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende.“

Butzbach will Windkraft

In Butzbach dagegen haben die Kommunalpolitiker den ersten Schritt zum Bau des Windparks am Ostrand des Taunus auf den Gemarkungen der Stadtteile Hoch-Weisel und Münster gemacht. Das Stadtparlament beschloss eine entsprechende Vereinbarung mit Hessen Energie, ein Tochterunternehmen des Wetterauer Energieversorgers Ovag mit Sitz in Friedberg. Als Auftraggeber tritt eine Gesellschaft auf, der die Stadtwerke von Butzbach und Bad Nauheim sowie die Ovag angehören. Örtliche Windkraftgegner haben daraufhin ein Bürgerbegehren angekündigt. angekündigt, um das Projekt doch noch zu kippen.

Errichtet werden sollen drei Windkraftanlagen mit einer maximalen Höhe von 210 Metern und einer Nennleistung von 10,5 Megawatt. Während eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Betreiber zu der Auffassung gelangt, die Windausbeute reiche aus um die Windräder gewinnbringend zu betreiben, sind die Windkraftgegner vor Ort anderer Meinung. Durch den nahen Wald sinke die Ergiebigkeit um 30 Prozent und auch die Investitionskosten seien mit sechs Millionen Euro eine Million teurer als in der Studie dargelegt, so die BI in einer Stellungnahme.

Aus für Freienseener Windkraft-Anlage

Dagegen hat Hessen Energie nach einer Meldung der Gießener Allgemeinen Zeitung die Planungen für einen Windpark im Laubacher Stadtteil Freienseen am Rand des Vogelsbergs eingestellt. Probleme mit dem Naturschutz gaben den Ausschlag für das Aus. Das Projekt war bereits seit längerer Zeit umstritten, jetzt hat Hessen Energie es vollends begraben. Denn die Flächen, auf denen die Windräder entstehen sollten, liegen in Vogelschutzgebieten. Eine Prüfung hatte ergeben, dass aufgrund der vielen Vorgaben, die erfüllt werden müssten, keinerlei Aussicht auf Erfolg besteht.

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