Verkehr in Butzbach

Weg vom Auto

Eine neue Verkehrspolitik in Butzbach fordert der Ortsverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz (Bund). Bus und Bahn, Fahrrad und Fußgänger sollen gefördert werden. Bisher ist die Mobilität am Auto ausgerichtet, „mit der Folge, dass Wohnung, Arbeit, Schule, Einkaufen und soziales Leben völlig entkoppelt sind“, beklagen die Umweltschützer. Besonders in den Ortsteilen seien die Folgen zu spüren.

Fahrrad, Bus und Bahn fördern

Post, Bank, Dorfladen, Gaststätte, Schule – nahezu alles sei in den Ortsteilen geschlossen worden, „für fast alles ist ein Weg mit dem Kfz nötig“, beklagt der Ortsverband des Bund. Um gegenzusteuern hat er ein sieben Seiten umfassendes Konzept „für eine gerechte, soziale und umweltfreundliche Mobilität“ vorgelegt. Ein Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) sei nötig, „der bessere Verbindungen bietet, von allen Menschen uneingeschränkt genutzt werden kann und umweltfreundlicher ist“, heißt es dort. Und: „Viele Fahrten mit dem Auto könnten auch entfallen, wenn der Fahrradverkehr im Alltag gefördert wird und das Fahrrad als gleichberechtigtes Fortbewegungsmittel akzeptiert wird.“

Bisher seien die Radwege aufs Freizeitradeln ausgelegt und nicht für die Fahrt zur Arbeit oder zum Einkaufen. Die im Radverkehrsplan des Wetteraukreises festgestellten Mängel und Defizite sollen zügig beseitigt, ein konkreter Zeitplan dafür aufgestellt werden, fordert der Bund-Ortsverband. Die Mängel im Butzbacher Radwegenetz werden in dem Konzept allerdings nicht aufgeführt. Fuß- und Radwege sollen getrennt werden, fordert der Bund. Durch Fahrräder mit Elektromotor werde deutlich schneller als 20 Stundenkilometer gefahren, dadurch würden Fußgänger gefährdet. „Eine Trennung der Wege (und sei es durch eine deutliche Markierung, mit regelmäßig wiederholten Symbolen) und entsprechende Kennzeichnung (Verkehrszeichen 241) erscheint dringend geboten“, heißt es in dem Konzept.

Parkgebühren für Autos und Lastwagen

Der Butzbacher Marktplatz nahezu autofrei. (Foto: Mischa L/wikipedia)

Die Vorteile für Autos will der Bund-Ortsverband einschränken. Es gebe auf engem Raum nebeneinander völlig unterschiedliche Regelungen für Parkplätze: gebührenpflichtige, welche mit Parkscheiben, Anwohnerparken, kostenfreie. „Da viele Autofahrer einen kostenfrfeien Parkplatz suchen, kommt es zu einem überflüssigen Parkplatzsuchverkehr, der die Anwohner und die Umwelt belastet. Alle Parkplätze, die sich im Besitz der Stadt Butzbach befinden (öffentlicher Raum im gesamten Stadtgebiet), sollten daher ausnahmslos und einheitlich gebührenpflichtig bewirtschaftet werden“, fordert der Ortsverband. Die Einnahmen sollen unter anderem für den ÖPNV verwendet werden. Auch die Parkplatz, deren Nutzung durch Lastwagen „bislang stillschweigend geduldet wird“, sollen nach Ansicht des Bund kostenpflichtig werden. Die Einnahmen sollen unter anderem für Dixi-Klos für die Lastwagenfahrer und für Abfallbehälter verwendet werden. Die Fußgängerzonen sollen außerhalb der Lieferzeiten vom Kfz-Verkehr freigehalten werden. Auf allen innerörtlichen Straßen soll Tempo 30 eingeführt werden. Butzbach locke durch neue Baugebiete viele Menschen an, die in Frankfurt und anderen umliegenden Städten arbeiten. Die Baugebiete lägen oft ungünstig zum Bahnhof und Bahnhaltepunkten, deshalb würden viele das Auto für den Weg zur Arbeit bevorzugen. Diesen Verkehr will der Bund einschränken, indem die Autos intensiver genutzt werden: Ein Pendlerportal auf der Homepage der Stadt soll dafür sorgen, dass sich Fahrgemeinschaften bilden.

Die Busfahrten innerhalb Butzbach sind nach Ansicht das Ortsverbandes zu teuer, würden oft mehr als drei Euro kosten. Ein „Butzbach-Ticket“ soll das Busfahren billiger machen, fordert er. Der Bahnhof und die Haltepunkte der Bahn müssen für Radfahrer, Personen mit Kinderwagen und Menschen mit Behinderungen besser zugänglich werden, fordern die UmwSie haben zudem festgestellt, dass im Berufsverkehr einige Züge der Main-Weser-Bahn überlastet sind. „Eine Überprüfung und Anpassung (auch an die gestiegene Einwohnerzahl Butzbachs) ist geboten“, heißt es in dem Konzept.

Hier ist das komplette Konzept „Fair mobil in Butzbach“ als PDF zum Download Fair_mobil_in_Butzbach-1.pdf

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