Abrüsten statt aufrüsten
Auch an Ostern 2021 wird wieder Kriegstreiberei angeprangert. Die traditionellen Ostermärsche richten sich gegen die immer höheren Rüstungsausgaben und mahnen zu Frieden und Abrüstung. Es wird entsprechend der Coronaregeln demonstriert. In der Abschlusskundgebung Ostermontag in Frankfurt (Main) spricht neben dem Paderborner Theologen Eugen Drewermann auch Joe Reinharz von Greenpeace, weil die Klimakatastrophe zunehmend unser Leben bedroht.„Die Coronapandemie wirkt als Brandbeschleuniger in aktuellen Konflikten und gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen. Das Gespenst des Nationalismus zerstört den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die multilateralen internationalen Bündnisse. ‚Ich zuerst!‘ statt ‚Wir gemeinsam!‘ Dazu kommt ein menschenverachtender Umgang mit Flüchtenden. Weltweit steigen die Rüstungsausgaben, statt in Gesundheit, Bildung und sozial-ökologischen Umbau zu investieren“, heißt es im Aufruf zum Ostermarsch.
Für eine friedliche Welt
Vor allem durch Abrüstung und dem Aufbau gegenseitigen Vertrauens könnten die weltweiten Probleme gelöst werden. „Abrüsten statt aufrüsten“ sei das Gebot der Stunde. Unsere Zivilisation sei auf Gegenseitigkeit angewiesen, um Frieden zu schaffen und gut miteinander zu leben. Immer neue Kriegs- und Zerstörungsmittel passten nicht in eine gemeinsame friedliche Welt.
„Auf die Tagesordnung gehören eine neue Friedens- und Entspannungspolitik, ein System gemeinsamer Sicherheit und kontrollierter Abrüstung in Europa und weltweit. Menschliche Sicherheit kann nicht militärisch erreicht werden, sondern ist Frucht gerechter Politik und nachhaltigem, fairen Handelns. So muss unbedingt der vor geraumer Zeit eingestellte Dialog mit Russland wieder aufgenommen werden; dies auch gerade angesichts des anstehenden 80sten Jahrestages des Überfalls auf die Sowjetunion“, so der Ostermarsch-Aufruf.
Die Einsicht wachse, dass ohne Druck auf die Regierenden sich nichts bewege. Dies gelte für alle gesellschaftlichen Konflikte.
Die Ostermarschierer fordern: Schluss mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Verzicht auf nukleare Teilhabe; stattdessen Unterzeichnung des völkerrechtlich verbindlichen UN-Atomwaffenverbotsvertrages. Stopp der Rüstungsexporte, insbesondere an die Türkei und Saudi-Arabien. Stopp aller Aufrüstungsprogramme wie z.B. Kampfdrohnen und Kampfbomber, keine Wirtschaftsförderung der deutschen Rüstungsindustrie. Gesellschaftliche und internationale Solidarität statt rechter Demagogie, rassistischer Ausgrenzung und Wirtschaftssanktionen. Internationale Zusammenarbeit zur globalen Bewältigung der Coronapandemie und entschiedener Kampf gegen Umwelt- und Klimakatastrophen.“
Die Ostermärsche beginnen am Ostermontag, 5. April 2021, wie folgt: Darmstadt: 10.30 Uhr, Luisenplatz (Fahrradtour nach Frankfurt), Offenbach, 10.30 Uhr, Stadthof; Eschborn: 9.30 Uhr; Bundesamt BfWA, Frankfurter Str. 11 (Fahrraddemo nach Rödelheim); Frankfurt-Rödelheim: 10.30 Uhr Rödelheim-Bahnhof zum
12 Uhr Bockenheimer Depot; Frankfurt- Eckenheim: 11 Uhr, Bornheim Gießener Str. / Marbachweg (US-Generalkonsulat); Frankfurt-Niederrad: 11 Uhr, Bruchfeldplatz.
Alle Demonstrationszüge führen zur Abschlußkundgebung um 13 Uhr in Frankfurt am Römerberg. Es sprechen: Eugen Drewermann (Theologe, Paderborn), Alain Rouy (Mouvement de la Paix, Frankreich), Cora Mohr (Rheinmetall entrüsten – Rhein Main), Dirimsu Derventli (DIDF), Joe Reinhartz (Greenpeace), Mod.: Philipp Jacks (DGB-Frankfurt), Kulturbeiträge u.a. mit Gabriele Kentrup, die Gruppe Politokk und das Lale Kocgün Ensemble.