Warum 8. Mai Feiertag werden sollte
von Jörg-Peter Schmidt
Die Gießener „Omas gegen Rechts“, 2018 gegründet, sind in der Universitätsstadt an der Lahn und darüber hinaus längst zu einer hoch anerkannten Institution geworden. Weil sie sich engagiert für Toleranz, Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung jeglicher Art einsetzen.
Erinnerung an Tag der Befreiung
Am Freitag, 8. November 2026, stand die Gruppe auf den Treppen des Gießener Stadttheaters. Wie Gerlinde Bauer gegenüber dem „Landboten“ erläuterte, fordern die „Omas gegen Rechts“, dass der 8. Mai Feiertag werden soll. Denn am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht.
Als das Nazi-Regime fiel
Die „Omas gegen Rechts“ unterstreichen: „Der 8. Mai ist ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Der militärische Sieg über Nazi-Deutschland war die Voraussetzung dafür, dass Millionen von Europäerinnen und Europäer, die von den Deutschen während des Zweiten Weltkrieges gedemütigt, unterdrückt, unterworfen, versklavt, ausgebeutet, verfolgt und gefangen genommen worden waren, befreit werden konnten. Nicht mehr befreit werden konnten die Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Nicht befreit werden konnten die Überlebenden von den Erinnerungen an das Ungeheuerliche, ‘das niemals hätte geschehen dürfen‘, wie es Hannah Arendt formulierte. Der 8. Mai machte das demokratische Deutschland erst möglich. Daher sollte dieser Tag auch ein Tag der Freude sein, unabhängig von der Not der Menschen nach dem Krieg. Im Übrigen wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland am 8. Mai 1949 verabschiedet.“
Titelbild: Die „Omas gegen Rechts“ am 8. Mai auf den Treppen des Gießener Stadttheaters. (Fotos: Jörg-Peter Schmidt)
