OHG

Mitteilungen zu Wilhelm Liebknecht

Ausgabe der Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins (OHG), Band 110/2025. Der aus Gießen stammende Mitgründer der Sozialdemokratie wäre am 29. März 2026 200 Jahre alt geworden.

Beiträge zum Liebknecht-Preis

Wilhelm Liebknecht

Der Politikwissenschaftler Georg Fülberth, von 1972 bis 2004 Professor an der Universität Marburg, erinnert in seinem Beitrag an Wilhelm Liebknecht, mit Ergänzungen und neuen Gesichtspunkten zu dessen Biografie. Außerdem sind die Beiträge zur Verleihung des Wilhelm-Liebknecht-Preises im November 2025 dokumentiert: die Rede von Gießens Oberbürgermeister Frank Thilo Becher, die Laudatio von Magnus Brechtken, Professor am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, und die Dankesrede des Preisträgers Moritz Fischer. In seiner Dissertation befasste dieser sich mit „Die Republikaner. Die Geschichte einer rechtsextremen Partei1983-1994“, ein Thema aus der jüngsten Vergangenheit und denkbar aktuell.

Weitere Beiträge befassen sich mit Aspekten aus Oberhessen. Antonio Sasso spürt der schriftlichen Ersterwähnung von Rödgen und Großen Buseck nach. Wolfgang Hofheinz und Jochen Kehm verfolgen die Spur des frühen elektrischen Lichts im Gail’schen Park. Ingfried Stahl stellt das Angenröder Gasthaus von Joseph Wertheim vor.

Richter und die 68er

Themen aus Gießen sind vier Artikel gewidmet. Stadtarchivar Christian Pöpken behandelt die Geschichte des Gießener Bismarckturms und wirft erhellende Blicke auf dessen Rezeption zwischen Nationalismus und Tourismus. Hans-Jürgen Wirths Beitrag „Die 68er-Bewegung, die Psychoanalyse und der Beitrag Horst-Eberhard Richter“ ist aus dem Blick des teilnehmenden Beobachters. Rudi Deubles Vortrag zu Peter Kurzeck steht nun zum Nachlesen bereit. In einer kurzen Miszelle würdigt Max Zimmermann das Jubiläum „Gießener Anzeiger – 275 Jahre Gedächtnis einer Stadt“.

Mit Aspekten aus der Zeit des Nationalsozialismus und den Folgen befassen sich folgende Beiträge: Walter Mühlhausen erinnert unter dem Titel „Verfolgt, verraten, ermordet“ an Heinrich Will als Opfer des Nationalsozialismus. Dieter Bender widmet sich der Zwangsarbeit in Gießen und ihrer Opfer. Randi Becker schildert das Schicksal der Fliegerin und Sportlehrerin Martha Mendel im Nationalsozialismus, einer „ambivalenten Ikone zwischen Sport, Homosexualität und Regime“. Ulrike Krautheim beleuchtet die Geschichte der kommunalen ‚Wiedergutmachung‘ durch die Gießener Behörden 1945-1962 am Beispiel des Hauses der liberal-jüdischen Gemeinde in Gießen. geschrieben.

Geschichtswettbewerb

Ein weiteres Thema ist „40 Jahre Geschichtswettbewerb am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (LLG) Gießen“. Die Lehrer Christoph Geibel und Steffen Boßhammer lassen die Entwicklung Revue passieren. Sebastian Dauzenroth dokumentiert die von LLG-Schülern und Schülerinnen mitgestaltete Gedenkveranstaltung zum 9. November 2024 „Erinnern, Mahnen, Wachsam sein“ auf dem Gießener Rathausplatz.

Der vom OHG geschaffene Preis für ausgezeichnete Arbeiten von Schülern zur Regionalgeschichte wurde 2025 an die LLG-Schülerin Paula John verliehen. Ihr Beitrag zur Enteignung von Juden und ihre Vertreibung aus ihren Wohnungen während des Nationalsozialismus in Gießen ist im digitalen Ergänzungsband zu MOHG 110/2025 publiziert (https://doi.org/10.22029/jlupub-20548). Dort finden sich außerdem die im Jahr 2024 ausgezeichneten Arbeiten von Amelie Hofmann (Die Anfänge des Gießener Flussstraßenviertels in unterschiedlichen politischen Systemen 1928-1939, https://doi.org/10.22029/jlupub-20547) und von Fina Emilia Garcis Gutiérrez (Luftschlösser im Nationalsozialismus – eine Arbeit zu den gescheiterten Planungen von Stadtrandsiedlungen für Gießen (https://doi.org/10.22029/jlupub-20549).

Rezensionen und Berichte zum Vereinsleben samt den Presseberichten runden den Band ab.

Die gedruckten Exemplare der Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins (OHG), Band 110/2025, können von OHG-Mitglieder Stadtarchiv abgeholt werden. Nicht-Mitglieder können den Band dort 15 Euro.

https://ohg-giessen.de/mohg

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