Das Glück vor der Katastrophe
Kurt Tucholsky kehrt im April 1924 Berlin und damit Deutschland den Rücken. Sein neues Zuhause wird Paris, fünf Jahre lang berichtet er von dort als Zeitungskorrespondent. Über dieses Kapitel deutsch-französischer Literaturgeschichte zeigt Arte eine sehr sehenswerte Dokumentation.Zum französischen Erzfeind
Am 6. April 1924 fährt Kurt Tucholsky, eine herausragende Oppositionsfigur der Weimarer Republik, zum damaligen Erzfeind nach Frankreich. Im Gepäck hat er eine Idee: Er will durch sein Schreiben die Franzosen den Deutschen näherbringen und gängige Vorurteile widerlegen. In dieser Zeit entsteht auch das „Pyrenäenbuch.“
Wenig bekannte Periode
Der Film beleuchtet diese bislang kaum dokumentierte Periode (1924-1929) des berühmten Schriftstellers in Frankreich. Auch seine Liebesbeziehung zu Mary Gerold, mit der er ab 1924 verheiratet war, spielt in dieser Phase eine wichtige Rolle. Zudem schärft sich in Paris sein Blick auf den heraufziehenden Faschismus in Deutschland.

Foto: ZDF © Kurt Tucholsky/Literaturmuseum
Neuer Blick auf Tucholsky
Der Film gibt eine neue Perspektive auf Werk und Leben Kurt Tucholskys – mehr als 90 Jahre nach seinem Tod am 21. Dezember 1935. Eine sorgfältige und detailreiche filmische Spurensuche, die die damalige und heutige Zeit in Paris und Berlin verschränkt. Begleitet wird die Dokumentation von hervorragenden Musikern und Sprechern seiner Texte: das deutsch-französischen Punk-Duo Les Millionnaires sowie die Schauspieler Robert Stadlober und Jasmin Tabatabai. Sie ist auch die Erzählerin des Films.
Quelle: Pressetext Arte
Titelbild: Bahnhofsuhr am Gare de l’Est in Paris: Kurt Tucholsky reiste im Frühjahr 1924 als Korrespondent nach Frankreich.
Foto: ZDF © Leif Karpe
Dokumentation 52 Min.
Online verfügbar in der Arte-Mediathek bis 18.06.2026
https://www.arte.tv/de/videos/125644-000-A/tucholsky-in-frankreich

