Mathematikum Gießen

Bilder junger Künstler beeindrucken

von Jörg-Peter Schmidt

Die Gemälde und Zeichnungen, die bis zum 5. September 2022 im Gießener Mathematikum ausgestellt sind, schaut man sich am besten in aller Ruhe an. Man freut sich unweigerlich über die Leistung junger Künstlerinnen und Künstler. 63 Bilder aus 3919 Einsendungen für den hessischen Wettbewerb „Jugend malt“ sind im Mitmachmuseum zu sehen.

Die Wanderausstellung mit den Gemälden und Zeichnungen der Kinder und Jugendlichen zwischen  sechs und 16 Jahren, die nur eine kleine Auswahl  aus so vielen großartigen Beiträgen ist, wurde jetzt im Mathematikum eröffnet.

Wettbewerb zum 21. Mal ausgetragen

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hatte für den zum 21. Mal ausgetragenen Wettbewerb das Thema „Respekt“ ausgewählt. Die Kinder-Akademie Fulda war für die Konzeption und Organisation verantwortlich.

Im Gespräch bei der Vernissage: von links: Dr. Yvonne Petrina, Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher und Prof. Dr. Katja Lengnink. (Fotos: Jörg-Peter Schmidt)

Ausstellung von Ideenreichtum geprägt

Alle Teilnehmer der Vernissage waren beeindruckt von der Ausstellung, darunter Prof. Dr. Katja Lengnink (Mitglied des Vorstands des Mathematikums) als Vertretung für Prof. Albrecht Beutelspacher, der an diesem Tag verhindert war,  Dr. Yvonne Petrina (Geschäftsführerin der Kinderakademie Fulda) und Oberbürgermeister (OB) Frank-Tilo Becher.  Katja Lengnink begrüßte die Gäste und unterstrich, dass der Begriff „Respekt“ gerade in jüngster Zeit in vielerlei Bereichen wieder besonders aktuell geworden ist. Oberbürgermeister Becher fasste seine Eindrücke wie folgt zusammen: Es gebe 63 weitere Gründe, das Mathematikum und damit diese Ausstellung zu besuchen.

Mathematik guter Standort für den Start

Der OB hatte sich zuvor eine Auswahl der 63 Bilder angeschaut, die ihm alle gefallen haben.Wie der Oberbürgermeister hob auch Yvonne Petrina hervor, dass das kreative Mathematikum der richtige Standort für den Auftakt der  Wanderausstellung sei.  Kunst und Mathematik seien gar nicht so weit entfernt, wie schon Albrecht Dürer bewiesen habe, dem das Mathematikum eine Ausstellung gewidmet hat.

Sanftmut gegenüber den Tieren drückt Louisa Gabriel (8) von der Ambachtalschule (Herborn-Burg) aus.
„Mobbing“ eines der Motive auf den Bildern

Die sechsköpfige Jury sei fasziniert  von den Beiträgen, die die Kinder und Jugendlichen eingeschickt haben. Je „älter“ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs sind, desto mehr seien verschiedene Bilder durch Motive geprägt, die nachdenklich stimmen. „Mobbing“ sei ein Stichwort.

Achtung vor Tieren und Menschen spielt große Rolle

Nach den Wortbeiträgen sahen sich die Gäste die Ausstellung bei einem Rundgang an. Einige Beispiele: Das Thema „unterschiedliche Hautfarben“ spielt eine Rolle: Man sieht friedlich und mit Respekt voreinander einen Jungen mit weißer und einen Jungen mit dunkler Hauptfarbe im Gespräch. Die Missachtung der Natur drückt ein Gemälde aus, das das zugemüllte Meer zeigt.

Ein anderes Bild ist durch die Achtung vor Menschen und Tieren sowie den Landschaften der Erde geprägt. Auf einem Gemälde sieht man, wie ein Mädchen liebevoll  einen Hund streichelt – auch eine Art  Respekt vor den Tieren. Ein König mit einer Krone ist bei  Reinigungsarbeiten mit einem Wischmop zu sehen. Dieses Motiv ziert auch das Plakat  der Bilderschau.

Von Sophia Schalapugin (11)  vom Gymnasium Nord (Frankfurt/Main) stammt dieses Bild.
Preise wurden vergeben

Wie aus einem Pressetext des Ministeriums zum Wettbewerb hervorgeht, wurden von der Jury 15 Hauptpreise, zwei Sonderpreise und kleinere Anerkennungspreise vergeben. Die 15 Gewinnerinnen und Gewinner des Hauptpreises bekommen ein Preisgeld von je 250 Euro. Die Klasse 1c der Grundschule in Limeshain und die Klasse 1c der Waldschule Tempelsee in Offenbach, die den Sonderpreis gewonnen haben, dürfen die Kinder-Akademie Fulda samt Begleitworkshop besuchen. Hierzu erhalten sie einen Fahrtkostenzuschuss.

Außerdem freuen sich weitere 25 Kinder und Jugendliche über einen Malkasten als kleine Anerkennung. Die Kinder der 2c der Carl-Anton-Henschel-Schule in Kassel bekommen 200 Euro für die Klassenkasse – sie haben ein vier Meter langes Gesamtkunstwerk gezeichnet. In diesem Jahr machten 170 allgemeinbildende Schulen, zwei Jugendkunstschulen sowie 108 Einzelteilnehmerinnen und -teilnehmer mit, heißt es abschließend in dem Pressetext.

Mit dem zugemüllten Meer  setzt sich  Tessa Kempkens (12) von der Paul-Gerhard-Schule (Hanau) auseinander.
Preisträgerinnen und Preisträger

Esad Demirkesen, Mathildenschule, Offenbach

Altersgruppe sechs bis acht Jahre: Jeremy Wessel, Diesterwegschule, Wiesbaden; Armin Momeni, Jugend-Musik- und Kunstschule, Maintal; Linus Guwen Jia, Frankfurt am Main; Damian Belda, Offenbach.

Altersgruppe neun bis zwölf Jahre: Lisa Gashi, Otto-Hahn-Schule, Hanau; Antonia Luisa Engelland, Grundschule Riedberg, Frankfurt am Main; Agatha Rohlenko, Pfungstadt; Charlotte Ernst, Eichgrundschule, Rüsselsheim; Sara Laura Miernik, Gymnasium Philippinum, Weilburg.

Altersgruppe 13 bis 16 Jahre: David Agladze, Solms; Sasha Rost, Ernst-Ludwig-Schule, Bad Nauheim; Ziheng Su, Frankfurt am Main; Choi Jiyoo, Schwalbach am Taunus; Lina Johanna Stutz, Frankfurt am Main.

Sonderpreise: Grundschule, Limeshain, Klasse 1c (26 Kinder); Waldschule Tempelsee, Offenbach, Klasse 1c (20 Kinder)

Kleine  Anerkennung für weitere Teilnehmer: Sechs bis acht Jahre: Mia Kupfer, Grundschule, Guxhagen; Louisa Gabriel, Ambachtalschule, Herborn-Burg.

Neun bis zwölf Jahre: Jana Timper, Kunstschule Kinder-Akademie Fulda; Bahar Canpolat, Mathildenschule, Offenbach; Sophia Schalapugin, Gymnasium Nord, Frankfurt am Main;  Dilara Ribic, Kunstschule Kinder-Akademie Fulda; Sophie Ruochen Tan, Bad Soden; Elisabeth Loos, Dieffenbachschule, Schlitz; Peter Nicklas Grehl, Frankfurt am Main; Marie Theismann, Bad Homburg; Tessa Kempkens, Paul-Gerhard-Schule, Hanau; Timo Schickling, Philipp-Reis-Schule, Friedrichsdorf; Evelin Dold, Frankfurt/Main.

13 bis 16 Jahre: Florin Wronka, Wiesbaden; Johanna Faubel, Albert-Schweitzer-Schule, Alsfeld; Kiana Weber, Kopernikusschule, Freigericht; Ziheng Su, Frankfurt am Main; Elisa Malorny, Kassel; Emily Lehmann, Albert-Schweitzer-Schule, Alsfeld; Amelie Semmler, Albert-Schweitzer-Schule, Alsfeld; Marie Cymmeh, Ernst-Ludwig-Schule, Bad Nauheim; Julius Kühl, Jugend-Musik- und Kunstschule, Maintal; Zara Divjaceva, Walter-Kolb-Schule, Frankfurt am Main; Emma Schäfer, Kaiserin-Friedrich-Gymnasium, Bad Homburg v. d. H.; Morina Flatra, Offene Schule Waldau, Kassel; Kleine Anerkennung für die Kinder der Klasse 2c der Carl-Anton-Henschel-Schule in Kassel.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Mathematikums zu sehen: Montag bis Freitag: 9 bis  17 Uhr, Wochenende und Feiertage: 10 bis 18 Uhr und  während der Schulferien Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr.

Titelbild: Ausstellungsbeitrag von Johann Faubel (16) von der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld.

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