Gedenken an die Opfer
An die Inhaftierten und Opfer des Konzentrationslagers „Katzbach“ erinnert der Geschichtsort Adlerwerke mit weiteren Organisationen und der Stadt Frankfurt am Main am 24. März 2026, dem Jahrestag der Auflösung des Konzentrationslagers und dem Beginn des Todesmarschs Frankfurt-Hünfeld.1616 Menschen inhaftiert
Das KZ-Außenlager war vom 22. August 1944 bis zum 24. März 1945 im Fabrikgebäude der Adlerwerke im Gallus untergebracht. Insgesamt wurden 1.616 Menschen hier inhaftiert und gequält. Die meisten von ihnen kamen aus Polen und wurden im Zuge des Warschauer Aufstandes verhaftet und deportiert. Etwa ein Drittel der KZ-Häftlinge starben in Frankfurt am Main, weitere nach der Verlegung in andere Konzentrationslager oder auf dem Todesmarsch, der am 24. März 1945 in Richtung Hünfeld startete, berichtet der Geschichtsort Adlerwerke in einer Pressemitteilung
Seit März 2022 erinnert mit dem „Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager“ eine Gedenk- und Bildungsstätte vor Ort im Erdgeschoss des historischen Backsteingebäudes mit verschiedenen Veranstaltungen und pädagogischen Angeboten an dieses lange verdrängte Kapitel der Frankfurter Stadtgeschichte.
Gedenkveranstaltung auf dem Hauptfriedhof
Ort des Gedenkens ist das Gemeinschaftsgrab der KZ-Häftlinge des KZ „Katzbach“ in den Adlerwerken auf dem Frankfurter Hauptfriedhof (Gewann E, Nr. 157). Im vergangenen Jahr wurde dort eine neue Gedenkstele errichtet, die alle Namen der in Frankfurt Ermordeten und Verstorbenen nennt.
„2025 haben wir das Gedenken in die Mitte der Stadtgesellschaft geholt. Durch die umfangreiche Veranstaltungsreihe, an der sich zahlreiche Orte und Gemeinden auf der damaligen Todesmarschroute beteiligt haben, sowie die zentrale Gedenkveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche, wurde das Thema tief im Bewusstsein der Frankfurterinnen und Frankfurter verankert. Viele wussten bis dahin vielleicht noch gar nicht, dass es in Frankfurt einmal ein Konzentrationslager gegeben hat. Es freut mich daher besonders, dass der Geschichtsort Adlerwerke sich seitdem noch weiter etablieren konnte und nach dem Besucherrekord im vergangenen Jahr auch weiterhin steigende Zahlen verzeichnet“, wird die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig in der Pressemitteilung zur die Bedeutung des 80. Jahrestages im vergangenen Jahr zitiert.
Wichtiger Ort des Gedenkens
Thomas Altmeyer, Leiter des Geschichtsorts Adlerwerke und des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945 erklärt: „Das Gemeinschaftsgrab der KZ-Häftlinge des KZ-Außenlagers „Katzbach“ ist ein wichtiger Ort des Gedenkens. Das wurde auch deutlich bei der Einweihung der neuen Gedenkstele im vergangenen Jahr, der zahlreiche Angehörige beiwohnen konnten. Gleichzeitig zeigt dieser Ort mit seinen verschiedenen seit 1948 entstandenen Gedenkzeichen auch das Ringen um die Sichtbarkeit und die Erinnerung an dieses Verbrechen mitten in Frankfurt.“
Rund um den Gedenktag sind folgende Veranstaltungen geplant: Gedenkstunde für die Opfer des KZ “Katzbach”, 24. März 2026, 15 Uhr, Hauptfriedhof Frankfurt am Main, Gewann E, Nr. 157.
Die letzten Zeugen: Musikalische Lesung mit Christoph Pütthoff (Schauspiel Frankfurt) und Susanne Kohnen, 24. März 2026, 19 Uhr,Gallus Theater, Kleyerstraße 15, 60326 Frankfurt am Main
Tag der offenen Tür mit Führungen zu unterschiedlichen Schwerpunkten, 29. März 2026, 12 bis 18 Uhr, Geschichtsort Adlerwerke, Kleyerstraße 17, 60326 Frankfurt am Main. 12 Uhr Die Geschichte des KZ „Katzbach“, 13.30 Uhr Das KZ und seine Nachbarschaft, 15 Uhr Lebensgeschichten der Inhaftierten, 16.30 Uhr Die Geschichte des KZ „Katzbach“ (bilinguale Führung Polnisch-Deutsch)
Titelbild: Die Gedenkstele mit allen Namen der in Frankfurt Ermordeten und Verstorbenen am Gemeinschaftsgrab der KZ-Häftlinge des KZ „Katzbach“ in den Adlerwerken auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. (Foto: Geschichtsort Adlerwerke)