KZ Adlerwerke

Gedenken an den Todesmarsch

In das Konzentrationslager mit dem Decknamen „Katzbach“ in den Frankfurter Adlerwerken waren von den Nazis 1616 Menschen verschleppt worden. Höchstens 140 haben überlebt. 1616 Menschen aus Frankfurt und Umgebung werden am Samstag, 19. März 2022, am Frankfurter Mainufer an die KZ-Insassen erinnern. Jeder trägt den Namen eines KZ-Häftlings auf einem selbstgemachten Schild.

Der Tag der Gedenkaktion ist der 77. Jahrestag der Auflösung des KZs. Am 16. März 1945 fuhr ein Todestransport mit Güterwagen von den Adlerwerken in das KZ Bergen-Belsen und am 24. März wurden die Gefangenen, die noch laufen konnten, auf einen Todesmarsch nach Hünfeld getrieben und von dort mit Güterwagen in das KZ Buchenwald gebracht. Die Befreiung Frankfurts am 28. März 1945 kam für die KZ-Häftlinge in den Adlerwerken zu spät.

Sieben mörderische Monate

Das KZ mit dem Decknamen „Katzbach“ bestand nur sieben Monate und war mörderisch. Vermutlich haben von diesen 1.616, meist aus dem Warschauer Aufstand Verschleppten nicht mehr als 120 bis 140 überlebt. Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof sind über 518 KZ-Häftlinge, die direkt im KZ ermordet wurden, begraben.

Die Gedenkaktion wird vom Verein Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim (LAGG) in Kooperation mit der Gedenkstätte „Geschichtsort Adlerwerke – Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager“, die am 25. März 2022 am historischen Ort eröffnet wird.

Um die Teilnehmer und die Passant vor Corona zu schützen, werden Abstände von 1,50 m eingehalten, womit sich eine 2,5 km lange Menschenkette ergibt, von der Friedensbrücke bis zur Flösserbrücke. Es wird eine virtuelle Kundgebung ab 14.30 über auf der Strecke verteilte Lautsprecher übertragen.

Wer spontan noch dazu kommen möchte, erhält von den Organisatoren am Zentralstand am Eisernen Steg ein Schild mit einem Zitat von Überlebenden über KZ und Todesmarsch.

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