Kneipp-Verein

Gesundheitstag zelebriert

Von Petra Ihm-FahleKneipptag5

Ein Mann geht zum Eingang der Bad Nauheimer Therme, doch vergeblich, das Bad hat seit Ende Dezember geschlossen. Schwimmer und Saunagänger bedauern das, aber auch der Kneippverein Bad Nauheim/Friedberg. Erneut wurde das deutlich, als der Verein seinen Gesundheitstag mit Programm rund um die fünf Kneippschen Säulen zelebrierte. Dr. Sigurd Scholze (Foto) wurde Super-Kneipp.

Diskussion um Zukunft des Thermalbades

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Rolf Koch berichtet über die Erfahrungen in Bad Endbach mit der Therme. (Fotos: Ihm-Fahle)

Als Gast des jährlichen Kneipp-Gesundheitstags lud Vereinsvorsitzender Dr. Lutz Ehnert unter anderem Rolf Koch (Landesverband) in die Trinkkuranlage ein. Koch stammt aus Bad Endbach, das in der Diskussion um die Zukunft des Bad Nauheimer Thermalbads schon oft zitiert wurde. Bad Endbach hat ebenfalls eine Therme; sie soll erfolgreich laufen und vor allem ihr Bau nur zwölf Millionen Euro gekostet haben. In Bad Nauheim sind 15 Millionen Euro angepeilt. „Wir standen in Bad Endbach vor der schwierigen Situation mit der Gesundheitsreform“, blickt Koch zurück. Als stellvertretender Bürgermeister der CDU habe er sich seinerzeit auf Messen informiert, welche Badestädte nach den Reformen eine gute Entwicklung nahmen. „Ich habe festgestellt, dass es die Thermalheilbäder sind“, blickt Koch zurück. Die Stadt habe nach Quellen gebohrt und stieß auf Heilwasser. „Wir haben die Therme 2009 eingeweiht. Die Parkplätze mussten schon dreimal erweitert werden.“ Es gebe eine komplette Fachabteilung Kneipp, die sehr gut frequentiert werde. Die Besucher kämen aus 100-150 Kilometern Entfernung, da die Stadt kreativ an die Gestaltung herangegangen sei, mit unter anderem Bäckerei- und Apotheken-Sauna. Die zwei Schwimmbecken sind laut Koch jeweils 25 Meter lang.

Unter den Zuhörern sitzen auch städtische Kommunalpolitiker, wie der CDU-Fraktionsvorsitzenden Manfred Jordis. Bis Ende September soll entschieden sein, ob sich Sprudelhof und Thermen-Neubau miteinander verbinden lassen. Was sich Kneipp-Chef Ehnert wünscht, ist die Umsetzung seines Konzepts Kneipp und Sole, womit Bad Salzuflen der Stadt bedauerlicherweise schon zuvorgekommen sei. Was der Doktor hingegen befürchtet, ist eine „Schmalspurlösung“. Bürgermeister Armin Häuser (CDU) steht offensichtlich aber auf seiner Seite, „wir werden weiter an dem arbeiten, was wir vorhaben: Kneipp-Heilbad zu werden“, sagt er.

Ohne Thermalbad kein Kneipp-Heilbad

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Auch im Wohnort von Dr. Sigurd Scholze spielt die Therme eine wichtige Rolle.

Zu Gast ist auch Dr. Sigurd Scholze (Kneipp-Verband Thüringen), der über die Geschichte seines Wohnorts Tabarz berichtet. Auch dort spielt die Therme eine wichtige Rolle: „Hätten wir das Thermalbad nicht, wären wir nicht Kneipp-Kurort und würden auch nicht Kneipp-Heilbad.“ Es sei schwierig, die Therme zu unterhalten, „die Energiekosten fressen uns fast auf“. Die Gemeinde setze auf Strom, Gas und Biostrom.

Pfarrer Kneipp „in den Herzen dabei“

Der Kneipp-Tag steht 2016 unter dem Motto „Work-Kneipp-Balance“. Mental Coach Klaus Stemmler hält einen Vortrag zur Inneren Ordnung; in allem, was man tut, solle man das richtige Maß finden. Ehnert gedenkt des kürzlich verstorbenen Gästeführers Werner Euler, der als Nachtwächters populär wurde, und auch den Pfarrer Kneipp gab: „Er ist in unseren Herzen mit dabei.“

Wer ist Super-Kneipp?
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Die Bad Nauheimer Köche sorgten für die Speisen.

Im Anschluss an die Reden steigt ein Unterhaltungsprogramm, mit Musik von der Münzenberger Stadtkapelle. Beim vergnüglichen Casting „Bad Nauheim sucht den Super-Kneipp“ tritt Ex-Stadtmarketingchef Ulrich Schlichtharle gegen Peter Wolff, Otto Seidel und Dr. Scholze an – Scholze macht das Rennen. Es gibt Essen von den Bad Nauheimer Köchen, ein Kinderprogramm, Zumba und eine Tanzvorführung, sowie Infos zu den Kräuterbeeten im Gesundheitsgarten. Erneut hat der Verein alle fünf Kneipp-Säulen abgebildet.

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