Letzte Sommerpreise
von Michael Schlag
Das sommerliche Preistief für Holzpellets geht zu Ende, die Lieferpreise bewegen sich jetzt leicht, aber kontinuierlich nach oben. Wer seinen Keller noch nicht für den Winter gefüllt hat, sollte besser nicht auf wieder sinkende Preise spekulieren, sondern bald bestellen, so die Markteinschätzung des Portals HeizPellets24.Moderates Preisniveau
Auch im August und September rechnet Geschäftsführer Oliver Klapschus mit starker Nachfrage, die spätsommerliche Bevorratung werde dann ihren saisontypischen Höhepunkt erreichen und das Preisniveau stützen. Auch in Mittelhessen ist die Tendenz zu erkennen, hier haben die ersten Pellethändler mittlerweile ihre Angebote auf über 300 € pro Tonne heraufgesetzt. Jetzt noch auf einen kontinuierlichen Preisrückgang im zweiten Halbjahr zu spekulieren – wie er 2024 zu beobachten war – „dürfte 2025 nicht von Erfolg gekrönt sein“, schreibt Klapschus, dieser untypische Preisverlauf werde sich wohl kaum wiederholen. Man entschließe sich jetzt besser zur Bestellung, das Preisniveau sei immer noch moderat, es liegt deutlich unter dem von 2022 und 2023. Im Übrigen biete die Ferienzeit üblicherweise entspannte Lieferbedingungen, bevor es zum Herbst hin im Brennstoffhandel hektisch werde.
Ausgeglichene Versorgung
Wenig Stress gibt es auch auf Seiten der Hersteller, „die Versorgungslage am Pelletmarkt zeigt sich bis auf Weiteres ausgeglichen“. Die heimische Produktion finde kontinuierlich Nachfrage, das schaffe Planungssicherheit für Säge- und Pelletwerke. Laut Erhebung des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) lag die deutsche Pelletproduktion im zweiten Quartal 2025 zum ersten Mal über einer Million Tonnen Holzpellets, die im Wesentlichen aus Sägenebenprodukten stammten. Wesentlich für das Marktgeschehen und für verbraucherfreundliche Preise sei die konstant hohe Nachfrage nach Holzpellets. Kurzfristige Preisturbulenzen beobachte man nur dann, wenn starke Schwankungen auf der Käuferseite oder exogene Schocks dem Pelletmarkt Probleme machten. Hohe Nachfrage bedeute aber nicht gleich steigende Preise, vielmehr schaffe sie am Markt eine gewünschte Kontinuität, so die Einschätzung des DEPI.
Geringer Neubau
Trotz staatlicher Förderung verharrt der Neubau von Pelletheizungen aktuell auf niedrigem Niveau. Im Rekordjahr 2022 wurden in Deutschland rund 125.000 Pelletkessel und Pelletkaminöfen installiert, dann brachen die Installationen im Zuge des Heizungsgesetzes massiv ein. Die Talsohle sei aber jetzt durchschritten, für 2025 rechnet das DEPI wieder mit 37.000 neuen Anlagen, das entspreche etwa dem Niveau von 2019. Potenzielle Käufer befänden sich eher in Wartestellung, solange noch nicht klar ist, was die kommunale Wärmeplanung für sie bedeuten wird. Diese soll im Sommer 2026 für alle größeren Gemeinden vorliegen, Gemeinden unter 100.000 Einwohnern haben bis Juni 2028 Zeit. Gut beraten waren übrigens die Leser des Landboten. Wer im Mai der Einschätzung des letzten Marktberichtes gefolgt war, der hatte gute Chancen, seinen Wintervorrat zum Jahres-Tiefpreis zu bekommen.
