Gerda Schmidt

Tatort Bett

Von Bruno Rieb

Es war der heikelste Dreh für Jutta Himmighofen-Strack in ihrer Rolle als Gerda Schmidt. In ihrer neuen Reihe „Gerdas Bettgeflüster“ ging es um die Tabuthemen häusliche Gewalt und sexuelle Gewalt. Dazu hatte sie sich gleich drei Frauen zum Gespräch ins Bett geholt.

„Jetzt reicht es!“

Susanne van Overbecke, Opferschutzkoordinatorin bei der Polizeidirektion Wetterau, Christa Mansky vom Frauennotruf und Claudia Taphorn von der Gleichstellungsstelle des Wetteraukreises schlüpften zu Gerda ins Bett. Sie wolle helfen, häusliche und sexuelle Gewalt aus der Tabuzone zu holen, kündigte Gerda an. Tabu ist das Thema besonders für betroffene Frauen. Die trauen sich oft nicht, kompetente Hilfe zu suchen. Die Gründe sind vielfältig: die Opfer schämen sich, Kinder sind im Spiel, es können materielle Verluste enstehen. Der Mann droht: „Ich finde dich überall“ oder er gelobt Besserung. „Es kommt die Honeymoon-Phase, der Kreislauf beginnt“, sagt van Overbecke. Oft seien es starke Frauen, die lange durchhalten. Es komme darauf an zu sagen: „Jetzt reicht es“. In den 20 Jahren, die sie sich nun beim Frauennotruf engagiere, sei es ihr nur einmal passiert, dass eine Frau gleich nach der erste Ohrfeige gesagt hat: „Es reicht.“

Beweise sichern

Opfer sexueller Gewalt können sich im Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim untersuchen lassen. Dort werden Beweise gesichert und ein Jahr lang bei der Rechtsmedizin in Gießen aufbewahrt. In dieser Zeit können sich die Frauen entscheiden, ob sie Anzeige erstatten.

Die Dreharbeiten im Friedberger Bettenhaus Descher. Von links: Claudia Taphorn, Christa Mansky, Jutta Himmighofen-Strack alias Gerda Schmidt, Susanne van Overbecke und Kameramann Ulf Berger. (Fotos: Bruno Rieb)

Die Dreharbeiten im Friedberger Bettenhaus Descher waren trotz des ernsten Themas recht locker. Bevor sich die Frauen zum Gespräch ins Bett legten, wurde der Ablauf kurz besprochen. Polizistin van Overbecke hatte zwar ihre Uniform dabei, wollte damit aber nicht ins Bett steigen. Wenigstens in Uniform durchs Bild laufen? Auch das wurde verworfen.

Gerda Schmidt hielt ihr loses Mundwerk, eigentlich ihr Markenzeichen, ziemlich im Zaum. Nur einmal brach es heftig aus ihr heraus. Sie hatte ihr Dekolletee hinter einem Tuch verborgen, damit niemand sagen könne, die Gerda sei „ein bisschen sehr freizügig“. Nun reißt sie das Tuch mit den Worten weg: „Aber mal ehrlich: Wenn ich einen Typ in einer engen Buxe sehe, habe ich dem schon mal ins Gemächt gegriffen? Ich kann mich beherrschen!“

https://www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de/

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