Gegen Naziaufmarsch

Aufrufe zur Gegendemo in Büdingen

Landrat Joachim Arnold (SPD) wünscht sich, dass möglichst viele demo2Wetterauer an der Gegendemonstration gegen den Naziaufmarsch am Samstag, 30. Januar 2016, in Büdingen teilnehmen. Auch der CDU-Politiker, Büdinger Ehrenbürger und frühere Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling ruft auf „Gesicht zu zeigen“ gegen die „verblendeten Neonazis“. Die Wetterauer SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl erklärt: „Wir sollten am Samstag alle gemeinsam friedlich und entschlossen gegen die braune Brut demonstrieren.“

Der Landrat

„Die Demokratie muss die Kundgabe auch von extremen Meinungen aushalten. Zugleich gehört es zu einer wehrhaften Demokratie aber auch, kundzutun, dass man entschieden gegen derartige Äußerungen ist“, heißt es im Aufruf von Landrat Arnold. Er erinnert daran, dass der 30. Januar 1933 der Tag war, an dem die Nationalsozialisten „mit Hilfe konservativer Kräfte“ die Macht übernahmen. Arnold würde sich freuen, wenn „möglichst viele Wetterauerinnen und Wetterauer an der Gegendemonstration teilnehmen, um zu zeigen, dass extremistisches Gedankengut keinen Platz in der Wetterau hat“.

Der Ehrenbürger

Christian Schwarz-Schilling erklärt: „Wir haben geschuftet, Arbeitsplätze geschaffen, Unternehmen gegründet und haben die Vertriebenen in unsere Region eingegliedert. Wir wollen uns all diese guten Dinge von diesen verblendeten Neonazis nicht kaputt machen lassen. Deswegen ist in solchen Situationen in der Tat gefordert, dass Büdingen und seine Bewohner Gesicht zeigen.“

Die Landtagsabgeordnete

Es sei kein Zufall, dass Neonazis am Jahrestag der Machtergreifung Hitlers aufmarschieren wollen, meint die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl. Das sei ein „unerträgliche Provokation“. Gnadl: „Es ist unsere Pflicht, uns dieser menschenverachtenden Ideologie immer und überall entgegenzustellen. Kommen Sie am Samstag nach Büdingen und zeigen Sie Gesicht.“

Die Antifa-Bi

Die Antifaschistische Bildungsinitiative (Antifa-Bi) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass der Fackelmarsch der Neonazis teilweise den selben Verlauf hat wie ein Fackelmarsch der Nazis 1933 in Büdingen. Damals seien annähernd tausend Nationalsozialisten „in schöner Ordnung durch die Neustadt, Vorstadt, Bahnhofstraße, Hindenburgstraße, Mühltor, Schloßgasse, Schloß und Obergasse zum alten Marktplatz gezogen“, zitiert die Antifa-Bi einen Bericht der „Büdinger Allgemeinen Zeitung“ vom 2. Februar 1933. Die Antifaschisten bedauern, dass das Verwaltungsgericht Gießen den Fackelmarsch der Neonazis erlaubt hat. „Seit 1990 haben Neonazis über 200 Menschen in Deutschland ermordet. Heute brennen wieder unzählige Flüchtlingsunterküfte“, mahnt die Antifa-Bi. Sie ist froh, „dass nun viele Menschen in Büdingen anfangen, sich gegen menschenverachtende Ideologien zu wehren und zu Protesten gegen den Fackelmarsch aufrufen.“

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