Fernbahntunnel

Pro Bahn sieht Vorteile

Ein Fernverkehrstunnel in Frankfurt könne Vorteile bringen, meint der Fahrgastverband Pro Bahn Hessen. Der Fern-, Regional- und Nahverkehr könne entflochten und und somit die die Pünktlichkeit gesteigert werden. Zudem könne „Spielraum für eine bedarfsangepasste und zwingend erforderliche Verdichtung bestehender und die Etablierung zusätzlicher Fahrten im lokalen und regionalen Pendlerverkehr auf der Schiene“ geschaffen werden, schreibt der Fahrgastverband in einer Stellungnahme zu dem Projekt.

Viel Potenzial

„Pro Bahn Hessen befürwortet die Umsetzung jeder technisch machbaren und finanzierbaren Variante eines Fernbahntunnels in Frankfurt am Main, der als Ziel hat, durch einen Infrastrukturausbau die betrieblichen Voraussetzungen zu schaffen, den für die Zeit nach 2030 vorgesehenen Deutschlandtakt der Bahn zu realisieren“, erklärt der Fahrgastverband. Der neu zu errichtende unterirdische Fernbahnhof (unter oder neben dem Hauptbahnhof) mache dringend benötigte oberirdische Trassen und derzeit nicht verfügbare Bahnsteigkanten frei für die Aufnahme zusätzlicher Nah- und Regionalverkehrszüge, ohne die der prognostizierte rasante Zuwachs des Personenverkehrs auf der Schiene in der Metropolregion Rhein-Main nicht bewältigt werden könne. Kein anderes denkbares Modell biete so vielfältige Möglichkeiten, den auf den Frankfurter Hauptbahnhof zulaufenden Regional- und Nahverkehr bedarfsgerecht und zukunftssicher auszubauen. „Der Pro Bahn Landesverband Hessen sieht in dem geplanten Fernbahntunnel eine Maßnahme mit viel Potenzial ergänzend zum verabschiedeten Infrastrukturprojekt Frankfurt-Rhein-Main-plus. Beide Vorhaben zusammen können einen nennenswerten Beitrag zum Erreichen der gesteckten Ziele zum Klimaschutz leisten“, heißt es in der Pro-Bahn-Stellungnahme.

Andere Projekte nicht gefährden

Das Projekt Fernbahntunnel dürfe aber im Bau und in der Planungsphase befindliche Maßnahmen von Frankfurt-Rhein-Main-plus, dem Nachfolgeprojekt von Frankfurt 21, weder zeitlich noch finanziell gefährden oder einschränken, warnt der Fahrgastverband und listet auf: Homburger Damm, sechsgleisiger Ausbau Frankfurt Hauptbahnhof – Frankfurt Stadion, zweigleisiger Ausbau der Umfahrungsspange F-Louisa, viergleisiger Ausbau Frankfurt Hauptbahnhof – Friedberg (dreigleisig weiter bis Gießen), viergleisiger Ausbau Frankfurt Hauptbahnhof – Hanau Hauptbahnhof – Wolfgang, das bereits im weitergehenden Verfahren befindliche Projekt „Regionaltangente West“, Entflechtung Gleisvorfeld Frankfurt Hauptbahnhof, Modernisierung und Erweiterung der Stationen Frankfurt (M) Südbahnhof und Stadion, Ertüchtigung des Korridors zwischen Frankfurt am Main (Stadion / Flughafen) und Mainz zur Fahrplanstabilisierung spwie Sanierung und Neugestaltung der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofs, um mehr Platz insbesondere für Umsteiger von / nach den S- und U-Bahnen zu schaffen. Der Betrieb im Hauptbahnhof Frankfurt (M) und der S- und U-Bahnen müsse während der Bauphase des Fernbahntunnels ohne Einschränkungen aufrechterhalten werden, fordert Pro Bahn. Die Projektstudien für eine Regionaltangente Ost und die Südtangente müssten mit Nachdruck weiterverfolgt werden. Mögliche Streckenführungen dürften nicht verbaut werden.

Aufwand und Risiken sind immens

Der Fahrgastverband warnt aber auch: „Aufwand und Risiken eines Tunnelbaus sind immens, die Dauer der Bauarbeiten nicht mit letzter Sicherheit kalkulierbar. Diese Parameter sollten bei umsichtiger Vorgehensweise beherrschbar sein.“ Bedenklich sei, den Fernbahntunnel ausschließlich in der Gemarkung Kaiserlei an das Bestandsnetz anzuschließen. Die südmainische Bahnstrecke über Offenbach nach Hanau sei bereits derzeit überlastet. „Daher sollten auch Überlegungen angestellt werden, die nordmainische Strecke mit einzubeziehen. Dies könnte entweder durch eine zusätzliche Ausfädelung als Ausweichverbindung zur südmainischen Streckenführung geschehen. Eine andere Variante wäre, den Fernbahntunnel ausschließlich im Bereich Frankfurt-Ost/ Fechenheim auf die nordmainische Strecke einzufädeln“, schlägt Pro Bahn vor.

Die Streckenführung des Fernverkehrstunnel dürfe den Bau eines weiteren Tunnels für den Lokal- und Regionalverkehr mit einer Bahnsteighöhe von 76 cm für die Führung der S7 und möglicherweise der elektrifizierten Königsteiner Bahn, Odenwaldbahn und Dreieichbahn sowie weiterer Strecken indes nicht ausschließen. Die Umsteigebedingungen und Wegstrecken zwischen den Gleisen 201 bis 204 des neuen Fernverkehrs-Tiefbahnhofs und den Gleisen 1a bis 24 sowie 101 bis 104 müssten auch für Reisende mit mehreren Gepäckstücken oder Personen mit Behinderung zuträglich und vom Zeitaufwand und der Entfernung her zumutbar gestaltet sein. Die Planungen für den Fernverkehrstunnel müssten mit zeitgleichen baulichen Veränderungen des Gleisvorfelds und der Verkehrsstation Hanau Hauptbahnhof einhergehen, mit dem Ziel, auch dort eine Entflechtung der Verkehre und eine Erhöhung der Geschwindigkeiten (Reisezeitgewinn) zu erziehen.

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