Frühe Falter

Frühlingsboten melden

Die frühen Schmetterlinge, die als Falter überwintert haben und nun wieder auf Futtersuche gehen, gehören zu den auffälligsten Frühlingsboten. Der Naturschutzbund (Nabu) Hessen ruft auf, bei der Mitmach-Aktion „Frühe Falter in Hessen“ sechs leicht zu erkennende Schmetterlingsarten zu melden, „um so zu erfahren, wie viele von ihnen noch durch Hessen flattern“, sagt der Nabu-Landesvorsitzende Gerhard Eppler.

Die heimischen Schmetterlinge sind in jedem Stadium ihrer Entwicklung an spezifische Umweltbedingungen gebunden: Für die Eiablage und als Nahrungsquelle für die Raupen sind bestimmte Pflanzenarten unabdingbar. Schmetterlinge seien deshalb herausragende Bioindikatoren. Sie signalisieren aufgrund ihrer Empfindlichkeit die Veränderung ihres Lebensraums. Je nach Falterart und Stabilität der Bestände können dadurch Erkenntnisse über die Ökosysteme und deren Vernetzung gewonnen werden. „Bei den eigentlich weit verbreiteten Arten, für die wir uns hier interessieren, wirkt sich vor allem der Lebensraumverlust durch die intensive, menschliche Nutzung aus. Und zwar sowohl in der Agrarlandschaft, als auch auf städtischen Grünflächen oder im heimischen Garten. Ein Feld also, dass uns alle betrifft und auf das wir alle einen Einfluss haben“, erläutert Eppler.

Viele Meldungen erwünscht

An der Falter-Aktion kann man sich auch ohne Vorwissen beteiligen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den leicht zu erkennenden Schmetterlingsarten Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Aurorafalter, Kleinem Fuchs, Admiral und Trauermantel. Es können aber auch weitere Arten gemeldet werden. „Je mehr Meldungen eingehen, desto genauer kann die aktuelle Situation der Falterbestände eingeschätzt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung es Nabu.

Gemeldet werden die Sichtungen ab dem ersten Auftreten bis zum 15. Mai 2022 ganz einfach über ein bebildertes Meldeformular auf Naturgucker.de. Das Formular ist über die Projektseite auf der Homepage des Nabu Hessen zu erreichen. Es ist dafür nicht erforderlich, sich für diese Meldungen zuvor zu registrieren. Wer den vollen Funktionsumfang des Nabu-Naturguckers nutzen möchte und zum Beispiel ergänzend zu seinen Beobachtungen Belegbilder hochladen möchte, muss sich kostenlos registrieren.

Schmetterlingsfreundlicher Garten

Wer gerne mehr Schmetterlinge im Garten hätte, der kann mit einfachen Mitteln viel für die flatternden Schönheiten tun. „Naturnahes Gärtnern mit heimischen Pflanzen, ein paar wilden Ecken und ohne Gift, das sorgt für einen vielfältigen Garten, der zum Beobachten einlädt“, sagt der Biologe Eppler. Sommerflieder, Zinnie, Phlox oder Kapuzinerkresse heißen einige der Nektar-Anbieter mit exotischem Flair. Daneben gibt es noch die heimischen Nektarlieferanten, wie Taubenskabiose, Nachtkerze, Wiesenflockenblume, Johanniskraut oder Rote Lichtnelke. Ihnen sollte der Schmetterlingsfreund besonderes Augenmerk widmen. Im Gegensatz zu den Exoten bieten die heimischen Pflanzen den Faltern eine Kinderstube – und ohne Raupen keine Schmetterlinge. Deshalb sollten Schmetterlingsfreunde bei Schatten spendenden Gartenbäumen, schützenden Hecken und Stauden auf heimische Arten wie den Weißdorn zurückgreifen. Wildkräuter wie Disteln, Brennnesseln, Sauerampfer und Weidenröschen, locken Tagpfauenauge, Kleinen Fuchs und Distelfalter in den Garten.

Auch beim Einkaufen kann man (Schmetterlings)Vielfalt unterstützen. Wer regionale, naturverträglich erzeugte Lebensmittel kauft, der unterstützt eine umweltverträgliche Landwirtschaft, die artenreiche, lebendige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen schafft.

Mehr Informationen zur Aktion und Artenportraits der Schmetterlinge unter: fruehefalterhessen

Tipps für den Schmetterlingsgarten: schmetterlingsschutz

Tipps für den insektenfreundlichen Einkauf: insekten-helfen

Titelbild: Tagpfauenauge (Foto: Nabu/ Frank Derer)

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