Corona in Mittelhessen

Viel mehr Fälle

Die steigende Zahl der Corona-Infektionen ist auch in Mittelhessen zu spüren. Und sie bringt den Landkreis Gießen liegt seit Mittwochabend, 7. Oktober 2020 in den gelben Bereich – gemessen an dem Eindämmungskonzept des Landes Hessen. Dies ist der Fall, wenn innerhalb von sieben Tagen mehr als 20 Neuinfektionen pro 100000 Einwohner erreicht werden.

Corona: 16 Neue Fälle in der Wetterau

Binnen eines Tages meldete der Wetteraukreis am 9. Oktober 16 neue Corona-Infaktionen – mehr als an jedem Tag der vergangenen Wochen. Neue Infektionen wurden aus Bad Nauheim (3), Büdingen (2), Butzbach (1), Florstadt (1), Friedberg (3), Glauburg (1), Karben (1), Münzenberg (1), Niddatal (1), Ober Mörlen (1) und Wöllstadt (1) gemeldet. Laut Landrat Jan Weckler sind jetzt auch wieder ältere und besonders gefährdete Menschen betroffen. In stationärer Behandlung befanden sich am Donnerstag elf Menschen, drei Personen werden intensivmedizinisch behandelt. Bislang sind mit der Corona-Infektion 13 Menschen im Wetteraukreis gestorben. Binnen einer Woche stieg die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner von elf auf 17.

Warnstufe Gelb im Kreis Gießen

Die Inzidenz des Landkreises Gießen beträgt aktuell 22,2 (76 aktive Fälle), teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit. Der Landkreis Gießen besteht aus fünf Teilräumen. Der Teilraum Ost (Grünberg, Hungen, Laubach und Lich) hat eine Inzidenz von 20,2 (14 aktive Fälle). Der Teilraum Nord (Allendorf-Lumda, Buseck, Lollar, Rabenau, Reiskirchen und Staufenberg) hat eine Inzidenz von 21,6 (14 aktive Fälle). Der Teilraum Süd (Fernwald, Langgöns, Linden und Pohlheim) hat eine Inzidenz von 22,1 (12 aktive Fälle).

Der Teilraum Gießen (Stadt Gießen) hat eine Inzidenz von 22,3 (28 aktive Fälle). Der Teilraum West (Biebertal, Heuchelheim und Wettenberg) hat eine Inzidenz von 26,3 (8 aktive Fälle). Der orange Bereich beziehungsweise die dritte Eskalationsstufe gemäß dem Eindämmungskonzept beginnt bei einer Inzidenz von über 35 und würde verpflichtende Einschränkungen mit sich bringen.

„Die zweite von fünf Eskalationsstufen im Landkreis Gießen löst noch keine beeinträchtigenden und einschränkenden Maßnahmen für das öffentliche Leben aus; es ist aber eine Warnung, kurz davor zu stehen“, sagt Landrätin Anita Schneider und fährt fort: „Die Ursachen für diesen Anstieg sind im Moment sehr unterschiedlich und reichen von Ausbruchsgeschehen in Fitnessstudios bis zu Familienfeiern. Aber auch Einzelfälle häufen sich, die nicht auf ein Ausbruchsgeschehen zurückverfolgt werden können.

Ab jetzt mehr Kontrollen

Als Konsequenz werden wir die Ordnungsämter auffordern, verstärkt Kontrollen durchzuführen und bei Meldungen auch mit dem Gesundheitsamt vor Ort das Geschehen zu verfolgen. Des Weiteren geben wir die Empfehlung, das Feiern im öffentlichen Raum auf 50 Personen und im privaten Raum auf 25 Personen zu begrenzen.“ Die Landrätin orientiert sich mit dieser Bitte für Teilnehmerzahlen an den Empfehlungen, die im Rahmen einer Pressekonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten erläutert wurden.

Weitere Maßnahmen betreffen auch die Arbeit des Verwaltungsstabes des Landkreises Gießen, der am Donnerstag,  8. Oktober 2020 seine 100. Sitzung seit Beginn der Corona-Pandemie abgehalten hat. Zum Beispiel werden seit dieser Woche regelmäßig Vertreter der hessischen Polizei zu den Tagungen des Stabes eingeladen. Das Gesundheitsamt arbeitet ebenfalls auf Hochtouren, da im Schnitt jeder Coronafall zehn Kontaktpersonen zur Nachverfolgung mit sich bringt. Das bedeutet zurzeit die Betreuung von knapp 800 Fällen.

Zwei bestätigte Coronafälle an Kita

Wie die Pressestelle des Landratsamts Gießen am Freitag, 9. Oktober 2020 berichtete, wurden  zwei Erzieher*innen der Kita „Am Eichelbaum“ in Gießen-Wieseck positiv auf das Coronavirus getestet. Alle Mitarbeiter*innen und Kinder, die am 1. und 2. Oktober in der Einrichtung waren, sind nun vorsorglich in Quarantäne, weil die Kita mit einem ‚offenen Konzept‘ funktioniert und daher alle Kinder Zugang zu allen Bereichen haben und die erhöhte Corona-Gefahr somit nicht auf einzelne Gruppen beschränkt werden kann. Die Kita bleibt deswegen bis zum 16. Oktober 2020 geschlossen. Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen betreut die Einrichtung samt Personal und betroffenen Familien. Weitere Kontaktpersonen werden ermittelt.

Am 9. Oktober wurde eine Reihentestung der übrigen 14 Erzieher*innen und zwei Reinigungskräften veranlasst. Die 62 betroffenen Kinder werden zunächst nicht auf das Coronavirus getestet. Ihre Eltern sind aufgerufen, bei Symptomen umsichtig zu handeln und sich an den Kinderarzt bzw. das Gesundheitsamt zu wenden. Sie stehen in Kontakt mit einer Fallermittlerin des Gesundheitsamts.

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