Corona-Epidemie

Mehr Infektionen in der Wetterau

Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Corona-Infektionen im Wetteraukreis liegt am 14. August 2020 bei 447, sechs mehr als am Tag zuvor. Am Donnerstag wurden vier Infektionen gemeldet. Die Neuinfektionen vom Freitag wurden aus Bad Vilbel (2), Butzbach (1), Karben (1) und Ortenberg (2) gemeldet.

So arbeitet das Gesundheitsamt

Die Zahl der aus der Quarantäne entlassenen Menschen stieg auf 377, drei mehr als am Vortag. Die Genesenen kommen aus Bad Nauheim(1), Gedern (1) und Wöllstadt (1). Aktuell sind im Wetteraukreis 57 Menschen mit Corona infiziert, meldet das Friedberger Gesundheitsamt. Sie befinden sich alle in häuslicher oder klinischer Quarantäne, zu allen hält das Gesundheitsamt engen Kontakt.

In stationärer Behandlung befinden sich 14. August 2020 aufgrund der Corona-Infektion zwölf Menschen, am Vortag waren es elf. Eine intensivmedizinische Behandlung ist in einem Fall notwendig. Bislang sind mit der Corona-Infektion 13 Menschen im Wetteraukreis gestorben.

In den letzten sieben Tagen stieg die Zahl der Infizierten im Wetteraukreis mit seinen 308 000 Einwohnerinnen und Einwohnern um 29. Die Inzidenz liegt im Kreis aktuell damit bei zehn. Das liegt noch unter der Schwelle für weitere Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung. Das Stufenkonzept der Landesregierung sieht ab 20 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage eine erhöhte Aufmerksamkeit, verstärkte Informationspflichten sowie bedarfsgerecht angepasste Maßnahmen vor. Ab 35 Neuinfektionen gelten strengere Kontaktbeschränkungen. Einrichtungen in denen das Virus aufgetreten ist, werden geschlossen, zusätzliche Klinikbetten werden geschaffen.

Ab 50 Neuinfektionen kommt es zu weitgehenden Einschränkungen. Einrichtungen und Betriebe müssen geschlossen, Zusammenkünfte untersagt und der Öffentliche Nahverkehr eingeschränkt werden. Ab 75 Neuinfektionen übernimmt dann zusätzlich der Krisenstab des Sozialministeriums in Wiesbaden die Steuerung der Maßnahmen.

Gesundheitsamt testet nur sparsam

Im Friedberger Gesundheitsamt gehen schon seit Februar die Uhren anders: Nicht mehr Medizinalaufsicht, Schuleingangsuntersuchungen oder ärztliche Gutachten stehen im Mittelpunkt, auch die Belehrungen für Menschen, die mit Lebensmitteln hantieren sind ausgesetzt. Alles folgt nun den Erfordernissen der Corona-Pandemie. Fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes Gesundheit und Gefahrenabwehr sind in irgendeiner Weise mit dem Thema befasst.

Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs nimmt einen Abstrich aus dem Mund der kleinen Julia. Sie erträgt die Prozedur tapfer. Foto: Wetteraukreis

Dem Ruf nach massenhaften Corona-Tests folgt Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs nicht. „Ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme und bedeutet, dass am heutigen Tag keine Infektion vorliegt. Das kann im nächsten Moment schon ganz anders aussehen. Der Nachbar im Bus kann einen anhusten oder die Übertragung erfolgt im Supermarkt, weil an der Kasse die Abstandsregeln nicht eingehalten werden.“

Medizinisch indiziert ist der Test nach Auffassung von Merbs, wenn Menschen klare Symptome haben oder aber zur Vermeidung weiterer Ausbreitung bei Menschen, die mit Infizierten direkten Kontakt hatten. „Wir haben in den letzten Wochen rund 700 Tests selber durchgeführt“, sagt Dr. Reinhold Merbs. Die meisten Tests würden dabei vom Hausarzt oder dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst vorgenommen. Nach einem Ausbruchsgeschehen in einer Kindertagesstätte hatte das Gesundheitsamt alle Kinder und die Erzieherinnen zum Test ins Bürgerhaus eingeladen.

Der Amtsarzt und die Ärztin Tanja Nies nahmen die Tests selber ab. Der Amtsarzt im sterilen Kittel mit Mundschutz, Face Shield und sterilen Handschuhen, die während der Prozedur immer wieder desinfiziert wurden. Der Abstrich erfolgt im Rachenraum, an beiden Wangenseiten sowie im hinteren Rachenraum, am Gaumen und in der Nase.

Danach wird das Wattestäbchen in eine sterile Flüssigkeit gegeben und dann zum Landeslabor nach Dillenburg gebracht. Der Abstrich kann Erbgut des Virus enthalten. In aufwändigen Verfahren wird das virale Erbgut durch einen empfindlichen molekularen Test nachgewiesen. Dafür verwendet das Testgerät das genetische Material der Probe in mehreren Zyklen. Durch den Einsatz fluoreszierender Stoffe kann man dann sehen, ob die gesuchten Gensequenzen des Virus vorliegen oder auch nicht. Das Ergebnis liegt dann nach wenigen Stunden vor.

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