Biowoche

Kartoffeln frisch vom Acker biowoche

Von Corinna Willführ

Ein Modell (jene auf dem Laufsteg sind gerade außen vor) zu sein, kann Vergnügen bereiten – und ist zugleich eine Aufgabe: Beispielhaft für andere zu zeigen, was sich in den verschiedensten Lebensbereichen zum Besseren verändern lassen könnte. Noch bis Sonntag, 4. September, tut dies die erste BioWoche in der Wetterau. Denn seit 2015 ist die Wetterau anerkannte Modellregion für ökologischen Landbau in Hessen. Ob die Betriebsführung beim „Bio-Hopper“, der Aktionstag im Bio-Markt oder der Projekttag zum Thema „Schule und Bauernhof – Wie geht das zusammen?“ Ein Besuch der Veranstaltungen wird sich lohnen.

BioWoche in der Modellregion bis 4. September

Allen Vegetariern und Veganern, die sich im städtischen Raum aufhalten und sich für alles, was „BIO“ ist, interessieren, wenn es auf der Speisekarte ihres liebsten Szene-Kochs steht, aber niemals auf einem Bauernhof waren, die Produktionsbedingungen wenigstens mal erlebt, geschweige denn erfahren haben, und was was diese für Tier, Pflanze und Mensch bedeuten und welche Wertschätzung letzterer – also der Mensch – bei verantwortungsbewussten Umgang seinem „Produkt“ entgegen bringt, bringen, seien die Veranstaltungen der Bio-Woche des Wetteraukreises besonders empfohlen. Im Übrigen: allen anderen auch.

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(Foto: Sputniktilt/Wikipedia)

Besuch beim Imker, Betriebsführung beim Pilz-Produzenten
Timothy Martin von Wehrle, Öko-Imker aus dem Taunus, bringt nie nicht eine einzige Imme um. Schließlich ist das Produkt der Tiere, denen seit mehr als 30 Jahren sein besonderes Interesse gilt: die Biene. Möglichst in hundertfacher Mehrzahl. Also den Bienen. Denn sie liefern ihm seinen Honig. Eine „Kleine Einführung in die Gestaltung seiner Öko-Imkerei“ gibt der Imker am Mittwoch, 31. August 2016, von 16 bis 17.30 Uhr. Treffpunkt ist an der Kaisergrube in Ober-Mörlen.
Von Wehrles „Einweisung“ ist eine kleine Führung im Freien: Beim Betriebsbesuch der MykoVital Heilpilze GmbH im Talweg in Limeshain erfahren die Teilnehmer der Führung sowohl wie Pilze angebaut werden (können) und wie sie als solche vermarktet werden können. Die Betriebsführung dauert von 11 bis 13 Uhr. Kosten: vier Euro pro Person. Anmeldung unter info@mykovital.de.
Wären da noch die Veranstaltungen „Erlebniswelt Bauernhof – Eintauchen und Mitmachen“, ein Projektnachmittag für Kinder von 15 bis 18 Uhr am Donnerstag, 1. September 2016. Gastgeber ist das Gästehaus-BioBauernhof „Im alten Hof“ in Nidda-Wallernhausen. Und die Probeverkostung „Die Apfelbiene und deren lokale Produkte“, am Freitag, 2. September, von 10 bis 18 Uhr im Regenbogen-Naturkost-Laden in Friedberg.

Produkte direkt vom Feld

Mein persönlicher Favorit zum Schluss: Die solidarische Landwirtschaft „Bunter Acker“ in Wallernhausen stellt ihre Projektinitiative vor. Ihr Titel „Die Feldküche – wir kochen auf dem Acker“. Zusammen mit der Solawi werden verschiedene Gemüsesorten direkt vom Acker geerntet. Und im Anschluss werden die Produkte zu einem schmackhaften Gericht verarbeitet und verzehrt. Möge die Feldküche, wie sie doch eher mit dem Notwendigsten für Soldaten in Kriegsgebieten assoziiert wird – eine neue Bedeutung bekommen. Eine in die Zukunft Weisende.
Die Feldküche, welche Assoziationen sich auch immer mit ihr verbinden, wird vegan und vegetarisch sein: Denn die Produkte kommen nur vom Feld, auf dem sie geerntet wurden. Nicht aus dem Stall. Vor allem nicht aus dem Restaurant. Könnte also sein, dass es nur Kartoffeln gibt. Die für Vegetarier wie Veganer ja gleichermaßen geeignet sind.

oekomodellregion.wetterau.de

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