Basketball 46ers

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von Jörg-Peter Schmidt

Basketball als Kunst – geht das? Nichts ist unmöglich; dies beweist zurzeit der Gießener Bundesligaverein „46ers“ auf bunte, fröhliche Weise unter dem Motto „Unsere Liebe ist Rot“.

Treffpunkte in Rot-Weiß

Kurz vor dem Saisonstart des Teams um Trainer Denis Wucherer (Sonntag, 4. Oktober, Heimspiel gegen MHP Riesen Ludwigsburg, 17 Uhr, Osthalle) sind bekannte Treffpunkte in der Innenstadt in den Vereinsfarben Rot-Weiß des fünffachen Deutschen Meisters getaucht oder mit großen Kunst-Basketbällen ausgestattet, beispielsweise am Kugelbrunnen.

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Timo Seibert und Andreas Härtel von der Grünberger Fachfirma Winkler kleiden die „Drei Gießener Schwätzer“ mit „46ers“-Shirts ein. (Fotos: Schmidt)

Auch die „Drei Schwätzer“ wurden in 46ers-Shirts „eingekleidet“, die von der Grünberger Fachfirma Winkler mittels Plastikfolien auf die Figuren der bekannten Bronzeskulptur aufgetragen worden sind. Zudem sind die 46ers-Werbeaufschriften beispielsweise an Gebäuden wie hoch oben auf dem Dachcafé-Hochhaus weithin sichtbar. Ob es auch künftig solche tollen Basketball-Kunstobjekte in der Sport begeisterten hessischen Universitätsstadt an der Lahn gibt? Das wäre einfach super!!!

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Eric James Palm (links) und Achmadschah Zazai am Kugelbrunnen, der künstlerisch mit Basketbällen ausstaffiert worden ist.

In der Bevölkerung kommt die Idee gut an, wie sich die Gießener Bundesliga-Spieler Achmadschah Zazai und Eric James Palm am Kugelbrunnen im Gespräch mit Gießener Bürgern aller Altersklassen selbst überzeugen konnten. Schon seit Beginn der „46ers-Woche“, die am 26. September 2015 begonnen hat und bis 3. Oktober 2015 läuft, haben sich Hunderte von Fans beteiligt: beispielsweise am Kickoff vor dem Rathaus. Auch hat sich die Mannschaft um Kapitän Anthony  DiLeo, der in der Vorsaison der Aufstieg in die Erste Liga (beko BBL) gelang, ihren Anhängern vorgestellt. Die Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz unterstützt stellvertretend für die Stadt Gießen die Aktion.

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Die Bundesliga-Spieler freuen sich über die Resonanz der „46ers-Woche“: Hier Achmadschah Zazai, der von Klaus Pradella ((HR) interviewt wird.

Am Mittwoch, 30. September 2015 ist etwas Besonderes angesagt: Dann bittet der Verein darum, Gießen in die Farbe Rot einzutauchen, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind – egal, ob man Jacken, Kappen, Mäntel oder Hüte trägt oder bei Regen den Schirm aufspannt. Man kann Fotos mailen, was man sich als Fan hierzu einfallen lässt (abschicken an: info@giessen46ers.de)

Soziale Projekte

Zur Aktionswoche gehören auch soziale Projekte wie beispielsweise Besuche in Altenheimen oder Geburtstationen: Über das weitere Programm der nächsten Tage kann man sich auf der Homepage des Traditionsvereins informieren (giessen46ers.de).

Zum Schluss keine gute Nachricht für alle Kunst- und Sportfreunde, die Fairness schätzen: Der große orange leuchtende Basketball, der auf dem Elefantenklo platziert worden war, ist in der Nacht zum Sonntag, 27. September 2015 von Vandalen zerstört worden, die allerdings von Zeugen beobachtet worden sind. Anzeige ist erstattet worden und die 46ers-Verantwortlichen um Geschäftsführer Heiko Schelberg bieten zusammen mit einem Sponsor eine Belohnung von 1500 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen können.

In Gießen lässt man sich die Vorfreude auf die Saison, in der man auch gegen Top-Vereine wie Bayern München, Brose Baskets Bamberg oder Alba Berlin antritt, nicht verderben. Kunst auf dem Spielfeld in den Sporthallen ist für die kommenden Monate ohnehin garantiert: bei spektakulären Würfen auf den Korb.

2 Gedanken zu „Basketball 46ers“

  1. PRESSEERKLÄRUNG

    Die Schwätzer in 46er-Rot. Darf man das?

    Nach den vielen umfassend informativen Artikeln um die 46ers und deren Präsenz in Gießen, dürfte nun jeder wissen: Die 46ers sind in der Bundesliga und ihre Liebe ist Rot. Rot? Ach so. Echte Liebe ist gelb und ihre Liebe ist Rot. Und wa(h)re Liebe eine TV-Sendung in den 90igern mit Lilo Wanders. Und die war … ? Egal.

    Ich freue mich wirklich, dass die Gießener Basketball-Mannschaft in der Bundesliga ist.
    Was den Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum betrifft, spielen sie eher auf Kreisliga-Niveau.

    Man muss sich nicht wundern, wenn man so aggressiv öffentlich auftritt, dass eine Gegenreaktion kommt!
    (Unter anderem: Artikel in der GA vom 8. Oktober 2015). Wundern muss man sich eher, warum niemand den Vandalismus (was für ein Wort, diskriminiert es doch ein Volk) an den Kunstwerken auf dem Seltersweg anprangert oder gar verfolgt. Aller Orten wird uns gerade Respekt und Toleranz abgefordert. Dies scheint in diesem Fall eher irrelevant.

    Offensichtlich hat niemand der Rot-liebenden-Initiatoren die Künstler (oder deren rechtlichen Nachfolger) um
    Zustimmung gebeten. Hier wurde offenkundig das Urheberecht verletzt. Nachfragen bei Herrn Seemann, Schöpfer
    der von so vielen Gießenern geliebten „Schwätzern“ ergaben, dass er dieser Verunstaltung niemals zugestimmt und auch niemand mit ihm diesbezüglich Kontakt aufgenommen hätte. Das Mindeste wäre nun eine Entschuldigung. Anfragen beim Management der 46ers blieben leider unbeantwortet.

    Und auch die Ver“ball“hornung des Kugelbrunnens von Ruth Leibnitz, die sich leider nicht mehr selbst zu Wort melden kann, ist vielleicht für den ein oder andern ganz lustig; es ist und bleibt aber Werbung. Und dies immer mit einem kommerziellen Hintergrund. Darf man diesen Kunstwerken dies antun? Hier fehlt einfach das Feingefühl für die Dinge. Es ist aggressiv und im höchsten Maße übergriffig.

    Genau so wie die Rot-Liebenden den Raub der „T-shirts“ reklamieren und sogar strafrechtlich verfolgen wollen, müsste auch mit der Sachbeschädigung und Verunglimpfung der Kunstwerke in der Gießener Innenstadt verfahren werden.

    Wer hat dies denn erlaubt? Wo sind all die Kulturbeflissenen Gießens?

    Würde man der Mona Lisa im Louvre ein rotes T-shirt aufkleben, wäre man sich aller Titelseiten sicher und schnell verurteilt. Abgesehen davon, dass dies aufgrund der Sicherheitseinrichtungen unmöglich wäre, würde wohl kein gesunder Mensch auf diese Idee kommen. Aber vielleicht geht es ja auch gerade darum, in aller Munde zu sein, egal wie platt und infantil das auch alles ist.

    Insofern spiele ich dieses Spiel sogar mit. Dennoch dürfen diese Übergriffe nicht unkommentiert bleiben.
    Letztlich hat die Rückmeldung von Herrn Seemann mich darin bestärkt dies auch öffentlich zu tun.
    Identifizieren sich doch so viele Gießener mit „seinen Schwätzern“.

    Ich wünsche den 46ern trotz misslungenem Start eine gute und erfolgreiche Saison und den Verbleib in der ersten Liga.

    Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen Kunst und Werbung!

    Volker Karl Schönhals
    Vorsitzender des BBK Hessen
    Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler

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