A 49

Der Widerstand wird gewürdigt

Den Widerstand gegen den Bau der A 49 zwischen Homberg/Ohm und Stadtallendorf würdigen das Demokratie- und Kulturforum Horlofftal, das Kino Traumstern und der Verein „künsLICH“ in einer Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Der Staat als Beschützer und Zerstörer?“

„Die A 49 ist ein verkehrspolitisches ‚Steinzeit‘-Projekt, ein Anachronismus in Zeiten, in denen eine Verkehrswende angesichts des Klimawandels endlich ernsthaft vorangetrieben werden muss. Der Autobahnbau verursacht Lebensraumzerstörung und ökologisches Grauen, vernichtet großflächig dem Klimawandel entgegenwirkende naturnahe Wälder, gefährdet Trinkasserressourcen einer ganzen Region, versiegelt Böden und zerstört landwirtschaftliche Anbaufläche“, heißt es im Flyer zu der Veranstaltungsreihe. Der Autobahnbau veranlasse die Staatsgewalt zum Kampf gegen die Bürger der Region und darüber hinaus und erschüttere damit das Vertrauen in den Staat und seine Organe. „Kollateralschäden“ seien Heimatverlorenheit, Wurzellosigkeit und Staatsverdrossenheit.

Die Zweifel werden genährt

Mit dem aktuellen Baustopp werde der Widerstand wieder präsent. Die Giftfunde auf dem Gelände einer der ehemals größten Sprengstofffabriken Europas auf der Autobahntrasse seien erwartbar gewesen. Sie bestätigten die Argumente gegen den Autobahnbau und verdeutlichten, wie die verantwortliche Politik sich über wissenschaftliche Erkenntnisse und Befürchtungen hinweggesetzt habe. Die Zweifel an der Sinnhaftikgkeit der Planung und der Rechtmäßigkeit der Genehmigung würden erneut genährt.

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe ist am Sonntag, 29. Mai 2022, um 12 Uhr im Traumstern der Film „Barrikade – Bilder einer Waldbesetzung“ zu sehen. Es schließt sich ein Gespräch mit Regisseur David Klammer an. Der Film begleitet die Klimaaktivisten, die im Oktober 2019 den Wald besetzt hatten und ein Jahr lang in Baumhäusern lebten. Die etwa 250 Besetzer leisteten mit Mitteln des zivilen Ungehorsams Widerstand, bis am 8. Dezember 2020 dann doch der letzte Baum mit dem letzten Baumhaus fiel. Der Film zeigt die Klimaaktivisten beim Bau der Baumhäuser in 25 Metern Höhe, zeigt sie, wenn sie über ihre Vorstellungen einer anderen, weniger konsumorientierten Gesellschaft sprechen und ist mittendrin, wenn das Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei in die Baumhäuser klettert, um die Menschen von den Bäumen zu holen.

Der Film „Die Autobahn – Kampf um die A 49“ ist vom 9. bis 14. Juni im Kino Traumstern zu sehen. Der Film von Klaus Stern und Frank Pfeiffer schildert, wie der Kampf um die Autobahn eine Gesellschaft spaltet. Im Dorf Wiera, 16 Luftkilometer vom besetzten Wald in Dannenrod entfernt, wird schon gerodet. Jeder 25. dort gefällte Baum gehört dem Produzenten Klaus Stern. Die Autobahn wird demnächst nur 700 Meter an dem Bauernhof seiner Eltern vorbei führen.

Klaus Stern und Frank Pfeiffer begleiten Befürworter der Autobahn, langjährige entschiedene Gegner und Besetzer, adlige Waldbesitzer, Polizisten und Minister während des Rodungs- und Bauprozesses. Besonders entschiedene Gegner des Autobahn-Neubaus waren die Grünen in Hessen. Sozusagen die DNA ihres Daseins war der Protest dagegen. Und nun muss ausgerechnet der grüne Verkehrsminister, nämlich Tarek Al-Wazir, diesen Autobahnbau mit seiner schwarz-grünen Landesregierung politisch durchsetzen.

„Kleinkunst als Antwort auf politisches und ökologisches Versagen“ gibt es schließlich am Donnerstag, 16. Mai, im „Dazwischen“ (ehemalige Gärtnerei Volz, Gießener Straße 5 in Lich. Auf dem Programm stehen Melodisches und Widerständiges mit der Band „Unerhört“, Geschichten aus dem bürgerlichen Widerstand mit Wolfgang Seim, eine Lesung aus dem „Danni-Buch“ mit Christa Seim und Szenen aus dem Widerstand mit dem „HinterHofTheater H2T“

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