Vogel des Jahres 2027

Nabu ruft zur Wahl auf

Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper oder Wasseramsel – wer wird Vogel des Jahres 2027? Der Naturschutzbund (Nabu) und sein bayerischer Partner LBV rufen zur Wahl des Vogels des Jahres 2027 auf und stellen die fünf Kandidaten zur Auswahl. Bis zum 15. Oktober 2026 darf gewählt werden.

Wichtige Naturschutzthemen

„Die Kandidaten zeigen, wie vielfältig unsere Vogelwelt ist: Trauerschnäpper und Mehlschwalbe ziehen im Winter nach Afrika, der Kranich nur eine kurze Strecke Richtung Süden, Kolkrabe und Wasseramsel leben ganzjährig bei uns“, erklärt der hessische NABU-Vogelexperte Bernd Petri. „So unterschiedlich sie leben, jeder der Kandidaten bringt ein wichtiges Naturschutzthema mit, das unsere Aufmerksamkeit braucht – darum hat jeder der fünf es verdient, gewählt zu werden.“

Seit 1971 küren die Naturschützer den „Vogel des Jahres“. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Zum Vogel des Jahres 2026 wurde das Rebhuhn gewählt. Hier die Kandidaten für 2027:

Die fünf Kandidaten

Kolkraben. (Foto: Frank Derer)

Der Kolkrabe (Corvus corax) ist aus vielen Märchen und Mythen bekannt. Der besonders intelligente und soziale Vogel gilt als Götterbote, Lichtbringer und Vermittler zwischen den Welten. Da die Paare ein Leben lang zusammen bleiben, wird er auch als Vogel der Treue bewundert. Weil manchen Menschen ihn nicht mögen, ist sein Leben durch Abschüsse und Vergiftungen bedroht. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Beide haben schwarz glänzendes Gefieder, einen dicken Schnabel und die Körpergröße eines Bussards. Der Kolkrabe ist damit der größte Singvogel der Welt. Sein Slogan: „Schwarze Federn, helles Köpfchen!“

Kranich. (Bildquelle: Wikipedia/Von Andreas Trepte – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39163967)

Mit seinem typischen Trompeten stellt sich der Kranich (Grus grus) zur Wahl. Der Zugvogel ist in vielerlei Hinsicht ein spektakulärer Kandidat. Mit bis zu 116 Zentimetern Körperhöhe ist er größer als ein Weißstorch. Seine eleganten Balztänze im Frühjahr und sein Zug in großen Keilformationen im Herbst sind Naturschauspiele, die jedes Jahr viele Menschen faszinieren. In vielen Ländern gilt er als Symbol für Glück, Liebe und Frieden. Weil er Feuchtgebiete zur Rast und Brut braucht, lautet sein Slogan: „Allzeit nasse Füße!“

Mehlschwalbe. (Bildquelle: Wikipedia/Von-Andreas-Trepte—Eigenes-Werk,-CC-BY-SA-2.5,-httpscommons.wikimedia.orgwindex)

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) ist ein kühner Luftakrobat und beliebter Frühlingsbote. Als Insektenfresser und Gebäudebrüter hat sie gleich zwei Probleme, die ihren Bestand gefährden: Durch den Insektenschwund hat sie weniger Nahrung zur Verfügung. Zudem werden ihre Nistplätze, Halbkugeln aus Lehm, die sie an die Außerseite von Häusern baut, oft entfernt, etwa bei Gebäudesanierungen. Die Mehlschwalbe ist laut Roter Liste gefährdet. Ihr Wahlkampfslogan lautet: „Auf gute Nachbarschaft!“

Trauerschnaepper. (Foto: Oskar Jungklaus)

Anders als sein Name vermuten lässt, ist der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) ein munterer Luftakrobat. Er fängt sein Futter oft im Flug von einer Sitzwarte aus. Doch Insekten gibt es immer weniger. Außerdem hat er ein Zeitproblem: Weil der Frühling durch die Klimakrise immer früher beginnt, geht der Trauerschnäpper oft leer aus bei der Suche nach geeigneten Bruthöhlen und Nahrung für seinen Nachwuchs. Wenn er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurück ist, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt und die Insektenentwicklung zum Teil weit vorangeschritten. Auch er ist gefährdet. Sein Slogan: „Mach Tempo fürs

Wasseramselbalz (Foto: Wilfried Martin)

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist der einzige einheimische Singvogel, der tauchen, schwimmen und sogar unter Wasser laufen kann. Ihr überwiegend braunes Gefieder ist sehr dicht und somit perfekt an die aquatische Lebensweise angepasst. Sie brütet vor allem in Mittel- bis Süddeutschland in der Nähe von geröllreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen im Wald- und Bergland. Ihr Nest baut sie in der Uferböschung oder in Mauerlöchern. Sie ist das ganze Jahr über zu beobachten und derzeit ungefährdet. Ihr Slogan: „Klarer Bach, klarer Fall!“

Der Vogel des Jahres 2027 kann bis zum 15. Oktober 2026 um 11 Uhr online unter www.vogeldesjahres.de gewählt werden. „Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben“, verspricht der Nabu.

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