Das Gewicht der Welt

Regisseur diskutiert in Butzbach

Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Folgen des Klimawandels nicht nur erforschen, sondern mit bedrohlichen Erkenntnissen auch persönlich umgehen müssen, das zeigt der Dokumentarfilm „Das Gewicht der Welt“ von Florian Heinzen-Ziob, der am Mittwoch, 23. September 2026 im Capitol des Butzbacher Filmtheaters zu sehen ist. Nach der Vorstellung spricht Regisseur Florian Heinzen-Ziob mit dem Publikum.

Handeln in der Klimakrise

Zu der Veranstaltung im Rahmen der Hessischen Dokumentarfilmtage LETsDOK laden die gemeinnützige Butzbacher Stiftung Kultur und politisches Bewusstsein und das Butzbacher Filmtheater ein. Regisseur Florian Heinzen-Ziob gibt Einblicke in die Entstehung des Films, in die gesellschaftliche Rolle der Wissenschaft in Zeiten der Klimakrise sowie in seine Begegnungen mit den Protagonisten. „Das Gewicht der Welt“ mache eindrucksvoll sichtbar, was es für Menschen bedeutet, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse nicht abstrakt bleiben, sondern zur Frage des eigenen Handelns werden, erklärt Lothar Jung, Geschäftsführer der Stiftung. „Gerade weil die Fakten zur Klimakrise auf dem Tisch liegen, müssen wir darüber sprechen, welche Verantwortung sich daraus für Wissenschaft, Politik und jeden Einzelnen ergibt. Den Film wollen wir deshalb im Sinne unserer gemeinsamen Reihe ‚Film und Gespräch‘ nicht nur auf der großen Leinwand des Capitols zeigen, sondern mit dem Regisseur und dem Publikum ins Gespräch bringen. Und darüber sprechen, wie aus Wissen gesellschaftliches Handeln wird“, sagt Jung.

Drei Wissenschaftler im Zentrum

Im Mittelpunkt von „Das Gewicht der Welt“ stehen drei Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler: Die Glaziologin Maria Hörhold untersucht am Alfred-Wegener-Institut jahrtausendealtes Eis. Der Mainzer Professor für Physikalische Chemie Sebastian Seiffert forscht und lehrt über Polymere. Die Molekularbiologin Nana-Maria Grüning arbeitet in Berlin und engagiert sich bei Scientist Rebellion. Alle drei erleben, wie die Klimakrise ihre Arbeit überschattet – und wie wissenschaftliche Erkenntnisse in Politik und Gesellschaft auf Verdrängung, Gleichgültigkeit oder offenen Widerstand stoßen.

Filmemacher Florian Heinzen-Ziob begleitet die drei auf unterschiedlichen Wegen aus dem Labor in die Öffentlichkeit: Sebastian Seiffert sucht auf Podien und öffentlichen Plätzen das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern. Maria Hörhold engagiert sich politisch; Nana-Maria Grüning beteiligt sich mit anderen Forschenden an Aktionen des zivilen Ungehorsams. Dabei interessiert sich der Film nicht allein für ihre Argumente, sondern ebenso für Zweifel, Erschöpfung, Anfeindungen und die schwierige Frage, wie sich wissenschaftliche Sachlichkeit, persönliche Gefühle und gesellschaftliche Verantwortung miteinander vereinbaren lassen.

Drei persönliche Geschichten

„‚Das Gewicht der Welt‘ ist weit mehr als eine weitere Bestandsaufnahme der Klimakrise. Dem Film gelingt es, abstrakte Modelle, Messwerte und Zukunftsszenarien in drei sehr persönliche, nahbare Geschichten zu übersetzen. Mit ruhiger Beobachtung und eindrucksvollen Kinobildern zeigt er Menschen, die um die richtige Haltung ringen“, schreibt die Stiftung Kultur und politisches Bewusstsein in einer Pressemitteilung.

Florian Heinzen-Ziob. (Foro: privat)

Florian Heinzen-Ziob arbeitet als Regisseur und Produzent. Er studierte Medienkunst und Filmregie an der Kunsthochschule für Medien Köln. Zu seinen früheren Arbeiten gehören unter anderem „Dancing Pina“, „Klasse Deutsch“ und „Original Copy“.

„Das Gewicht der Welt“, Mittwoch, 23. September 2026, 19 Uhr, Capitol Butzbach, Rossbrunnenstraße 3, 35510 Butzbach. Eintritt: 9.35 Euro. Karten gibt es online hier https://kino-butzbach.de/film/das-gewicht-der-welt/?showtime=900

Titelbild: Szene aus der Dokumentation „Das Gewicht der Welt“. (Foto: Mindjazz Pictures)

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