Wirtschaftsforum

Wetterauer Handel in der Corona-Krise

Von Corinna Willführ

Das Wirtschaftsorum Wetterau befasst sich in einer Online-Veranstaltung am Mittwoch, 24. Februar 2021, mit der Situation von Handel und Dienstleistern in der Corona-Krise. Es geht auch darum, wie das Internet Handel und Dienstleister stärken kann.

„Die Verkaufsstellen des Einzelhandels sind für den Publikumsverkehr zu schließen. Ausnahmen sind für die Grundversorgung der Bevölkerung vorgesehen. Bei Mischwarenläden entscheidet der Schwerpunkt im Sortiment. Handelt es sich überwiegend um ein erlaubtes Sortiment, darf das Geschäft insgesamt geöffnet bleiben und darf Waren des gesamten Sortiments verkaufen. Andernfalls muss das Geschäft schließen. Über eine Grundversorgung hinausgehende Sortimentserweiterungen sind nicht gestattet. Aktuelle und spontane Sortimentserweiterungen zur Generierung eines neuen Verkaufsschwerpunktes stellen einen Umgehungstatbestand des bestehenden Verbotes dar und sind daher untersagt.“ So zu lesen auf der Homepage der Hessischen Landesregierung am 19. Februar 2021.

Am kommenden Mittwoch, 24. Februar 2021, wird beim Wirtschaftsforum Wetterau, einer Online-Veranstaltung der Wirtschaftsförderung mit Sitz in Friedberg, die aktuelle Situation in der Corona-Krise erörtert und die Zukunft für Handel und Dienstleister eruiert.

Innovative Vertriebskanäle

Online-Handel oder Ladengeschäft? Das muss kein Widerspruch sein, ganz im Gegenteil. Darauf will die Wirtschaftsförderung Wetterau (wfg) bei ihrer nächsten Veranstaltung hinweisen: »Wie Online-Kanäle stationären Handel und Dienstleistungen stärken« ist das »Wirtschaftsforum Wetterau 2021« überschrieben. Zu dieser digitalen Veranstaltung sind vor allem Händler, Dienstleister und Kommunen, aber auch andere Interessierte für Mittwoch, 24. Februar, um 18 Uhr eingeladen.

Leerstand. (Foto: Willführ)

„Der stationäre Handel und die Dienstleistungen vor Ort sind von den pandemiebedingten Einschnitten besonders deutlich und unmittelbar betroffen, heißt es in der Ankündigung der wfg. »Zahlreichen Gewerbetreibenden ist durch die behördlich notwendigen Einschränkungen teilweise die gesamte Geschäftsgrundlage entzogen worden«, so Oliver Schmidt, Projektmanager der Wirtschaftsförderung Wetterau.

Auf die Angebote und Hilfen, die es für betroffene Betriebe, Firmen und Unternehmen gibt informiert die wfg regelmäßig auf ihrer Homepage und über ihren Newsletter. Nun sollen, so Oliver Schmidt, „Betroffene zu Wort kommen, die neue Wege gehen, um in der Krise zu bestehen.“ Zuvor wird der Projektmanager die aktuelle Situation in der lokalen Wirtschaft und aktuelle Unterstützungsprogramme vorstellen, etwa die sogenannte Novemberhilfe. Schmidt wird auch „Online-Schaufenster-Lösungen“ vorstellen, bei denen Produkte und Dienstleistungen online abgebildet werden. Schmidt: „Das funktioniert, aber wir wollen einen Schritt weitergehen und besondere, innovative Beispiele von Online-Kanälen vorstellen.“ Denn aus Sicht der Wirtschaftsförderung böten sowohl der stationäre wie auch der Online-Handel Vor- und Nachteile für ihre Kundschaft. „In einer Synergie und zunehmenden Hybridisierung sehen wir das Potenzial der regionalen Anbieter, sich auch langfristig gegenüber den reinen Online-Häusern zu behaupten“, sagt Schmidt.

Anwender berichten von ihren Erfahrungen

Ein Standpunkt, den auch Dr. Shyda Valizade-Funder. Die Professorin der Technischen Hochschule Darmstadt referiert beim digitalen Wirtschaftsforum über „Online-Plattformen und digitale Vertriebswege mit Mehrwert für Anbieter und Kunden“ referieren. Wie das in der Praxis funktioniert wird anschließend am Beispiel von zwei Online-Plattformen vorgestellt: „zircl.de“ aus Friedrichsdorf, wo mehr als 200 Unternehmen vertreten sind, und „regyonal.de“ aus Hungen mit mehr als 400 Firmen und Betrieben. Beide Plattformen bieten aus Sicht der wfg „einen niedrigschwelligen Einstieg für Händler und haben aus unserer Sicht ein langfristiges Potenzial“, ist Schmidt überzeugt. „Aus diesem Grund werden an diesem Abend nicht nur die die beiden Geschäftsführer Daniel Gal (GAL Digital GmbH – regyonal) und Philipp Jones (Zircl GmbH – zircl.de) zu Wort kommen und die Besonderheiten ihrer Plattformen vorstellen. Vor allem sollen Anwender von ihren Erfahrungen berichten. »Wir möchten Erfahrungen und Lösungsansätze aufzeigen – insbesondere aus der Perspektive der betroffenen Unternehmen und Kommunen«, sagt Schmidt. Über „Erfahrungen und Lösungsansätze einer Kommune zur Stärkung der lokalen Wirtschaft“ spricht Monika Jost, Wirtschaftsförderin der Stadt Friedrichsdorf. Unternehmer Jochen Ruths, der in Friedberg das gleichnamige Modehaus betreibt, eine eigene Online-Plattform für das Geschäft unterhält, zugleich aber auch an „regyonal“ angebunden ist, wird seine Erfahrungen mit der „Mischung“ aus Online-Bestellung und -Beratung (Video-Telefonie) und dem Einkauf/der Abholung vor Ort erläutern. Ruths nimmt an der Video-Konferenz auch in seiner Funktion als Präsident des Hessischen Einzelhandelsverbandes und Vizepräsident der IHK Gießen-Friedberg teil. „So wird er u.a. die Herausforderungen der Digitalisierung und die langfristigen Auswirkungen von Corona auf den lokalen Handel in den Fokus nehmen“, so die Ankündigung.

Bevor in „zwei digitalen Räumen“ die Teilnehmer mit den Referenten in Kontakt treten können, werden Bernd-Uwe Domes und Klaus Karger, die beiden Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau, auf die Bedeutung der Stadtentwicklung „Innenstädte sind wichtig für das Gesicht einer Stadt“ hinweisen und dabei das Förderprogramm „Lebendige Zentren“ vorstellen, in dem sich bereits zehn der 25 Wetterauer Kommunen befinden.

Titelbild: Leere Innenstädte als Zeichen der Krise: Der stationäre Handel ist von den pandemiebedingten Einschnitten besonders betroffen. (Symbolbild: Wirtschaftsförderung Wetterau)

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