Filmvorführung mit Diskussion
In seinem neuen Dokumentarfilm „Whistleblower“ begleitet der preisgekrönte Regisseur Marc Bauder Hinweisgeber aus Afrika, Europa und den USA, die Korruption und Machtmissbrauch aufdecken und dafür eingeschüchtert und verfolgt werden – und die Journalisten, die ihre Quellen schützen und aus brisanten Informationen Enthüllungen machen. Der Film ist am 16. November 2026 im Butzbacher Kino in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Stiftung Kultur und politisches Bewusstsein in der Reihe „Film und Gespräch“ zu sehen. Nach der Vorführung spricht Moderator Michael Krause mit dem Vorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) Hessen Knud Zilian darüber, was Hinweisgeber und Journalisten verbindet.Hohes Risiko
„Demokratie lebt davon, dass jemand das Licht anknipst, wo andere es lieber dunkel hätten. Whistleblower tun das unter großem persönlichem Risiko – aber das Licht leuchtet erst, wenn freie und unabhängige Medien es weitertragen können. Darum gehören Hinweisgeber und Journalisten zusammen, und darum brauchen beide Achtung und Schutz“, wird Lothar Jung, Leiter der Stiftung Kultur und politisches Bewusstsein in einer Pressemitteilung zitiert.
„Wer Whistleblower werden will, braucht ein gewisses Maß an Freiheit.“ Mit diesem Satz einer anonymen Quelle beginnt der Film, der in eine Welt führt, in der Vorsicht überlebenswichtig ist. Über drei Jahre hat Marc Bauder Menschen begleitet, die Missstände öffentlich machen, und jene, die sie schützen oder verfolgen. Entstanden ist nach seinen Worten der erste Film, der nicht eine einzelne Enthüllung erzählt, sondern die Mechanismen des Whistleblowings selbst. Im Zentrum stehen etwa der kongolesische Banker Jean-Jacques Lumumba, der Korruption in seiner Heimat aufdeckte und heute unter Drohungen im französischen Exil lebt, und ein früherer NSA-Analyst, der die Tötung Unschuldiger bei Drohnenangriffen publik machte. Zu Wort kommen auch Delphine Halgand-Mishra von The Signals Network, die zwischen Hinweisgebern und Redaktionen vermittelt, sowie Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, die Journalisten hinter den „Panama Papers“. Ihnen gegenüber stehen Lobbyisten, Regierungen und Geheimdienste, die Hinweisgeber einschüchtern und diffamieren. So entsteht ein Film über Vertrauen, Mut und Zivilcourage – und über die Frage, was es kostet, das eigene Gewissen nicht zum Schweigen zu bringen.
Garanten der Demokratie
Der Film zeigt: Ein Whistleblower allein bewirkt wenig. Erst wenn eine Redaktion Informationen prüft, einordnet und die Quelle schützt, wird aus einem Hinweis eine Enthüllung. Wo Hinweisgeber das Risiko tragen, tragen Journalistinnen und Journalisten die Verantwortung – für Sorgfalt, Quellenschutz und den Mut, unbequeme Wahrheiten öffentlich zu machen. Genau hier setzt das Podiumsgespräch an. Knud Zilian vertritt als Erster Vorsitzender des DJV Hessen mehr als 2.000 Journalistinnen und Journalisten und setzt sich für Meinungs- und Pressefreiheit ein, die er als Garanten der Demokratie bezeichnet. „Im Podiumsgespräch soll das Gesehene aus journalistischer Sicht eingeordnet werden: Wie arbeiten Redaktionen mit vertraulichen Quellen, und was gibt Hinweisgebern den Mut, sich ihnen anzuvertrauen – bis hin zur Frage, wie gut sie hierzulande geschützt sind? Im Mittelpunkt steht dabei, was Whistleblower und freie Medien für die Demokratie leisten“, heißt es in der Pressemitteilung zu der Veranstaltung. Moderiert wird der Abend von Michael Krause, der die Reihe „Film und Gespräch“ gemeinsam mit Kino und Stiftung kuratiert und betreut und selbst seit rund 30 Jahren Mitglied im DJV Hessen ist. „Fragen und Eindrücke aus dem Publikum sind ausdrücklich willkommen“, heißt es in der Einladung.
„Whistleblower“, Dokumentarfilm von Marc Bauder, Deutschland 2026, ca. 90 Min, Montag, 16. November 2026, 19.00 Uhr, (Film ca. 90 Min.), Kino Capitol, Rossbrunnenstraße 3, 35510 Butzbach. Eintritt: 9.35 Euro. Karten gibt es an der Kinokasse während der Öffnungszeiten sowie online unter www.kino-butzbach.de.
Titelbild: Wenn aus einem Hinweis eine Recherche wird: Die „Panama Papers“-Journalisten Frederik Obermaier (links) und Bastian Obermayer prüfen in Marc Bauders Dokumentarfilm „Whistleblower“ neue Informationen einer Quelle. Szenenbild aus „Whistleblower“. (Bildquelle: Realfiction Filmverleih)
