WER ÜBERNIMMT TEGUT?

Erleichterung in Staufenberg

von Jörg-Peter Schmidt

Bekanntlich gibt das Handelsunternehmen Migros (Schweiz) die Tegut-Filialen in Deutschland auf. Der Grund: Umsatzverluste. Wie aber geht es bei diesen Supermärkten weiter? Ein Beispiel: In Staufenberg bei Gießen gibt es Aufatmen. Der Standort bleibt erhalten. Tegut wird Anfang November von Edeka übernommen.

Mehrere Unternehmen beteiligt

Das Foto zeigt die Tegut-Zentrale  in Fulda. (Foto: Wikipedia, Gerd Fahrenhorst)

Andere Tegut-Einkaufsmärkte werden künftig ebenfalls zu Edeka oder zu Rewe, Netto oder „Tante Enso“ gehören. Es gibt aber auch Filialen, die noch keinen Käufer gefunden haben.

Zurück zur Tegut-Situation in der Staufenberger  Porstendorfer Straße.  Am Samstag, 17. Oktober morgens  war die Erleichterung nicht nur bei der Kundschaft, sondern auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Nahversorgers zu spüren.  Es ist davon auszugehen, dass das Personal übernommen wird. Und auch der Bäckerladen bleibt erhalten (Spezialität: „Oppa-Ewald“-Brot). Es hatte schon Gerüchte gegeben: Statt Tegut bekommen wir jetzt einen „Späti“.

Platzsturm etwa in Bad Vilbel

Rabattaktionen bei Tegut haben an einigen Standorten zum „Platzsturm“ geführt, nicht aber in Staufenberg, wo aber auch verschieden Regale schon leer sind.

Entweder vor der Kasse oder im Café direkt vor der Backwaren unterhalten sich die Leut’ im Markt. Sie ziehen Bilanz, waren gern bei Tegut, fanden dort, was sie brauchten.  An einem anderen Tisch hört man es flüstern: Aber von der Fischtheke kam schon mal ein sehr intensiver Geruch herüber, „ist jetzt aber besser geworden.“ Wenn man das Thema Fischgeruch aufgreift, gibt es unterschiedliche  Meinungen. Für Fischallergiker war diese Situation eine Katastrophe, für andere Kunden wiederum ein Anreiz, Fisch zu kaufen.

Gab es in den vergangenen Tagen einen Platzsturm wie bei Fußballspielen bei Tegut in Staufenberg, weil ja  jetzt verschiedene Produkte günstiger verkauft werden? In Staufenberg nicht, aber an verschiedenen anderen Orten wie in Bad Vilbel, wie Hit Radio FFH meldet. Wegen der Rabatte von 50 Prozent waren die Menschenmassen im Markt so groß, dass am Donnerstag, 15. Oktober um 19 Uhr geschlossen werden musste. Ähnlich war die Lage in Bad Hersfeld, berichtet FFH weiter.

Aber einige Staufenberger murren dennoch

In Staufenberg sind zwar einige Regale bereits leer, aber der ganz große Kundenansturm blieb, wie erwähnt, bis jetzt aus. Um klarzustellen , dass derzeit hier nicht alle Produkte günstiger zu kaufen sind, hat die Geschäftsleitung am Eingang ein Schild angebracht: „Wir sind keine Ausverkauf-Filiale“.

Ende Oktober schließt Tegut in Staufenberg. Es gibt dort einige Tage lang Umbauten, bevor so um den 5. November Edeka neu eröffnet wird, was viele, aber nicht alle Menschen in der oberhessischen Stadt erfreut. Man hört auch Murren: Warum wiederum ein Einkaufmarkt, wo es hier doch direkt nebeneinander  bereits Rewe, Norma,  Rossmann und an Donnerstagen den Wochenmarkt gibt?! Man hätte doch in die Tegut-Räume einen Baumarkt integrieren können. Oder ein Geschäft für Waren und Nahrung für Tiere, sagen die Leut’.

Die Diskussion um die Tegut-Schließungen hält also an. Nicht nur in Staufenberg.

Wer über Übernahmen informiert

Wer wissen möchte, welche Tegut-Filialen von wem übernommen werden, findet zahlreiche Einträge im Netz. Auf Anfrage bei Migros erhielt der „Landbote“ eine Liste von Filialen, die Edeka übernimmt:https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Publikation/DE/Pressemitteilungen/EDEKA_tegut.html?nn=52004

Unter hessenschau.de erfährt man, welche Tegut-Märkte Rewe in Hessen übernimmt.

Titelbild: Tegut in Staufenberg schließt bald, jedoch bleibt der Standort erhalten. (Foto: Jörg-Peter Schmidt).

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