Verkehrspolitik

Mailflut gegen Abwrackprämie

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ruft dazu auf, mit einer „Mailflut“ an die Bundestagsabgeordneten gegen Kaufanreize für neue Abgasautos zu protestieren. „Fordern Sie die Abgeordneten auf, dass sie den Forderungen der Autolobby nicht nachgeben“, heißt es in dem Aufruf.

Abwrackprämie 2009 war ein Flop

Die Autoindustrie fordere lautstark, dass der Staat den Kauf von Autos mit Steuergeldern fördern soll, erklärt der VCD. Der unter der Corona-Pandemie leidende Absatz solle wieder angekurbelt und die Beschäftigung in der Branche gesichert werden. Die Bezeichnung „Abwrackprämie“ werde dabei „tunlichst vermieden“. Stattdessen sei von einer Innovations- oder Startprämie die Rede. Doch wie schon 2009 gehe es im Kern darum, Bürgern den Kauf eines neuen Autos schmackhaft zu machen. In den Genuss dieser Prämie sollen aber nicht nur Käufer eines Elektroautos kommen, sondern auch von umweltschädlicheren Benziner- und Dieselmodellen.

Die Abwrackprämie 2009 hat sich laut VCD als Flop erwiesen. Zwar sei die Zahl der Verkäufe 2009 von 3,3 Millionen im Vorjahr auf 3,8 Millionen gestiegen, aber schon ein Jahr später sei der Absatz auf 2,9 Millionen eingebrochen, weil Autokäufe nur vorgezogen worden waren. Ausländische Hersteller hätten mehr von der Prämie (2500 Euro) profitiert als deutsche und der Gebrauchtwagenmarkt sei eingebrochen. Durch die Abwrackprämie seien zwar kleinere und günstigere Autos gekauft worden, der Kohlendioxidausstoß sei aber insgesamt kaum gesunken. Auch die Herstellung eines Autos verbrauche viel Energie. Es sei deshalb umweltpolitisch unsinnig, ein Auto früher als nötig zu verschrotten.

Trend geht zu Elektroautos

Die Autohersteller und ihr Branchenverband VDA werben laut VCD damit, dass Benziner und Diesel-PKW der aktuellen Abgasnorm umweltfreundlich seien und deshalb gefördert werden sollten. Auf dem Papier würden diese Autos zwar weniger Schadstoffe wie Partikel und Stickoxide ausstoßen. Ergebnisse aus Messungen im Alltagsbetrieb zeigten aber, dass in einigen Fahrsituationen die Abgasgrenzwerte zum Teil um ein Mehrfaches überschritten werden, erklärt der Verkehrsclub. Während der Absatz von Benzinern und Dieseln zurückgegangen sei, seien in Deutschland seit Jahresbeginn so viele Elektroautos und Plug-In-Hybride verkauft worden wie nie. Aktuelle Umfragen würden zeigen, dass sich immer mehr Autofahrer einen Umstieg auf Elektroautos vorstellen können. Steige der Anteil von Elektrofahrzeugen bei den Neuzulassungen, helfe das den Herstellern, die Kohlendioxidvorgaben für ihre Flotten bis 2021 zu erfüllen. „Den Absatz von Verbrennern weiterhin zu fördern, ist deshalb kontraproduktiv“, so der VCD.

Eine Anleitung für die E-Mails an die Bundestagsabgeordneten gibt der VCD hier vcd.org/jetzt-unterstuetzen/aktiv-werden/nein-zur-abwrackpraemie/

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