Theater Altes Hallenbad

Saal wird besser ausgestattet

Der Umbau des Alten Hallenbades in Friedberg zum Theater geht weiter: Nun wird der Saal deutlich besser als bisher für kulturelle Veranstaltungen ausgestattet.

Nur Stunden nach dem letzten Applaus zu „Figaros Hochzeit“ rückte diese Woche die Aufräum-Truppe ins Alte Hallenbad ein. Ein gutes Dutzend Helfer entfernte alle Requisiten und Einbauten aus dem ehemaligen Schwimmsaal an der Haagstraße 29. Er wird in den nächsten Monaten nämlich weiter für den Kulturhaus-Betrieb ausgerüstet. Parallel dazu laufen die Planungen für den Kulturbetrieb in der Umbauphase. Er startet am 3. September mit einem Konzert des Klezmer Connection Trio.

Aufzug zur Galerie

Viermal brachte das mehr als 20köpfige Ensemble der OperAha die Mozart-Oper über den listigen Figaro, seine patente Susanna und den windigen Grafen Almaviva auf die Bühne. Das Publikum hat die Inszenierung offenbar genossen. Selbst zur letzten Vorstellung am brütend heißen Sonntag füllte es den Saal komplett – und applaudierte lebhaft dem von Karin Hendel dirigierten Orchester und dem von Cornelia Haslbauer und Veronika Brendel geleiteten Gesangsprojekt.

Doch nun ist vorübergehend Schluss mit kulturellem Großprojekten wie diesem. Denn der Saal wird mit Hilfe staatlicher und städtischer Mittel deutlich besser als bisher für Kulturveranstaltungen ausgestattet. In den nächsten Monaten bekommt er unter anderem einen Aufzug zur Galerie und den Räumen im Obergeschoss. Handwerker werden auch die Fenster wieder öffnen, die vor gut 60 Jahren bei einer damaligen Hallenbad-Sanierung zugemauert worden waren. Ab Ende 2023 soll das Alte Hallenbad noch besser als Kultur- und Versammlungshaus nutzbar sein, sagt der Trägervereins-Vorsitzende Uli Lang.

Aufräum-Einsatz

Damit die Handwerker genug Platz für ihre Arbeiten bekommen, rief Lang zu einem Aufräum-Einsatz. Um neun Uhr früh zogen sich die Freiwilligen Arbeitshandschuhe an. Zuerst entfernten sie die Figaro-Requisiten wie die Wacholderzweige aus der Gartenszene und den bunt bemalten Schrank aus den im Almaviva-Schloss spielenden Akten. Parallel räumten andere Helfer gut hundert Stühle ins Magazin. Per Menschenkette holten sie diverse Teile der jüngst durch ein neueres System ersetzten Lüftungsanlage aus dem Dachgeschoss und beförderten sie in den Metallcontainer. Zwei Wagemutige krochen unter die Bühnenpodeste und lösten die Verschraubungen. Die schweren Einzelteile wanderten in den am Rande des Hofes stehenden Container. Zum Schluss montierte man die vielen schweren Scheinwerfer von den Traversen, seilte sie ab und verstaute sie in Technik-Kisten. Die Gitterstangen landeten für die nächsten Monate unter dem Saal auf den hellblauen Fliesen des ehemaligen Schwimmbeckens.

Harald Haslbauer trägt eine Schranktür davon, die kurz zuvor als Requisit bei der „Hochzeit des Figaro“ diente. (Foto: Klaus Nissen)

Weil so viel Arbeit hungrig macht, rückte Sigrid Mosbach gegen Mittag mit Gemüsesuppe, Brot und selbstgebackenen Kuchen an. Obwohl zwei Tage für die Bauvorbereitung eingeplant waren, standen die Freiwilligen von der Theatergesellschaft und der Kultur-AG schon am Ende des ersten Tages in einem blitzblank gefegten Saal. Und eilten verschwitzt zu den heimischen Duschen.

Zum Schluss demontiert Dirk Mensak die Scheinwerfer im Bühnensaal. „Spot an“ heißt es hier erst wieder nach dem Umbau. (Foto: Klaus Nissen)
Kulturprogramm geht weiter

Das Kulturprogramm soll auch während des Umbaus nicht abreißen. Der Saal kann im zweiten Halbjahr zwar nicht genutzt werden – aber im angrenzenden Kesselhaus sind kleinere Konzerte, Theater- und Kabarettabende machbar. Auch die Theaterbar und das neue Foyer können voraussichtlich bei der Grammophon-Lesung mit Jo van Nelsen am 24. September genutzt werden. Als zusätzliche Kultur-Orte belebt man die Mikwe an der Judengasse für ein Konzert des Ensemble Modern am 10. September. Und im Central Studio an der Wolfengasse ist am 8. Oktober argentinische und brasilianische Musik des hr-Sinfonieorchesters zu hören.

Mehr über die bislang 17 Veranstaltungen im zweiten Halbjahr erzählt das blaue Kulturtaucher-Programmheft, das in vielen öffentlichen Orten ausliegt. Digital gibt es Informationen auf der Hallenbad-Facebookseite und der Webseite aha-friedberg.info.

Titelbild: Uli Lang (vorne) und Carl Cellarius tragen mit weiteren Helfern ein Bühnenpodest aus dem Schwimmsaal des Alten Hallenbades. (Foto: Wolfgang Diny)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.