Sie wollen Wüsten

Besser wäre Regen

Nissens Woche – die sechzehnte

Mirabelle

Sie war spannend, brachte Glück und gewaltige Fortschritte – die sechzehnte Woche des Jahres 2015.

Sie wollenWüsten

Die gewaltigen Fortschritte sind überall zu sehen. Zwei, drei Sonnentage mit bis zu 26 Grad Wärme haben die Kirschbäume, die Gräfin von Paris im Vorgarten und die Mirabelle am Zaun überzeugt. Sie fuhren ihre Blüten aus und warten nun auf Bienen oder Hummeln. Ich habe nachgeschaut: einige schwirren auch durch die Zweige, dem Bienensterben zum Trotz. Sogar im Westerwald, wo der Wind so kalt über die Hügel streicht, wagten sich in dieser Woche winzige Buchenblätter aus den Knospen. Toll!Löwenzahn

Sogar auf Busfahrer macht dieser Frühling Eindruck. Sie drehen das Radio auf hr 4 und lassen sich sogar dazu hinreißen, mit dem Fahrgast zu reden. So sonnig-warm und regenfrei könnte das Wetter in den nächsten fünf Monaten bleiben, schwärmte am Mittwoch der Fahrer der Linie 557 von Pohl nach Nassau. Ich guckte ihn verwundert an. Warum will er Wüsten? Wie viele andere Menschen, die das aktuelle Wetter toll, nur etwas zu kühl finden. Wir sind doch nicht in den Tropen! Die Traktoren, die auf den hellen Äckern gerade die Saat eindrillen, ziehen immer größere Staubwolken hinter sich her. Es ist zu trocken. In meiner Regentonne kann ich schon den Boden sehen. Ja, so ist der Deutsche – er findet in der schönsten Lage noch immer ein Problemchen.

leere regentonne
Den Kaliforniern geht es schlecht. Und meine Regentonne ist auch schon leer.

 

Jede Kaimauer braucht Griffe!

Neben Fortschritten die Spannung und das Glück. Mich persönlich hat in diesen Tagen kein Fernsehkrimi derart unter Adrenalin gesetzt wie der kurze Ausflug mit Haralds Kajütboot am Samstag auf den Frankfurter Main. Speziell dieser kurze Moment, als wir neben dem Eisernen Steg festmachen wollten. Ich stand vorn, mit der Leine in der Hand. Als ich schon den rechten Fuß auf die Treppe in der Kaimauer gesetzt hatte, fand ich nichts zum Festhalten und ließ deshalb lieber den linken Fuß an Bord. Leider vergrößerte sich sehr schnell der Abstand zwischen Mauer und Boot. Sehr schnell spielte der Kopf durch, was das für Folgen haben würde: Das Wasser würde den Fotoapparat zerstören, die Brieftasche nässen. Und Klamotten zum Wechseln hatte ich auch nicht. Am Kai schließlich lungerten einige hundert Menschen herum, die sicher höchst interessiert mein unfreiwilliges Bad verfolgen und es hämisch kommentieren würden.

Und bremse niemals mit dem Mittelfinger!

So entschloss ich mich, energisch das Boot mit dem linken Bein wegzustoßen, um meinen Schwerpunkt über die Treppenstufe zu verlagern. Gerade noch mal gut gegangen! Genauso der Zusammenstoß mit dem Brückenpfeiler kurz zuvor, weil der Motor ausgegangen und das Ruder falsch gesetzt war. Mein linker Mittelfinger an der Reling dämpfte den Aufprall, das Boot blieb heil und der Finger zum Glück noch dran. Er lässt sich momentan nur nicht so gut bewegen. Was lernen wir daraus? Die nächste Bootspartie unternehmen wir auf der Müritz. Da gibt es weniger Brückenpfeiler und Kaimauern.

das wird gebufft
Wer die Bedeutung dieses rätselhaften Graffitos am Nieder-Wöllstädter Bahnhof kennt, der maile einen Hinweis bitte an info@landbote.info. (Alle Fotos: Klaus Nissen)

 

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