Seniorenbeirat

Keine Wahl in Bad Nauheim

Von Petra Ihm-Fahle

Im Herbst müsste der Seniorenbeirat in Bad Nauheim neugewählt werden, doch das wird nicht passieren. Da sich nur zehn Bewerber für neun Sitze gemeldet haben, bekommt das Gremium in der nächsten Legislaturperiode kurzerhand einen zehnten Sitz, das Gremium wird vom Parlament ernannt und die Wahl fällt flach – das spart Geld.

Alle Bewerber bekommen einen Sitz

Wie Petra Michel, die Vorsitzende des Bad Nauheimer Sozialausschusses dem Stadtparlament am Dienstagabend vortrug, hatte die Rathaus-Verwaltung überlegt, ob eine „teure Wahl“ bei zehn Kandidaten für neun Sitze sinnvoll ist.  „Dann fiele ein Bewerber raus, der aber möglicherweise bald nachrücken würde.“ Die Verwaltung habe deshalb vorgeschlagen, allen Personen einen Sitz zu geben, die sich zur Wahl stellen. Dazu sei nun ein Beschluss des Parlaments erforderlich, da die Geschäftsordnung des Seniorenbeirats eine Wahl vorsehe. FDP-Frau Britta Weber warnte vor diesem Vorgehen: „Ich halte es für ein fatales Signal, eine Wahl abzusagen. Sie sind ein hohes Gut unserer Demokratie, es wären fast 25 Prozent unserer Bürger wahlberechtigt.“ Diesen Menschen einfach einen Seniorenbeirat vor die Nase zu setzen, führe nicht zur Akzeptanz des Gremiums.

Wie Stadtoberhaupt Armin Häuser (CDU) betonte, sei nicht der finanzielle Aspekt ausschlaggebend, „wir wollen dem zehnten Kandidat, der sich zur Verfügung stellt, das Erlebnis ersparen, nicht gewählt zu werden“. Anders sähe es bereits bei elf Bewerbern aus – in diesem Fall wäre die Wahl obligat. Nur die FDP votierte gegen die Ausnahme-Regelung, die SPD und der Liberale Manfred Schneider enthielten sich, womit das Vorgehen beschlossen ist.

Seniorenbeirat ist zufrieden

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Hans-Ulrich Halwe

Hans-Ulrich Halwe vom Seniorenbeirat freut sich über die Entscheidung, wie er dem Neuen Landboten erklärt. „Nicht in allen hessischen Kommunen ist es generell so, dass die Seniorenbeiräte gewählt werden. Es gibt Städte, in denen wird der Beirat einfach benannt, beispielsweise von Seniorenvereinen.“ Das Gremium habe über den Vorschlag des Magistrats beraten und gesagt: „Warum nicht?“ Klar sei freilich, dass diese Lösung nur für die kommende Legislaturperiode gelten könne. Halwe hofft, in künftigen Jahren mehr Kandidaten zu finden. Im Vorfeld habe er diesmal im Bekanntenkreis herumgefragt, doch die Freunde hätten nur abgewinkt und „Was soll ich im Seniorenbeirat?“ gesagt. Sie fühlten sich eben nicht alt, „heutzutage ist alles auf Jugend getrimmt“.

Der Seniorenbeirat arbeite mehr oder weniger im Hintergrund, müsse vielleicht aber noch mehr tun. Das Gremium besitze nur eine beratende Funktion, doch mit Bürgermeister Häuser habe man gute Erfahrungen getätigt. „Wenn ich Wünsche heranbringe, dann wird vieles gemacht“, sagt Halwe. In Bad Nauheim gebe es nach wie vor Dinge zu tun, die das Gremium anpacken will, „die Barrierefreiheit, Radwege, Hygiene in den Krankenhäusern, und wir besichtigen Altersheime“. Dabei lasse sich der Beirat nicht nur von den Heimleitungen führen, sondern spreche auch unter vier Augen mit Bewohnern, getreu dem Motto „Gibt es etwas, das besser werden kann“?

Halwe ist Vorsitzender, Brigitte Peukert und Wilfried Michel sind Stellvertreter.

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