Opfer der Nazis

Zwei Gedenkveranstaltungen in Friedberg

In diesen Zeiten überschäumeauschwitznder rassistischer und neonazistischer Hetze ist die Erinnerung an die Gräuel des Nazi-Regimes wichtiger denn je. In Friedberg erinnern am Mittwoch, 27. Januar 2016, gleich zwei Veranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus.

KZ Auschwitz befreit

Auschwitz1
Die Brillen der Opfer von Auschwitz.  (Bild: Bundesarchiv)

Am 27. Januar 1945 hat die Rote Armee des Konzentrationslager Auschwitz befreit. Dieser Tag wurde zum offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Auschwitz ist zum Symbol für den Holocaust geworden. Gefangene aus ganz Europa waren ab 1940 von den Nazis in das Lager im okkupierten Polen gebracht worden. 90 Prozent davon waren Juden. Fast 1,5 Millionen Menschen kamen in Auschwitz ums Leben. Im Plenarsaal des Kreishauses in Friedberg und im Friedberger Jugendzentrum Junity wird am Mittwoch, 27. Januar, der Opfer des Nazi-Regimes gedacht.

Gedichte gegen das Vergessen

Im Veranstaltungssaal des Junity ist den ganzen Tag über ein Dokumentarfilm von Claude Lanzmann zu sehen, der Interviews mit Überlebenden des Holocaust zeigt. Um 19 Uhr wird der Bogen aus der Vergangenheit in die Gegenwart gespannt – mit Poetry Slam. Thorsten Zeller, Artur Nevsky, Lea Weber, Merlin Veit, Artem Zolotarov, Anna Rau und andere tragen Texte zu Diskriminierung, Verantwortung und Toleranz vor. Begleitet werden die Literaten von Georg Klemp am Klavier. Die Beiträge der jungen Leute werden immer wieder mit historischen Texten von Zeitzeugen unterbrochen. Veranstalter sind Andreas Arnold, die Antifaschistische Bildungsinitiative und das Junity. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss ist eine Schweigeminute mit Kerzenniederlegung am Standort der einstigen Synagoge geplant.

Der folgende Film ist bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr entstanden:

„Meine Eltern waren in Auschwitz“

Bei der Gedenkveranstaltung des Wetteraukreises um 19 Uhr im Plenarsaal des Kreishauses steht der Vortrag von Dina Kunze „Meine Eltern waren in Auschwitz“ im Mittelpunkt. Die 1946 in Prag geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Butzbach. Mit ihrer Kunst gegen das Vergessen fordert sie zu Toleranz und Erinnerung auf.

In der Veranstaltung wird auch Hermann Reineck gedacht, der vor 20 Jahren gestorben ist. Der gebürtige Wiener war Widerstandskämpfer. Er konnte dem KZ Auschwitz entfliehen. In den 1969er Jahren war Reineck ein wichtiger Zeuge in den Frankfurter Auschwitzprozessen. 1976 gründete er in Butzbach die Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer. Neithard Dahlen von der Lagergemeinschaft Auschwitz wird in der Veranstaltung über „Hermann Reineck – Zeuge von Auschwitz“ sprechen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.