Historischer Postraub

Wandern auf der Räuber-Route

Das Ereignis ist historisch belegt und wurde von dem späteren Oscar-Gewinner Volker Schlöndorff 1971 verfilmt: Am 19. Mai 1822 überfielen arme Leute aus Krombach eine von Gießen Richtung Gladenbach fahrende Postkutsche. Der Raub ereignete sich in der Nähe des heutigen Gladenbacher Stadtteils Mornshausen. An das Geschehen erinnert ein beliebter Rundwanderweg. Es handelt sich um die Postraub-Route im Naturpark Lahn-Dill-Bergland.

 Arme Leute hofften auf Glück

Warum es so großen Spaß macht und geschichtlich so interessant ist, in dieser landschaftlich reizvollen Gegend zu spazieren, geht aus einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Gießen hervor. Darin wird auch die Begebenheit aus dem 19. Jahrhundert beleuchtet:

Es waren Bauern und Tagelöhner, die sich vorgenommen hatten, Geld in der Postkutsche zu erbeuten. Mitten im Wald, auf einem engen und unübersichtlichen Hohlweg in der Subach (nähe Mornshausen), erhaschten die Räuber 10.466 Gulden. Viel Geld – aber der Reichtum brachte ihnen nur kurze Freude. Denn bis auf zwei Täter wurden alle überführt und zum Tode verurteilt. Wie bereits eingangs erwähnt: Die sagenumwobene Geschichte war der ideale Stoff für der Film „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Krombach“.  

Auf den Spuren der Räuber

Der Gießener Regierungspräsident Christoph Ullrich ist derzeit im Urlaub mit Wanderschuhen und Rucksack unterwegs. Seine Erfahrungen gibt er gern weiter:  „Ich empfehle, die Rundwanderung am Kornhaus zu starten. Von dort ist es nicht weit zum Originalschauplatz des Postraubes in der Subach“. Geschotterte und asphaltierte Wege führen entlang des Waldes direkt zum Ort des Überfalls. „Die Räuber haben damals den Hohlweg in der Subach mit Bedacht ausgewählt, denn hier ist die engste und unübersichtlichste Stelle des Kutschweges gewesen“, berichtet Gladenbachs Bürgermeister Peter Kremer. 

Der Postraub-Rundwanderweg.
Ausblick ins Salzbödetal

Eine weitere Besonderheit auf der rund dreistündigen Wandertour (circa elf Kilometer) ist der Aussichtsturm auf der Erdhausener Koppe. Aufgrund von Baumaßnahmen ist der Turm derzeit allerdings nicht begehbar. Ein genauer Öffnungstermin steht noch nicht fest. Von dort lässt sich ein eindrucksvoller Ausblick in das Salzbödetal genießen, bevor es entlang der Waldäcker „Weites Feld“ und „Rodenhausen Nord“ wieder zurück zum Kornhaus geht. Auch für nicht trainierte Wanderer ist die Route geeignet. Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Naturparks Lahn-Dill-Bergland (www.naturpark.lahn-dill-bergland.de) oder über die Naturpark-App erhältlich. Soweit der Pressetext des Regierungspräsidiums.

Weitere Informationen über den Raub von 1822 und den Rundwanderweg erfährt man noch unter mehreren Adressen im Internet, beispielsweise unter: wanderinstitut.de/premiumwege/hessen/extratour-postraubroute/

Über den Film gibt es Erläuterungen unter anderem unter 
schloendorff.deutsches-filminstitut.de/filme/der-ploetzliche-reichtum-der-armen

Titelbild: Dr. Christoph Ullrich (links) und Bürgermeister Peter Kremer starteten am Kornhaus auf die Extratour Postraubroute im Naturpark Lahn-Dill-Bergland. (Foto: RP Gießen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.