Greenpeace

Dokumentarfilm  über Umwelt-Aktionen

von Ursula WöllHow-to-Change-the-World

Der Film How To Change The World über die spektakulären Umwelt-Aktionen von Greenpeace läuft ab 10. September in etlichen Kinos. Er zeigt, wie es 1971 einer Handvoll mutiger Leute im kanadischen Vancouver gelang, die Basis für die heute weltumspannende Umwelt-Organisation zu schaffen. Mutig waren sie nicht nur bei ihren Aktionen, sondern vor allem in ihrem Denken und ihren Utopien. Und sehr zornig über die schleichende Zerstörung unseres schönen Planeten.

 Gegen Atombomben-Versuche

Die USA planten, einen Atomwaffenversuch auf den Aleuten zu starten, der die vierfache Stärke von Hiroshima hatte. Es war nicht der erste Versuch, doch diesmal wollten das einige Männer und Frauen nicht einfach hinnehmen. Sie lebten im Dunstkreis der Uni von Vancouver an der kanadischen Pazifikküste und waren empört über die Zerstörung unserer Umwelt. Sie sahen, wie 1971 üblich, allesamt wie Hippies aus, waren sich aber in ihren Vorstellungen nicht einig, wie ihr Protest aussehen und wohin er längerfristig führen sollte. Nur gewaltfrei sollte er sein, im Sinne von Gandhis Satyagraha, darin waren sie einig. Nach endlosen, oft auch chaotischen  Diskussionen wurde ein altes Schiff samt seinem Kapitän McCormick gechartert, mit dem man sich zum Testgebiet aufmachte.

Die Bombe war gezündet, bevor die Crew nahe dran war, also war die Aktion eigentlich gescheitert. Aber sie hatte eine große Öffentlichkeit erreicht und die Atomwaffentests zum Thema gemacht. Bob Hunter, der zu den ersten Aktivisten gehörte, sprach von der „Mind Bomb“, die das Bewusstsein der Menschen verändern muss. Auf maximale öffentliche Aufmerksamkeit achtet Greenpeace bis heute, man gibt den Medien spektakuläres Futter. Unvergesslich etwa das Foto von 2006, auf dem 4 winzige Aktivisten in roten Anzügen ein Banner an den Arm der riesigen Christusstatue in Rio de Janeiro heften, Aufschrift ‚The future of the planet is in your hands‘. Schon der griffige, kurze und einprägsame Name ‚Greenpeace‘ zeigt mediales Gespür. Alle Aktionen wurden auch selbst gefilmt. So konnte der Regisseur Jerry Rothwell in Hunderten von Filmrollen wühlen, was den nun in etlichen Kinos laufenden Dokumentarfilm erst ermöglichte.

 Der Mensch als Geschöpf unter Geschöpfen

Als nächstes nahm die Gruppe 1975 den Walfang aufs Korn. Mit ihren Schlauchbooten fuhren sie in die Schusslinie eines russischen Walfangschiffes, also so nahe an die Mordplätze mit dem vom Blut rotgefärbten Wasser, um das Harpunieren zu verhindern. Doch die riesigen, friedlichen und intelligenten Wale wurden weiter getötet, so dass den Aktivisten die Harpunen um die Ohren flogen. Diese Bilder gingen um die ganze Welt und trugen sicher dazu bei, dass 1986 der Walfang gesetzlich eingeschränkt wurde. Ebenso mutig stellten sie sich bei ihrer nächsten Aktion den Abschlächtern der Sattelrobben-Babies entgegen, wodurch sogar Brigitte Bardot zu einer Beschützerin der kuscheligen Tiere wurde. Das Ziel von Greenpeace ist bis heute, dass sich die Menschen in Harmonie mit ihrer Umwelt fühlen, als Geschöpfe unter Geschöpfen und nicht als zerstörende Herrscher begreifen.

 How To Change The World

Wenn  man genau hinsieht, ist da noch viel Bewusstseinsänderung nötig. Immer mehr protzige, bullige Autos, genannt SUV, machen sich breit. Nach wie vor spricht der Gärtner von ‚Unkraut‘, das er mit der chemischen Keule ausrottet.  Nach wie vor wird  Wachstum  verlangt, obwohl doch sonnenklar ist, dass auch „nachhaltiges“ Wachstum den Crash nur hinauszögert. Nach wie vor wird Energie mit Kohle erzeugt, trotz Klimaerwärmung. Nach wie vor werden immer perfektere Waffen erfunden, obwohl sie Menschen töten. Doch andererseits wurde Greenpeace zur größten weltweiten Umweltbewegung. Die Umweltorganisation erhielt 2014 allein in Deutschland Spenden von 590 000 Greenpeace-Förderern. So steht es in den ‚Greenpeace-Nachrichten 03/2015‘. In vielen Städten gibt es Gruppen, die sich regelmäßig treffen. Noch bleibt also Hoffnung, wenn auch nicht viel Zeit. How to change the world? Vor allem dalli, dalli !

Der Film läuft ab 10. 9. im Kino Harmonie Frankfurt, außerdem im  Traumstern in Lich (Freitag, 11.9. bis Sonntag, 13.9. um 21 Uhr, Montag, 14.9. bis Mittwoch, 16.9. um 19 Uhr)  sowie  im Capitol Marburg und im Rex in Darmstadt (Termine erfragen).

Ein Gedanke zu „Greenpeace“

  1. In der Bibel steht: Macht euch die Erde untertan. Von Zerstören und Kaputtmachen ist keine Rede. Es ist eines jeden Menschen Verpflichtung, als Teil der Natur diese zu erhalten, und Ursula Wöll zeigt in ihrem engagierten Beitrag, wer dazu beitragen kann, unsere Welt zum Besseren zu verändern:JEDER MENSCH!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.