Flüchtlinge

Unterkünfte benötigt

Krieg, Not und politische Verfolgung veranlassen viele Menschen weltweit dazu, ihr Heimatland zu verlassen. Die derzeitige Migrationssituation schlägt sich auch im Landkreis Gießen nieder. Weil mehr Menschen hier ankommen, steigt der Bedarf an Unterkünften.

Allein im ersten Quartal 2022 sollen 347 Menschen zusätzlich Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft finden. Kommunen und Privatleute sind nun gebeten, bei der Suche nach geeignetem Wohnraum zu unterstützen.

Wie die Pressestelle des Landkreises Gießen berichtet, weist das Regierungspräsidium Darmstadt in Hessen angekommene asylsuchende Menschen an die Landkreise zu. Waren es bisher zwischen sechs und acht Personen, so erwartet der Landkreis Gießen bis Ende März 2022 rein rechnerisch 27 Geflüchtete wöchentlich. „Aktuell sind allerdings erst 120 Menschen bei uns angekommen. Wann die übrigen Personen untergebracht werden müssen, ist momentan noch unklar“, schildert Kreis-Sozialdezernent Hans-Peter Stock.

Freie Plätze werden weniger

Fest steht aber schon jetzt, dass die Unterbringungsmöglichkeiten in den Gemeinschaftsunterkünften weniger werden. Gegenwärtig sind es noch rund 150 freie Plätze, denen in den kommenden Wochen 273 benötigte Plätze entgegenstehen, wie Achim Szauter, Leiter des Fachdienstes Migration beim Landkreis Gießen, erklärt. Zwar müssten noch Auszüge und andere Parameter berücksichtigt werden, aber: „Am Ende rechnen wir mit deutlich mehr Asylsuchenden, als uns Wohnungen und freie Plätze in Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung stehen.“

Großes Engagement in Staufenberg

Zahlen, die Sozialdezernent Hans-Peter Stock dazu veranlassen, um Unterstützung zu bitten: „Wir haben die 18 Landkreiskommunen bereits gebeten, uns dringend leerstehende Liegenschaften zu melden, die als Gemeinschaftsunterkünfte genutzt werden könnten. Bisher ist die Resonanz sehr unterschiedlich.“ Nach wie vor sehr engagiert sei die Stadt Staufenberg mit ihrem Bürgermeister Peter Gefeller. Derzeit erfülle die Kommune bei weitem mehr als das durchschnittliche Kontingent im Landkreis und beschäftige zudem unterstützendes Personal wie eine Migrationslotsin.

Auch Privatleute können helfen

Sozialdezernent Stock sieht aber auch innerhalb der Bevölkerung großes Potenzial: „Vermieter von leerstehenden Wohnungen, Wohngebäuden und gewerblichen Liegenschaften können sich mit uns in Verbindung setzen. Neben den Unterbringungsmöglichkeiten benötigen wir auch jetzt wieder zahlreiche Ehrenamtliche, die neu angekommene Menschen im Landkreis unterstützen. Ohne sie hätten wir die Jahre 2015 und 2016 nicht meistern können.“

Kommunen oder Privatleute, die Wohnungen oder Liegenschaften für Gemeinschaftsunterkünfte zur Verfügung stellen möchten, können sich an die Hotline des Fachdienstes Migration unter der Rufnummer 0641 – 9390 9591 bzw. per Mail an gemeinschaftsunterkuenfte@lkgi.de wenden. 

Ehrenamtliche Aktivitäten werden von der ZAUG gGmbH koordiniert. Die jeweiligen Ansprechpersonen der Gemeinwesenarbeit vor Ort gibt es im Internet unter zaug.de/projekte/gemeinwesenarbeit/

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