DGB Frankfurt

Kapitän Fiedler geht von Bord

Von Bruno Riebfiedler

Harald Fiedler fährt gerne Boot und steuert noch viel größere Dinge: 21 Jahre lang stand er an der Spitze des DGB Frankfurt/Rhein-Main. Am Montagvormittag, 31. Oktober 2016, wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Und alle kamen. Der Wilhelm-Leuschner-Saal im Frankfurter DGB-Haus war überfüllt.

Meister der Allianzen

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Harald Fiedler (links) und Oberbürgermeister Peter Feldmann. (Fotos: Rieb)

Von „Beharrlichkeit auf leisen Sohlen“ war die Rede, von einem „Meister der Allianzen, manchmal mit einem schlitzäugigen Charme“ und von einem, „der sich streitet und trotzdem weiß, wo die Mitte ist“. Die Redner an diesem Vormittag überboten sich im Lob auf den scheidenden DGB-Chef. Gut zwei Jahrzehnte lang stand Harald Fiedler an der Spitze des Frankfurter DGB, fast 50 Jahre ist er Gewerkschaftsmitglied. Zusammen mit Horst Koch-Panzer und Horst Trapp wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Das „Dreamteam“ des Frankfurter Gewerkschaftsbundes hat es zusammen auf gut 150 Jahre Arbeit für die Arbeitnehmer gebracht.

Vorwärts und nicht vergessen …

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Fiedler mit seinen Mitstreitern Horst Trapp und Horst Koch-Panzner (von links)

Fiedler habe erreicht, dass Werte in Frankfurt wieder diskutiert würden, „auch der Wert der Arbeit“, sagte Fiedlers Freund und Oberbürgermeister Martin Feldmann (SPD). Auch dass es wieder bezahlbaren Wohnraum gebe, hielt er dem scheidenden DGB-Chef zugute. Der DGB-Bundesvorsitzende Reiner Hoffmann verabschiedete Fiedler und sein Dreamteam per Videobotschaft. Für die mussten wegen technischer Probleme allerdings drei Anlaufe genommen werden. Die Pausen wurden musikalisch überbrückt. Michael Erhard von der Frankfurter IG Metall, der durch die Veranstaltungen führte, sang umjubelt das alte Partisanenlied „Bella Ciao“ und später zusammen mit den Sekretären der anderen Einzelgewerkschaften auf ausdrücklichen Wunsch von Fiedler das Solidaritätslied.

Die Schar der Gratulanten reichte vom Römerbergbündnis, das sich einst gegen eine Demonstration der NPD formiert hatte, bis zum Geschäftsführer der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände, vom einstigen Caritas-Chef bis zum Stadt-Dekan.

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Gebannt lauscht der scheidende DGB-Chef den Rednern.

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