Europäische Schule wird noch größer
Von Klaus Nissen
Die 2012 gegründete Privatschule am Nordrand von Dortelweil breitet sich bald weiter aus. Er habe einen 2,8 Hektar großen Acker neben der Schule von der Stadt Frankfurt eintauschen können, meldet der Schul-Geschäftsführer und Vilbeler Liegenschaftsdezernent Klaus Minkel. Dort sollen Sportanlagen und Auto-Stellplätze entstehen.
Zwei Hektar mehr für Sport und Autos
Die Schule hat schon eine Vier-Feld-Halle, die sie gemeinsam mit dem großen Sportverein Fun-Ball Dortelweil benutzt. Nun soll sie eine weitere Vier-Feld-Halle bekommen, so Minkel. Die frisch eingetauschten 21 806 Quadratmeter zwischen dem Schulgebäude und dem Aussiedlerhof Steinmetz erhalten auch einen Sportplatz mit Hundert-Meter-Bahn und „Kleinsportflächen“. Außerdem eine noch nicht feststehende Zahl befestigter Stellplätze für die Autos der Schulgemeinde.

Der Acker neben der früheren Bundesstraße 3, vis-a-vis der im Rohbau stehenden Theaterwerkstätten, gehörte bislang der Stadt Frankfurt. Minkel tauschte sie nach eigenen Angaben in Verhandlungen mit Oberbürgermeister Mike Josef und Stadträtin Sylvia Weber gegen eine etwa gleich große Ackerfläche bei Bergen-Enkheim. Die gehörte der Stadt Bad Vilbel.
Erweiterung kostet rund zehn Millionen
Die Erweiterung der Europäischen Schule wird zehn Millionen Euro oder mehr kosten, heißt es in der Mitteilung des Immobilienbetriebs. Dieses Geld werde das städtische Unternehmen zur Hälfte selbst aufbringen. Die andere Hälfte zahle die Humanistische Stiftung, die laut Minkel gemeinsam mit dem städtischen Eigenbetrieb Eigentümerin der Europäischen Schule ist.
Die Stiftung wurde 2002 vom Juristen und Unternehmer Hansgeorg Jehner gegründet. Jehner stammt aus Dortelweil. Er entwickelte den dortigen Golfplatz und schuf auch die Voraussetzungen für den Bau der Neuen Mitte in Bad Vilbel. Der Mitt-Achtziger managt neben der Humanistischen Stiftung auch die Gerty-Strohm-Stiftung, mit deren Geld die Nidda-Renaturierung finanziert wurde. Die Humanistische Stiftung ist Eigentümerin der gemeinnützigen Betreibergesellschaft der Europäischen Schule.
Es braucht noch das Baurecht
Wann die Sportanlagen und Stellplätze neben der Schule gebaut werden, steht laut Klaus Minkel noch nicht fest. Zunächst müsse der Regionale Flächennutzungsplan geändert werden, dann brauche man einen Bebauungsplan für die neue Nutzung des bisherigen Ackers neben der ehemaligen Bundesstraße 3. „Ein Tor ist aber aufgetan“, so der für seine großen Immobilienprojekte bekannte Liegenschafts-Dezernent. Der frühere Erste Stadtrat und CDU-Bundestagsabgeordnete hatte auch den Bau der Vilco-Veranstaltungshalle organisiert und arbeitet nun am Bau eines großen zweiten Rechenzentrums auf Vilbeler Gemarkung.
Die Europäische Schule Rhein-Main gehört wie ihre Pendants in Frankfurt und Oberursel zu einem Verbund von 33 Privatschulen, in denen Englisch die Unterrichtssprache ist. Auf der Webseite es-rm.eu heißt es, der Unterricht solle „angenehm sein, voller Abwechslung und frei von Anspannung und Sorgen“. Die Schule nimmt Kinder ab zwei Jahren auf und führt sie bis zum prestigeträchtigen Europäischen Abitur.
Drei- bis vierstelliges Schulgeld
In der Schule kümmern sich laut Webseite 215 Lehrkräfte um mehr als 2300 Kinder und Jugendliche aus 70 Nationen. Rund 600 Kinder kommen täglich aus Frankfurt – auch weil die dortige Europäische Schule unter Platzmangel leidet. Für sie wird seit langem nach einem Neubaugelände gesucht.
Das von den Eltern zu zahlende Schulgeld ist nach deren Einkommen gestaffelt. Es liegt zwischen 450 und 900 Euro monatlich im Kindergarten (PrePrimary) der Europäischen Schule Rhein-Main. Und zwischen 400 und 1400 Euro monatlich in der Oberstufe.