WILHELM LIEBKNECHT

Gießen ehrt den Gegner von Kriegen

Am 29. März 2026 beginnt in Gießen mit „Wilhelm Liebknecht zum 200. – ein Geburtstag, viele Stimmen“ ab 11.30 Uhr die Veranstaltungsreihe Liebknecht200, mit der die Universitätsstadt Gießen den 200. Geburtstag von Wilhelm Liebknecht mit einer Vielzahl von Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres feiert. Der Eintritt für die Veranstaltung in der Kongresshalle ist frei, um Anmeldung wird gebeten.

Kämpfer für Gerechtigkeit

Wilhelm Liebknecht, geboren am 29. März 1826 in Gießen, kämpfte für eine soziale, gerechte und freie Gesellschaft. Themen, die heute mehr denn je von hoher gesellschaftlicher Relevanz sind. Liebknecht war Revolutionär, Mitbegründer der Sozialdemokratie in Deutschland und Parlamentarier. 200 Jahre nach seiner Geburt lädt die Stadt Gießen mit dem Programm Liebknecht200 dazu ein, die heutige Gesellschaft mit seinen Augen zu betrachten. 

Mitbegründer der Sozialdemokratie

Wilhelm Liebknecht. (Quelle: Wikipedia)

Gäste und Gießener Bürger*innen sind dazu eingeladen, die heutige Gesellschaft mit Wilhelm Liebknechts Augen zu betrachten, teilt die Pressestelle der Stadt Gießen mit. Im Zentrum stehen seine Themen Bildung, Frieden, soziale Gerechtigkeit und Demokratie. Liebknecht war Mitbegründer und Führungsfigur der deutschen Sozialdemokratie, leidenschaftlicher Parlamentarier und entschiedener Kriegsgegner.

„Vergangene wie aktuelle politische Entscheidungen greifen Grundwerte an, für die bereits Wilhelm Liebknecht stand. Mit Liebknecht200 setzen wir uns für den Aufbau, den Ausbau und die Stärkung von Bildung, Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Demokratie ein. Wir öffnen Räume, in denen verhandelt wird, was das gegenwärtig bedeutet“, so Greta Katharina Klein, Projektleiterin von Liebknecht200.

Gedankt wird der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte als Hauptförderin für ihre großzügige Unterstützung sowie der Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Gemeinnützigen Stiftung Sparkasse Gießen.

Am 29. März Programmauftakt
„An dieser Stelle stand bis 1944 das Haus Burggraben 12/14, indem seit 1732 vier Generationen der Familie Liebknecht wohnten. Hier wurde am 29. März 1826 Wilhelm Liebknecht geboren, der mit August Bebel 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei gründete und bis zu seinem Tode – 7.8.1900 – ein Vorkämpfer der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung war,“ heißt es im Text der Tafel in Gießen. (Foto: Wikipedia,  Cherubino)

Das Programm am 29. März 2026 beginnt, wie erwähht, um 11.30 Uhr mit einer Podiumsdiskussion in der Kongresshalle Gießen (Südanlage 3), zum Thema„Demokratie gestalten – damals wie heute: Perspektiven auf Wilhelm Liebknecht“.

Nach einführenden Worten von Frank-Tilo Becher, Oberbürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Gießen, diskutieren auf dem Podium: Bodo Ramelow (Vizepräsident des deutschen Bundestags), Heike Hofmann (Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales), Robin Mastronardi (Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbunds Mittelhessen), Tina Cramer (Peace Research Institute Frankfurt, PRIF) und Dilâra Kanbiçak (Heinrich-Böll-Stiftung). Die Moderation übernimmt die Journalistin Najima El Moussaoui.

„Auf ein Wort bei Brot und Suppe“

„Auf ein Wort bei Brot und Suppe“ ist das Motto für die Mittagspause von 13 bis 14.30 Uhr „Wir schaffen mit diesem Format den Rahmen für einen Austausch zwischen den Gästen und freuen uns, wenn Liebknechts Themen Impulse für die heutige Zeit geben“, so Dr. Stefan Neubacher, Leiter des Kulturamts Gießen.

Historische Lieder erklingen

Um 14.30 Uhr beginnt der Festakt: Nach der Begrüßung durch Frank-Tilo Becher hält Martin Schulz, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Festrede.

In einem Impulsreferat fragt Dr. Kai-Michael Sprenger, Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, inwieweit Wilhelm Liebknecht ein Erinnerungsort der Demokratiegeschichte sein kann.

Anschließend ist der fünfminütige Kurzfilm des Gießener Filmemachers Csongor Dobrotka über Wilhelm Liebknecht zu sehen und es gibt eine Vorschau auf weitere Veranstaltungen des Liebknecht-Jahres. Den musikalischen Rahmen gestaltet die Folkband „Die Grenzgänger“. Mittels verschollener und in Vergessenheit geratener Lieder, die sie unnachahmlich arrangieren und interpretieren, singen und erzählen die „Grenzgänger“ aus der Perspektive der sogenannten „kleinen Leute”, vom Alltag in der Fabrik und auf der Straße. Die Band wurde fünf Mal mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Stadttheater lädt ein

Auch die „Zwischenzeit für Gespräche und Getränke“ von 16 bis 18 Uhr wird von den „Grenzgängern“ musikalisch begleitet.  Das Stadttheater lädt mit dem Format „Einfach singen!“ zum gemeinsamen Singen von Liedgut der Arbeiter*innenbewegung ein. Es werden Stadtführungen von der Kongresshalle (15.45 Uhr) zu Wilhelm Liebknechts Geburtshaus/Stadtkirchenturm (16.45 Uhr) sowie vom Geburtshaus/Stadtkirchenturm (17 Uhr) bis zum Stadttheater/zur Kongresshalle (18Uhr) angeboten.  Eine Anmeldung zu den Führungen ist am Veranstaltungstag in der Kongresshalle möglich oder im Vorhinein per E-Mail an info@liebknecht200.de – Die Teilnahme ist kostenlos.

Auch der Eintritt für die Veranstaltung in der Kongresshalle Gießen ist frei, um Vorab-Anmeldung wird gebeten, via QR-Code unter www.liebknecht200.de oder per E-Mail an info@liebknecht200.de. Fragen dürfen ebenfalls an info@liebknecht200.de geschickt oder telefonisch unter der Nummer 0641 3062021 gestellt werden.

Um 17.30 Uhr lädt das Stadttheater Gießen ins Foyer des Großen Hauses zu einer Einführung zu Thomas Freyers Stück „Dumme Jahre“ ein. Um 18 Uhr beginnt im Stadttheater eine Aufführung von Thomas Freyers Theaterstück „Dumme Jahre“ in der Inszenierung von Jenke Nordalm. Das Publikumsgespräch, ebenfalls im Foyer des Großen Hauses, nach der Vorstellung von „Dumme Jahre“ beginnt um 21 Uhr

Inspiriert von Christa Wolfs „Ein Tag im Jahr“ und Uwe Johnsons „Jahrestage“ erzählt Thomas Freyer in seinem Theaterstück „Dumme Jahre“ eine Familiengeschichte über 60 Jahre hinweg, von der Niederschlagung des Prager Frühlings über die revolutionären Umwälzungen 1989/90 bis in unsere Gegenwart. Das Stück thematisiert vor allem die Auswirkungen der SED-Erziehungsdiktatur auf die individuelle Gestaltung von Freiheit und Demokratie und wie der Staat selbst die entlegensten Winkel des Familienlebens durchdringt. Es stellt die Frage, wie persönliches Erinnern und gesellschaftliches Engagement unter Bedingungen gelingen können, in denen Individualität systematisch eingeschränkt und gebrochen wurde.

Publikumsgespräch

Nach der Vorstellung von „Dumme Jahre“ diskutiert Politikwissenschaftlerin Judith Enders mit dem Publikum über die Langzeitfolgen von Diktaturerfahrungen: Welche Bedeutung haben diese Erfahrungen für demokratische Selbstverständnisse in der Gegenwart, für Vorstellungen von Freiheit, sozialer Gerechtigkeit und politischem Engagement? Und welche Rolle kann kulturelle Bildung – insbesondere das Theater – dabei spielen, solche Prägungen sichtbar zu machen und zur Diskussion zu stellen?

Dr. Judith Enders wurde 1976 in Altenburg geboren und forscht derzeit an der Universität Leipzig im Projekt „Ways across the country – democracy in transforming landscapes“. Sie ist Mitbegründerin der Initiative „Dritte Generation Ostdeutschland“, publiziert zu den Themen Transformation und Ostfeminismus und ist zudem als Mediatorin und systemischer Coach tätig.

Moderiert wird das Publikumsgespräch von Dr. Florian Greiner, Leiter des Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen, und Tim Kahn, Dramaturg am Stadttheater Gießen. Der Eintritt zum Publikumsgespräch ist frei.

Tickets für die Aufführung von „Dumme Jahre“ sind im Haus der Karten oder an der Abendkasse erhältlich. Haus der Karten Kreuzplatz 6, Gießen, Öffnungszeiten: 9:30 bis 18.00 Uhr, Telefon: 06417957-60, -61, E-Mail: theaterkasse@stadttheater-giessen.de. Die Abendkasse im Stadttheater öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

WILHELM LIEBKNECHT ZUM 200. – EIN GEBURTSTAG, VIELE STIMMEN

wird gefördert von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, der Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Gemeinnützigen Stiftung Sparkasse Gießen.

Ausblick auf weitere Termine

Mittwoch, 18. März, Samstag, 21. März, Sonntag, 22. März, Beginn jeweils 16 Uhr, Treffpunkt: Kapelle, Alter Friedhof

Kostenfreie rund zweistündige Stadtführung mit der erfahrenen Stadtführerin Dagmar Klein zu Orten der Demokratiegeschichte in Gießen. Anmeldung unter info@liebknecht200.de.

Die Führungen sind eine externe Veranstaltung anlässlich des Tags der Demokratiegeschichte. Sie werden von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte gefördert.

Montag, 11. Mai 2026, 10  bis 16 Uhr

Hessischer Bibliothekstag

Kongresshalle Gießen

Freitag, 29. Mai 2026 bis Sonntag, 31. Januar 2027

Von Barrikaden und Parlamenten. Wilhelm Liebknechts Ideen für die Demokratie

Sonderausstellung im Museum für Gießen

Freitag, 23. Oktober 2026

Samstag, 24. Oktober 2026

Kongresshalle und weitere Orte in Gießen

Festigress: Ars Democratica

Die Veranstaltung des Festigress sind kostenpflichtig, mehr dazu demnächst auf www.liebknecht200.de.

Donnerstag, 5. November 2026

Freitag, 6. November 2026

Justus-Liebig-Universität, Philosophikum II

Die Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität unter dem Titel „Demokratie made in Gießen“ eine Konferenz zum 200. Geburtstag Wilhelm Liebknechts, die sich an ein akademisches Publikum richtet. In Kürze mehr zum Programm der Konferenz.

Datum und Ort werden in Kürze bekannt gegeben.

SIT IN WALK OUT (Arbeitstitel)

(K)ein Reenactment – Auszug nach Staufenberg

Titelbild: Wilhelm Liebknecht (in der Mitte Im Zeugenstand stehend) im als Angeklagten beim sogenannten Leipziger Hochverratsprozess im März 1872. (Gemeinfrei / Archiv der sozialen Demokratie, Signatur 6/FOTA039048)


 

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