MENSCHENRECHTE WAHREN

Lebenshilfe gegen Kürzungen

Die Kommunen klagen immer lauter über leere Kassen – und fast täglich kommen neue, unzumutbare Sparvorschläge. Seit sogar Kanzler Merz die Kosten der Eingliederungshilfe kritisiert hat, wächst die Angst bei Menschen mit Behinderung und ihren Familien. Sie befürchten, dass Leistungen der Eingliederungshilfe schon bald gekürzt werden könnten, wird in einer Pressemitteilung der Lebenshilfe Gießen unterstrichen.

„Eingliederungshilfe unverzichtbar“

Maren Müller-Erichsen

Die Lebenshilfe startete am 23. Februar 2026 ihre bundesweite Kampagne „Teilhabe ist Menschenrecht“. Damit will die Lebenshilfe der Öffentlichkeit zeigen, wie wichtig die Eingliederungshilfe für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf ist.

Maren Müller-Erichsen, Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Gießen, und Dirk Oßwald (Vorstand) schließen sich dem Appell von Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D., an.

Was im Grundgesetz steht

Dirk Oßwald. (Fotos: Lebenshilfe, 2)

Gemeinsam fordern sie: „Bereits im Grundgesetz steht: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Daher sagen wir: Finger weg von der Eingliederungshilfe! Sie ist die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und darf nicht angetastet werden. Wer denkt, Menschen mit Unterstützungsbedarf machen sich ein schönes Leben auf Kosten des Staates, irrt gewaltig. Eingliederungshilfe ist kein Luxus! Die Kostensteigerungen sind vielmehr auf die hohen Inflationsraten vergangener Jahre sowie die Tariflohnentwicklung zurückzuführen. Außerdem nehmen die Fallzahlen in der Eingliederungshilfe zu. Das ist eine Folge des medizinischen Fortschritts, der die Lebenserwartung auch von Menschen mit Behinderung erhöht.“

„Bürokratie abbauen“

Einsparpotenzial sieht die Lebenshilfe allenfalls im Abbau von Bürokratie. Beispielsweise, indem die Überprüfungsintervalle für den Bedarf an Eingliederungshilfe verlängert werden und die Leistungsdokumentation vereinfacht wird.

Die Lebenshilfe Gießen ruft gemeinsam mit der Lebenshilfe-Bundesvereinigung dazu auf, die Inhalte ihrer Kampagne #TeilhabeIstMenschenrecht in den Sozialen Medien zu teilen. Auf www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht gibt es weitere Informationen (auch in Leichter Sprache) und vielfältiges Kampagnen-Material. (Titelfoto: D. Maurer/Lebenshilfe)

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