LOHNUNGLEICHHEIT

Weniger Verdienst für Frauen

Am Equal Pay Day (27. Februar) macht das Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen auf die weiterhin bestehende Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt deutlich weniger als Männer, wird in einem Pressebericht der Stadt Gießen unterstrichen.

Am 27. Februar Equal Pay Day

Weiter heißt es in dem Pressebericht: Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch unbezahlt arbeiten, während Männer seit Jahresbeginn entlohnt werden. Das ist dieses Jahr der 27.Februar – Frauen mussten rechnerisch also 58 Tage umsonst arbeiten, während Männer rechnerisch seit dem 1. Januar bezahlt wurden. Oder anders gesagt: Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 4,24 Euro weniger pro Stunde als Männer.

Flagge zum Equal Pay Day 2014 vor dem Rathaus in Alsbach (Deutschland), Foto: Ausschnitt: Wikipedia, Thomas Pusch)

So frustrierend diese Zahl für Frauen ist, so ist doch der Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern von 18 Prozent im Jahr 2024 auf nun 16 Prozent gesunken. Für die Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium Dr. Petra Bahr sind das „sehr gute Nachrichten. Die Richtung stimmt, aber beim Tempo müssen wir noch nachlegen. Denn unser Ziel ist Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern.“ (Quelle: Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend  zum Equal Pay Day: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/dr-petra-bahr-startet-kampagne-zum-equal-pay-day-2026-270344).

Strukturelle Ungleichheiten

„Die Lohnlücke ist kein individuelles Problem, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt Friederike Stibane, Leiterin des Büros für Frauen und Gleichberechtigung in Gießen. „Unterschiede in Bezahlung, Karrierechancen und Erwerbsbiografien sind das Ergebnis von geschlechterstereotypen Rollenbildern, ungleicher Verteilung von Sorgearbeit und mangelnder Transparenz in Entgeltstrukturen.“

Finanzielle Nachteile

Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen, übernehmen den Großteil unbezahlter Care-Arbeit und sind überdurchschnittlich oft in Teilzeit oder prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig. Gleichzeitig sind sie in Führungspositionen und gut entlohnten Bereichen weiterhin unterrepräsentiert. Diese Faktoren verstärken sich gegenseitig und führen langfristig zu finanziellen Nachteilen – bis hin zu einem erhöhten Armutsrisiko im Alter.

Das Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen fordert daher gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten in ganz Hessen konkrete politische und gesellschaftliche Schritte, um die Entgeltgleichheit endlich umzusetzen:
• Mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern, damit Entgeltunterschiede sichtbar und überprüfbar werden
• Stärkung tariflicher und existenzsichernder Beschäftigung, insbesondere in frauendominierten Berufen
• Aufwertung von Sorge- und Dienstleistungsarbeit, die für das Funktionieren unserer Gesellschaft unverzichtbar ist
• Bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit für alle Geschlechter
• Konsequente Gleichstellungspolitik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.

Frage der Gerechtigkeit

Im Rahmen des Programms zum Internationalen Frauentag wird am 10. März die Juristin, freie Rechtswissenschaftlerin und Expertin für rechtliche Geschlechterstudien und Richterin beim Verfassungsgericht des Landes Berlin, Profin  Ulrike Lembke, in ihrem Vortrag „Recht, Verantwortung, Widerstand: Wie Gleichstellungsarbeit Demokratie auf lokaler Ebene stärkt“ dem Verfassungsauftrag der Förderung der tatsächlichen Gleichberechtigung der Geschlechter nach Artikel 3 des Grundgesetzes auf den Grund gehen. Eine Anmeldung zu dem virtuellen Vortrag, der um 16 Uhr startet ist über http://www.kreisgg.de/equalpay möglich. 




 











Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert