Gleental

Trinkwasser schützen

Angesichts sinkender Grundwasserpegel fordert die Schutzgemeinschaft Gleental den Ausbau der Autobahn A49 zu stoppen. Der Bau der Autobahn durch das Gleental sei ein „unberechenbares Risiko für die Trinkwasserversorgung“. Die Schutzgemeinschaft ruft zu einer Demonstration am Freitag, 23. August, um 14 Uhr in Kirtorf-Lehrbach auf.

Grundwasserpegel sinkt

Durch die Trockenheit in diesem wie im vergangenen Sommer sind die Grundwasserpegel in Hessen stark gesunken. „Nach Informationen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie bewegten sich die Grundwasserstände insbesondere in Mittel- und Nordhessen überwiegend auf unterdurchschnittlichem Niveau. Bei den meisten Messstellen lagen die Werte im Jahresvergleich sogar deutlich unter dem Niveau vom Juli 2018. Eine schnelle Erholung der Grundwasserstände ist nach Angaben des Landesamtes vorerst nicht in Sicht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft. Der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke habe zum Wassersparen aufgerufen und der Landrat des Vogelsbergkreises, Manfred Görig, sogar ein Entnahmeverbot von Wasser aus Bächen, Flüssen und Seen verfügt. Halte die Trockenheit weiter an, könnte die Trinkwasserversorgung eingeschränkt werden.

Trasse führt durch Trinkwasserschutzgebiet

Eine weitere Gefahr für die Trinkwasserversorung ist nach Ansicht der Schutzgemeinschaft der geplante Ausbau der Autobahn A49. Die Trasse führe im Gleental (Bauabschnitt VKE40) durch ein Trinkwasserschutzgebiet mit einer Brunnenkette, die bis in den Großraum Frankfurt Trinkwasser liefere. „Angesichts der konstant sinkenden Grundwasserpegel in den letzten beiden Jahren stellt der Ausbau der A49 ein unberechenbares Risiko für die Trinkwasserversorgung dar. Wir befürchten, dass die Bauarbeiten das Grundwasser stark verschmutzen werden. Das ist eine große Gefahr für die Menschen in Hessen“, sagt Christoph Schulze-Gockel von der Schutzgemeinschaft Gleetal. Zudem verstoße der Autobahnausbau gegen die Wasserrahmenrichtlinie der EU (WRRL), die einen europaweiten Gemeinschaftsrahmen für den Schutz und die Bewirtschaftung des Wassers festlege. Oberflächengewässer und Grundwasser sollten demnach geschützt und eine Verschlechterung unbedingt verhindert werden.

Schulze-Gockel: „Wir fordern daher die sofortige Umplanung der geplanten Trasse VKE40 durch Herrenwald, Gleental und Dannenröder Forst“. Der Planfeststellungsbeschluss für den Weiterbau der A 49 sei aufgrund des Verstoßes gegen die WRRL zu widerrufen. Die trinkwasserschützende Funktion des Gebiets müsse für die Allgemeinheit unbedingt erhalten werden.

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