Dokumentarfilm in Butzbach
Der Dokumentarfilm „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ ist am 9. Februar 2026 im Kino in Butzbach zu sehen. Nach der Filmvorführung wird mit Autor und Produzent Hermann Pölking-Eiken diskutiert. Das Butzbacher Filmtheater und die gemeinnützige Butzbacher Stiftung Kultur und politisches Bewusstsein kündigen ihre Veranstaltung als „filmische und diskursive Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen unserer Zeit“ an.Die politische Seite der Kinderbuchautorin
In ihren Kriegstagebüchern von1939 bis 1945 schildert Astrid Lindgren eindringlich, wie sie die Zeit des Zweiten Weltkrieg erlebt hat und wie damals „Pippi Langstrumpf“ entstand. Im Dokumentarfilm sprechen ihre Tochter, ihre Enkelin und ihr Urenkel über die legendäre Autorin.
„In Zeiten von zunehmender Polarisierung, Fake News und schwindendem Vertrauen in Institutionen ist es umso wichtiger, dass kulturelle Orte wie das Kino sich als Orte der Begegnung und des Nachdenkens verstehen und einen dringend notwendigen Raum für kritisches Denken und gesellschaftliche Reflexion öffnen“, sagt Lothar Jung, Geschäftsführer der Stiftung Kultur und politisches Bewusstsein. Das sei das Anliegen der Reihe „Film und Gespräch“ mit dem Butzbacher Kino. Bei dem Film über die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren stünden nicht ihre bekannten Bücher im Fokus. „Vielmehr geht es um ihre Kriegstagebücher, die den Zweiten Weltkrieg aus ihrer Sicht einer überzeugten Humanistin beleuchten. Die Dokumentation thematisiert Lindgrens Fragen zu Krieg, Rassismus und Faschismus. Damit hat sie angesichts aktueller politischer Entwicklungen eine besondere Aktualität“, erläutert Jung.
Lange schlummerten die Tagebücher im Verborgenen
Astrid Lindgren, die durch ihre Kinderbücher wie „Pippi Langstrumpf“, „Michel aus Lönneberga“ und „Ronja Räubertochter“ bekannt wurde, prägte mit ihren Werken Generationen von Leserinnen und Lesern. Die Kino-Doku „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ nähert sich der Autorin auf neue Weise, widmet sich ihren Tagebüchern, die zwischen 1939 und 1945 entstanden sind und erzählt von der noch unbekannten Astrid Lindgren als Chronistin des Zweiten Weltkriegs. Die erst 2015 veröffentlichten und in mehr als 20 Sprachen übersetzen Kriegstagebücher lagen 70 Jahre lang in ihrem Schlafzimmer im Wäscheschrank verborgen. Sie sind eine einzigartige Dokumentation vom Schrecken der Diktatur und des Terrors aus der Sicht einer Mutter und frühen Feministin. Und sie appellieren leidenschaftlich an Mitmenschlichkeit, Frieden und Gleichberechtigung.

„Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ erzählt mit dokumentarischen und szenischen Bildern aus der Sicht von Astrid Lindgren und ihrer Tochter Karin, ihrer Enkelin Annika und ihrem Großenkel Johan anhand der Kriegstagebücher die wahre Geschichte hinter dem Erfolg der Weltautorin. Dabei gehen die Nachkommen bei der Lektüre und in Gesprächen miteinander auch den schmerzhaften Ereignissen im privaten Leben Astrid Lindgrens nach.
„Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“, Montag, 9. Februar 2026, 19 Uhr, Capitol, Rossbrunnenstraße 3, Butzbach. Eintritt: 8,50 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Tickets gibt es online unter kino-butzbach.de und an der Abendkasse.
Weitere Infos online unter www.stiftung-kupb.de.
Titelbild: Szene aus dem Dokumentarfilm „Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“