BIBER SCHAFFT LEBENSRAUM

Nagetier ist zurück in Gießen

Der Biber ist zurück in Gießen und mit ihm viele positive Effekte für Natur, Artenvielfalt und Klimaanpassung. Denn Biberlebensräume zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Biber gestalten ihren Lebensraum selbst: Sie bauen Dämme, um das Wasser zu stauen, denn der Eingang zu ihrer Biberburg liegt unter Wasser. Nur so können sie ihren Bau sicher erreichen, schreibt die Pressestelle der Stadt Gießen in einer Reportage.

Reportage der Stadt Gießen

Weiter heißt es in dem Bericht der Stadt Gießen:

Durch die Bauweise des Bibers entstehen Teiche, Feuchtflächen, strukturreiche Uferzonen und somit Lebensräume, von denen viele andere Tier- und Pflanzenarten profitieren.

Seit der Ansiedlung des Bibers in Gießen konnten bereits wieder seltene Vogelarten wie Bergpieper oder Bekassine beobachtet werden. Sie profitieren von den feuchteren Bedingungen entlang der Wieseck. Auch Amphibien, Fische und Säugetiere wie Fledermäuse finden in den durch den Biber geschaffenen Strukturen neue Lebensräume.

Der kleine Nager ist sehr fleißig im Uferbereich der Wieseck. Bildnachweis: Universitätsstadt Gießen
 

In den sogenannten Biberteichen können kleine Fische heranwachsen, über der Wasseroberfläche jagen Libellen und Fledermäuse. Selbst verlassene Biberburgen bleiben wertvoll und dienen später anderen Arten, etwa dem Iltis, als Unterschlupf.

Beitrag zur Klimaanpassung

Neben der hohen Artenvielfalt leistet der Biber auch einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung. Durch das Anstauen des Wassers wird der Wasserhaushalt stabilisiert: Bei Hochwasser kann sich das Wasser besser in der Fläche verteilen, in Trockenzeiten bleibt die Landschaft länger feucht. Damit wirkt der Biber den Folgen des Klimawandels auf natürliche Weise entgegen, auch im städtischen Raum, wird in der Reportage unterstrichen.

Bekassine (Foto: Wikipedia, Marek Szczepanek)
 
Radweg soll wieder nutzbar werden

Der Europäische Biber ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Zuständig ist in Gießen das Amt für Umwelt und Natur mit der Unteren Naturschutzbehörde. Diese begleitet die Entwicklung des Lebensraums, kümmert sich um Baumschutz und steht zugleich vor der Aufgabe, Nutzungskonflikte zu lösen, etwa dort, wo Wege zeitweise überflutet sind. Um den betroffenen Geh- und Radweg entlang der Wieseck wieder nutzbar zu machen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Diese werden derzeit gemeinsam von der Unteren Naturschutzbehörde, dem Tiefbauamt, den Mittelhessischen Wasserbetrieben (MWB) sowie dem Bibermanagement des Regierungspräsidiums Gießen vorbereitet und sollen 2026 umgesetzt werden.

Hunde sollten angeleint sein

Langfristiges Ziel der Stadt ist es, den Biber dauerhaft in Gießen zu erhalten. Dafür ist Rücksichtnahme wichtig. Die Stadt weist darauf hin, dass das Zerstören oder Öffnen von Biberdämmen strafbar ist und mit Bußgeldern geahndet werden kann. Hunde sollten in den betroffenen Bereichen angeleint bleiben Das schützt nicht nur den Biber, sondern auch andere wildlebende Tiere, insbesondere von Vögel. Der Lebensraum des Bibers soll erlebbar bleiben und Raum bieten, Natur zu beobachten und kennenzulernen. Voraussetzung dafür ist, dass der Biber in seinem Lebensraum nicht gestört wird.

Symbolfoto: Europäischer Biber. (Foto: Wikipedia, Per Harald Olsen)







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