Transcontinental Race

Radrennen quer durch Europa

Von Bruno Rieb

Vergesst die Tour de France! Das härteste Radrennen der Welt startet am Sonntag, 19. Juli 2026, um 20 Uhr: Das Transcontinental Race. Es führt über knapp 5000 Kilometer von Trontheim in Norwegen bis Kalamata in Griechenland. Für mich ist das Rennen besonders spannend, weil mein Sohn Jannis Rieb zu den knapp 500 Auserwählten gehört, die die Strapaze auf sich nehmen dürfen.

Hilfe ist verboten

Jannis bei Paris-Brest-Paris.

Hart ist das Rennen, weil die Radler unterwegs ganz auf sich gestellt sind. Hilfe ist verboten. Wer sich helfen lässt, wird disqualifiziert. Das auf das allernotwendigste reduzierte Gepäck ist in kleinen Taschen am Rahmen des geländetauglichen Rennrads befestigt.

War das eine Aufregung, als Jannis erfahren hatte, dass er mitradeln darf (Startplatz 231). Die Bewerber müssen nachweisen, dass sie langstreckentauglich sind. Das konnte Jannis locker. Er hat beim Fahradmarathon Paris-Brest-Paris die 1200 Kilometer in 66 Stunden bewältigt.

Mindestens 300 Kilometer am Tag

Beim Trancontinental will er täglich mindestens 300 Kilometer radeln. Bei der Tour quer durch Europa sind zigtausende Höhenmeter zu bewältigen. Wie hart das Rennen ist, zeigt sich daran, das immer nur etwa 60 Prozent der Teilnehmer das Ziel erreichen. Es radeln auch viele Frauen mit. 2019 siegte Fiona Kolbinger. Auch ihre männlichen Kollegen hängte sie ab.

Start und Ziel und die vier Kontrollpunkte des Transcontinental Race 2026.

Das Gepäck zu reduzieren und geschickt am Rahmen zu befestigen, ist eine Wissenschaft für sich. Je leichter das Rad, desto besser. Jannis hat in einen neuen Nabendynamo und eine Lampe investiert, mit denen er unterwegs sein Navi, sein Handy und vor allem den Tracker aufladen kann. Der Tracker ist der Schlüssel für seine Teilnahme am Rennen. Mit dem elektronischen Ortungsgerät können die Organisatoren seine Strecke verfolgen und auch seine Freunde, Bekannten und Verwandten.

„Nach fünf Tagen Transcontinentel Race beginnen die wahren Herausforderungen. Deine Sitzknochen schmerzen trotz perfekten Sattel, die Hände sind taub vom Greifen des Lenkers und dein Nachen fühlt sich an wie einbetoniert“, schreibt der erfahrene Langstreckenradler Mathias Hensel. Wer dann aber über die Ziellinie fährt, sei ein „anderer Menschen“, weil er Grenzen überschritten habe, von denen er nicht wusste, dass sie existieren.

Das Transcontinental Race kamm man hier verfolgen lostdot.cc/race/tcrno12

Titelbild: Scrennshot von der offiziellen Internetseite des Transcontinental Race.

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