Wohnprojekt Archive - landbote.info https://landbote.info/tag/wohnprojekt/ Internetzeitung für Rhein-Main und Mittelhessen Mon, 14 Apr 2025 12:51:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 85898093 Oekogeno-Wohnprojekt https://landbote.info/oekogeno-wohnprojekt/ https://landbote.info/oekogeno-wohnprojekt/#respond Sun, 13 Apr 2025 17:40:59 +0000 https://landbote.info/?p=57928 Das genossenschaftliche Oekogeno-Wohnprojekt in Ilbenstadt kommt voran. Ende 2025 werden 25 Wohnungen bezugsfertig

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In Ilbenstadt gibt es noch Wohnungen

Von Klaus Nissen

Der Polier hat nach dem Richtspruch das Schnapsglas zerschmettert – nun ist die genossenschaftliche Wohnsiedlung neben der Basilika von Ilbenstadt im Wetteraukreis bald fertig. Die ersten Bewohner können Ende 2025 oder Anfang 2026 einziehen, hieß es beim Richtfest. Wenn sie genug Geld dafür aufbringen können.

Richtfest für Oekogeno-Wohnprojekt

Die Oekogeno-Genossenschaft baut mit den Einlagen ihrer Mitglieder und mit Bankdarlehen vor allem in Südwestdeutschland Wohnsiedlungen, in denen Menschen aller Generationen als Gemeinschaft leben können. Und das mit möglichst wenig Energieverbrauch. Die neue Siedlung in Ilbenstadt ist das nördlichste Projekt – und nun rückt das Einzugsdatum näher.

Auf das Flachdach des Neubaues an der Hof-Stirnseite wird eine 100 Kilwatt leistende Solarstromanlage installiert. Rechts das 1737 erbaute Kutscherhaus der früheren Klosteranlage. Fotos: Nissen

Im Jahr 2017 hatte die Genossenschaft den ehemaligen Wirtschaftshof des 1123 gegründeten Klosters neben der Basilika vom Land Hessen gekauft. Seitdem wurden Schuppen abgerissen und ein alter Öltank aus dem Erdreich geholt. Archäologen fanden auch eine gut tausend Jahre alte Grube mit Knochen und Tonscherben und die Reste eines vor 500 Jahren gebauten Kalk-Brennofens.

21 Millionen Euro für 35 Wohnungen

Das aus dem Jahr 1700 stammende Pächterhaus und der 37 Jahre jüngere Kutscherbau gehören nun zu einem Ensemble mit zwei Neubauten, in dem 35 Wohnungen verschiedener Größe, zwei Gewerbe-Einheiten und Gemeinschaftsräume eingerichtet werden. Die Nutzfläche liegt bei 3500 Quadratmetern – der Garten nebenan umfasst weitere 6000 Quadratmeter. Er soll die Bewohner mit Gemüse versorgen und wird öffentlich zugänglich gemacht.

Joerg Weber aus Assenheim ist der Ideengeber für die neue Nutzung des Areals an der Ilbenstädter Basilika.

Die Baukosten für das Oekogeno-Wohnprojekt bezifferte der Genossenschafts-Vorstand Klaus Nerz bei der Richtfeier auf 21 Millionen Euro. Ursprünglich war deutlich weniger Geld für den Bau der beiden neuen Trakte eingeplant. Sie werden mehr als ein Jahr später als geplant bezugsfertig.

Noc sind nicht alle Wohnungen vermietet. Etwa zehn der Einheiten seien noch zu haben, sagte Regionalleiter Joerg Weber auf Anfrage. Den aktuellen Netto-Mietpreis im Neubau bezifferte er auf 17 Euro pro Quadratmeter. Noch zu haben ist beispielsweise die ein ganzes Dachgeschoss ausfüllende Cluster-WG für fünf Menschen. Jeder bekommt dort ein eigenes Zimmer mit Bad. Die Küche und das Wohnzimmer teilen sich die noch nicht gefundenen Mieter.

Neubauten aus Holz

Zur hohen Kaltmiete dürfte eine relativ geringer Anteil von Nebenkosten kommen. Die beiden mit dem Kutscherbau einen Hof begrenzenden Neubauten sind aus Holz im KfW-Standard 40 errichtet. Die Heizung wird mit Pellets befeuert, die Heizkörper sind in den Wänden integriert. Auf dem Flachdach des zum Dorf hin liegenden Traktes sollen Solarstrom-Paneele bis zu 100 Kilowatt Strom liefern, die von den Oekogeno-Wohngenossen verbraucht werden können. In der Tiefgarage sollen sechs Stellplätze mit Wallboxen ausgestattert werden. Die Wände und Decken der eher sparsam geschnittenen Wohnungen bestehen aus massiver Rhönkiefer. Die Böden können die Bewohner entweder in Linoleum oder mit Schiffsboden-Parkett belegen lassen.

Eine der neuen Wohnungen im Rohbau. Ihre Ausstattung wird komfortabel, die Miete recht hoch.

Es gibt Abstellkammern und für jede Wohnung einen Balkon oder eine Loggia, außerdem mehrere Gemeinschafts-Terrassen mit weitem Ausblick auf die tiefer liegende Wetterau bis hin zum Taunus. In den Neubauten werden Aufzüge integriert, damit man auch als Rollstuhlfahrer neben der Basilika wohnen kann.

Nebenan zieht die Stadtverwaltung ein

Schon vor dem Einzug kommen Möbelwagen auf den Kirchhügel. Das schlossähnliche Haus St. Gottfried neben der Basilika (in der übrigens ein echter Heiliger begraben ist), wird laut Bürgermeister Michael Hahn ab Juni 2025 als neues Rathaus dienen.

Wenn man etwas gemeinsam anpackt, kann richtig Großes gelingen, meinte Niddatals Bürgermeister Michael Hahn beim Richtfest.

Die Stadt Niddatal hat das Gebäude für 3,5 Millionen Euro von der katholischen Kirche gekauft. Das neue Rathaus ist so groß, dass noch Mieter einziehen können. Hinter dem Gebäude liegt ein Park mit alten Bäumen, der künftig für jeden zugänglich werden soll.

Das alte Rathaus der Stadt Niddatal liegt im Zentrum des Nachbarortes Assenheim. Es könnte fortan als Ärzehaus genutzt werden, meinte Bürgermeister Hahn gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Informationen zum Projekt unter www.oekogeno-swh.de.

Der Neue Landbote hat schon mehrfach über das Projekt berichtet. Details dazu hier: https://landbote.info/wohnprojekt/

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Neue Öko-Wohnungen https://landbote.info/neue-oeko-wohnungen/ https://landbote.info/neue-oeko-wohnungen/#respond Wed, 20 Apr 2022 07:32:00 +0000 https://landbote.info/?p=36138 Bald Baubeginn in Ilbenstadt Auf dem Klosterhügel neben der Basilika von Ilbenstadt im Wetteraukreis sollen ab Sommer 2022 zahlreiche Wohnungen im Öko-Standard entstehen. Die Genossenschaft Ökogeno hat hun die Baugenehmigung. Klosterhof wird inklusive Siedlung „Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt richtig loslegen können“, sagt Rainer Schüle, Vorstand der Oekogeno SWH eG. „Durch die Einbindung … Neue Öko-Wohnungen weiterlesen

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Bald Baubeginn in Ilbenstadt Auf dem Klosterhügel neben der Basilika von Ilbenstadt im Wetteraukreis sollen ab Sommer 2022 zahlreiche Wohnungen im Öko-Standard entstehen. Die Genossenschaft Ökogeno hat hun die Baugenehmigung.

Klosterhof wird inklusive Siedlung

„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt richtig loslegen können“, sagt Rainer Schüle, Vorstand der Oekogeno SWH eG. „Durch die Einbindung der bestehenden historischen Gebäude und die Anforderungen des Denkmalschutzes war die Planung komplexer als zu Projektbeginn gedacht, daher hat es leider ein wenig länger gedauert.“

Wo die Menschen stehen, wird ab 2024 der Hof zwischen dem Kutscherhaus mit seinem Regionalladen und den neuen Wohngebäude vorne undrechts liegen. Im Hintergrund die Türme der Basilika von Ilbenstadt. Im Chor des romanischen Baus ist der Klostergründer und Heilige Gottfried von Cappenberg begraben. Foto: Nissen


Das verkehrsberuhigte Klosterareal soll als neues Quartier zum Mittelpunkt des Dorflebens werden. „Das Projekt ist eine große Chance für Ilbenstadt“, so Bürgermeister Michael Hahn. „Seit über 20 Jahren stehen die Gutshöfe leer, ich freue mich besonders darauf, dass nun auch der wunderschöne Klostergarten für alle Anwohner*innen und die Öffentlichkeit wieder nutzbar wird.“

Niddatals Bürgermeister Michael Hahn (links) und der Wetterauer Kreisbeigeordnete Matthias Walther (rechts) brachten die Baugenehmigung zum Oekogeno-Regionalleiter Joerg Weber. Foto: Oekogeno


Auch der Kreisbeigeordnete Matthias Walther kam zur Überreichung der Baugenehmigung nach Ilbenstadt. „Es ist wichtig, dass in unseren Dörfern der Ortskern gestärkt wird. Wir müssen in den ländlichen Gebieten neue Möglichkeiten des Wohnens und Arbeitens schaffen.“ Unklar ist noch die Zukunft des zuletzt als Seminarhaus genutzten, schlossähnlichen Hauses Gottfried neben der Basilika. Das Bistum Mainz hatte die frisch sanierte Stätte aus Kostengründen geschlossen. In der Stadt Niddatal, zu der Ilbenstadt gehört, wird seit geraumer Zeit die Nutzung dieses großen Anwesens als Rathaus diskutiert.

Familien, Singles, Paare ziehen ab 2024 ein


Unabhängig davon entsteht auf dem Klosterareal das genossenschaftlich organisierte, inklusive Mehrgenerationen-Wohnprojekt der Oekogeno mit 31 Wohneinheiten. Die teils aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäude des einstigen Kloster-Wirtschaftshofes werden in die neue Siedlung integriert. ,„Wir planen eine Vielzahl von unterschiedlichen Wohnungstypen, von der Single-Wohnung über die klassische Familienwohnung bis hin zur Cluster-Wohnung und zur ambulant betreuten Wohngemeinschaft“, so Rainer Schüle. „Wir sprechen Familien mit Kindern ebenso an wie Seniorinnen und Senioren, Single-Haushalte, Paare und auch Menschen mit Behinderung.“ Ziel des Projekts sei es, den Bewohnerinnen und Bewohnern eine weitgehende Selbstverwaltung und Selbstorganisation zu ermöglichen.

Genossenschaft sucht weitere Geldgeber


Momentan finden Gespräche mit Wohn-Interessenten statt. Die Nachfrage ist so groß, dass neue Interessent*innen sich derzeit nur auf eine Warteliste setzen lassen können. Nur Mitglieder der Genossenschaft dürfen sich Hoffnungen auf eine der Wohnungen machen. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann noch als Fördergenoss*in einsteigen. Eine Beteiligung ist ab einem Genossenschaftsanteil in Höhe von 500 Euro möglich, auf Basis der aktuellen Wirtschaftlichkeitsberechnungen ist ab Fertigstellung eine Dividende von 2,8 Prozent prognostiziert.

Die Phantomzeichnung soll einen Eindruck vom geplanten Neubau neben dem Kutscherhaus (rechts) des Klosterhofs geben. Foto: Oekogeno

Die vor allem in Baden-Württemberg aktive Genossenschaft hatte das Grundstück vor dem Hauptportal der Basilika 2018 vom Land Hessen gekauft. Seitdem wurden Schuppen abgerissen und ein alter Öltank aus dem Erdreich geholt. Der zweiflügelige Neubau in Holzständerbauweise soll ab Frühsommer 2022 entstehen, berichtete der Oekogeno-Regionalleiter Joerg Weber bei einem Besuch der Grünen-Landtagsabgeordneten Kathrin Anders in Ilbenstadt. Der westliche Neubau erhält ein Flachdach mit Fotovoltaik-Anlage und einer Tiefgarage.

Mieten „im gehobenen mittleren Segment“

Die Mieten werden laut Weber aufgrund der hohen Aufwendungen eher im gehobenen mittleren Segment sein. Weber geht von einem Bezug bis spätestens Weihnachten 2024 aus. Die Baukosten werden nach vorsichtigen Schätzungen weit mehr als zehn Millionen Euro betragen.

Das nebenan stehende Kutscherhaus und das große Wohnhaus des Klosterhofs werden saniert. Geplant sind dort drei Wohnungen, Gästezimmer, Coworking Spaces, ein Stadtteiltreff, ein Gemeinschaftsraum zur Begegnung und ein kleiner Regionalladen. Kathrin Anders zeigte sich fasziniert von dem Konzept: „Das Projekt ist ein einziger Grüner Traum: inklusives, gemeinschaftliches Leben, ein ökologisch betriebener Gartenbau mit Abverkauf im eigenen Laden und Arbeiten vor Ort! Und überdies wird eine denkmalgeschützte Anlage saniert und wieder mit Leben erfüllt.“

Der Dachstuhl des alten Gutshauses bietet jede Menge Platz für den Ausbau. Voraussichtlich wird er künftig als Gemeinschaftsraum genutzt. Foto: Nissen

Der Garten hinter den Gebäuden soll in Anlehnung an historischen Vorbildern von Klostergärten gestaltet werden. Durch eine ökologische Bewirtschaftung als solidarischer Stadtteil-Garten mit Obst, Gemüse, Kräutern und Heilpflanzen soll er aber sehr zeitgemäß betrieben werden. Das verkündet Manuela Schiffner vom Förderverein für den Klostergarten. Das Areal werde tagsüber für alle zugänglich sein. Eine kleine Bühne soll Gelegenheit für Kulturerlebnisse im Garten bieten.

Informationen zum Projekt unter www.oekogeno-swh.de.

Der Neue Landbote hat schon mehrfach über das Projekt berichtet. Details dazu hier: https://landbote.info/wohnprojekt/



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Wohnprojekt https://landbote.info/wohnprojekt/ https://landbote.info/wohnprojekt/#comments Thu, 16 Sep 2021 07:31:00 +0000 https://landbote.info/?p=28824 Neues Leben für den Klosterhof Ilbenstadt Von Klaus Nissen Die amtliche Genehmigung liegt vor – nun beginnt der Bau von 35 Genossenschaftswohnungen auf dem Klosterhügel inmitten von Ilbenstadt im Wetteraukreis. Beim Tag des offenen Denkmals gab es am 12. September 2021 erste Einblicke in die teils 320 Jahre alten Gebäude und in die Pläne für … Wohnprojekt weiterlesen

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Neues Leben für den Klosterhof Ilbenstadt

Von Klaus Nissen

Die amtliche Genehmigung liegt vor – nun beginnt der Bau von 35 Genossenschaftswohnungen auf dem Klosterhügel inmitten von Ilbenstadt im Wetteraukreis. Beim Tag des offenen Denkmals gab es am 12. September 2021 erste Einblicke in die teils 320 Jahre alten Gebäude und in die Pläne für die bald daneben wachsenden Neubauten gegenüber der Basilika. Hinter dem Mehrgenerationenhaus plant ein neu gegründeter Verein einen großen Garten. Der soll die künftigen Bewohner und viele Ilbenstädter mit Gemüse versorgen.

Oekogeno baut 35 Wohnungen, Café und Laden

Im Jahr 2017 hatte die Freiburger Genossenschaft Oekogeno den seit 1991 leerstehenden Klosterhof vom Land Hessen gekauft. Dazu gehören das große Pächterhaus von 1701 mit Nachkriegs-Anbau und die quer dazu stehende Kutschenhalle aus dem Jahr 1737. Ergänzt werden sie bis etwa Ende 2023 mit einem ebenfalls L-förmigen Neubautrakt im Passivhausstandard, berichtete der Oekogeno-Regionalleiter Joerg Weber bei der Führung durch das Areal.

So soll ein Teil des Arealsauf dem Klosterhügel von Ilbenstadt ab 2024 aussehen: Rechts der 300 Jahre alte Kutscherbau mit Café und Regionalladen, links und in der Mitte die Wohnungen des Mehrgenerationenhauses. Visualisierung: Oekogeno

Ab Herbst 2021soll unter den vielen Bewerbern die Auswahl der künftigen Mieter stattfinden. Auf dem Klosterhügel sollen Familien, Singles und Paare allen Alters, auch Menschen mit Pflegebedarf einziehen. Wer grünes Licht dafür bekommt, muss Genossenschaftsmitglied werden und eine Einlage zahlen. Die Mieter werden zugleich Vermieter sein und Mitspracherecht in Gemeinschafts-Angelegenheiten haben. Bauherrin und Betreiberin wird die eigens gegründete Genossenschaft Oekogeno SWH (Solidarisch Wohnen Hessen).

Hinter den Häusern ein großer Solawi-Garten

Es dauerte nach dem Kauf gut drei Jahre, bis sich sichtbar gegenüber der Basilika etwas änderte. Inzwischen ist das seit 30 Jahren wuchernde Gebüsch und eine offene Scheune beseitigt worden. Die archäologischen Sondierungen auf dem schon 1123 gestifteten Klostergelände sind beendet, der Mutterboden vom Bauplatz zusammengeschoben und in einer Ecke deponiert – er dient bald als Reservoir für den großen Nachbarschaftsgarten an der Klostermauer.

Nach diesem Schema soll ab 2022 der Klostergarten mit Gemüsebeeten, Laubengang und Veranstaltungswiese gestaltet werden.

Der Flörsheimer Landschaftsbauer Matthias Dorsch hat dafür die Pläne gezeichnet. Da sind Laubengänge, diverse Gemüsebeete und eine von Terrassen umgebene Naturbühne um den großen Walnussbaum zu erkennen. „Wir wollen dem historischen Vorbild eines Klostergartens gerecht werden“, sagt Matthias Dorsch. Mit dem dort ab 2022 wachsenden Gemüse könne man nach dem Solawi-Prinzig (Solidarische Landwirtschaft) den Bedarf von etwa 160 Menschen decken. Der Betreiberverein „Kultur im Klostergarten“ sucht noch Mitglieder und Sponsoren, die das Grundstück von der Stadt Niddatal kaufen. Momentan ist es gepachtet.

So sieht der Garten heute aus. Foto: Nissen

Zu kaufen sein wird das Gemüse im künftigen Regionalladen hinter einem der drei hohen, halbrunden Scheunentore des Kutscherbaus. Dieses Gebäude wird zuerst statisch ertüchtigt, berichtete am 12. September der Bad Nauheimer Architekt Gustav Jung. Er ist Altbau-Spezialist und zugleich Vorsitzender des Wetterauer Denkmalbeirats. Laut Jung wurde die Holzkonstruktion des Dachstuhl durch eine Nachkriegs-Betondecke zu schwer belastet. Diese Decke muss nun weg.

Café und Coworking-Spaces in der früheren Kutschen-Remise

Im Erdgeschoss des Kutscher-Baues plant die Genossenschaft ein Nachbarschafts-Café mit einigen Tischen und Stühlen im Freien. Daneben wird der Regionalladen eingerichtet. Im ersten Stock des Kutscher-Baues liegen noch die seit Jahrzehnten verlassenen Wohnungen der Landarbeiter und Heimatvertriebenen. Darin entstehen laut Joerg Weber drei bis vier Gästezimmer: Wenn die künftigen Bewohner Besuch bekommen, können sie sie tageweise von der Genossenschaft mieten und müssen die Gäste nicht in der eigenen Wohnung unterbringen. Vier weitere Räume im Kutscherbau sollen zu „Coworking-Spaces“ werden – also zu Büros für Ilbenstädter, die im Homeoffice arbeiten und das nicht immer im eigenen Wohnzimmer tun möchten.

Links das Kutscherhaus. Am unteren und rechten Bildrand werden die neuen Wohnungen entstehen.

Das ehemalige Pächterhaus bietet unter anderem Platz für vier größere Wohnungen. Die riesigen, teils doppelstöckigen Speicher unter den Satteldächern von Kutscher- und Pächterhaus können Lagerräume für die einzelnen Wohnungen aufnehmen und auch als Yoga-Übungsräume genutzt werden. Die Bausubstanz der Altbauten habe sich nach gründlicher Untersuchung als hervorragend erwiesen, so Weber.

Die Kutschenremise mit der Sandsteinsäule wird zum Versammlungsraum und Café.

An die Altbauten setzt die Genossenschaft ab 2022 in L-Form zwei Neubauten aus Holz. Zusammen entstehen so zwei Höfe, auf denen Begegnungen zwischen Bewohnern und eingesessenen Ilbenstädtern möglich sind. Letztere hatten 2018 bemängelt, dass der hintere Neubau so hoch würde, dass man aus dem Dorf nicht mehr die beiden Türme der fast 900 Jahre alten Basilika erkennen könnte. Der daraufhin veränderte Plan sieht einen langen Gebäuderiegel mit Flachdach vor, auf dem Solarmodule den Strombedarf der Bewohner decken sollen. Unter dem hinteren Neubau wird zuerst die Grube für eine Tiefgarage ausgehoben. Die Zufahrt ist durch das hintere Tor des Klosterhügels geplant. In der Garage sollen möglichst wenige Autos stehen – die Genossenschaft wird laut Joerg Weber eine Carsharing-Station betreiben.

Auch Platz für Wohngemeinschaften und Pflegebedürftige

In den Neubauten sollen insgesamt 31 Ein- bis Vierzimmerwohnungen eingerichtet werden. Sie werden per Aufzug auf allen drei Stockwerken barrierefrei erreichbar sein. Der kürzere Neubautrakt mit der Stirnseite zur Basilika soll unter dem Satteldach auch mehrere größere „Cluster-Wohnungen“ für Wohngemeinschaften und für Pflegebedürftige bekommen.

Jede Menge Platz ist im Dachstuhl des Pächterhauses. Dort erlaubt der Denkmalschutz aber keine Wohnungen mit Fenstern.

Bezugsfertig wird das alles wohl erst frühestens Ende 2023. Die Baukosten wurden 2018 auf etwa 15 Millionen Euro beziffert. Inzwischen seien sie gestiegen, merkte Joerg Weber an. Man habe das Problem aber im Griff. Finanziert wird der Bau durch die Einlagen der Genossinnen und Genossinnen, durch Bankkredite und durch staatliche Förderprogramme. Schon 2019 erhielt das Ilbenstädter Projekt den „Preis für Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau“ der Hessischen Landesregierung.

Der Architekt Gustav Jung ist Spezialist für denkmalgeschützte Bauten.
Joerg Weber organisiert das neue Wohnprojekt in Ilbenstadt.

Noch nicht geklärt ist die Zukunft der noch viel größeren Barockbauten direkt neben der Basilika auf dem Klosterhügel. Das Bistum Mainz betrieb dort eine Jugendbildungsstätte – das Haus St. Gottfried. Sie hat es nun aus Kostengründen aufgegeben und will die Immobilie mitsamt dem Parkähnlichen Garten dahinter offenbar verkaufen. Er sei mit der Kirche im Gespräch über die zukünftige Nutzung des Areals, sagte Niddatals Bürgermeister Michael Hahn am Rande des Denkmaltages. Nicht kommentieren wollte er Spekulationen, nach denen das Haus Gottfried zum städtischen Rathaus werden könnte. Der jetzige Dienstsitz der Verwaltung in Assenheim ist sanierungsbedürftig.

Mehr Informationen zum Mehrgenerationenhaus der Oekogeno gibt es auf der Webseite www.oekogeno-swh.de

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Lebenshilfe Gießen https://landbote.info/lebenshilfe-giessen-8/ https://landbote.info/lebenshilfe-giessen-8/#respond Tue, 13 Apr 2021 18:58:46 +0000 https://landbote.info/?p=25018 Inklusive Hausgemeinschaft Die Lebenshilfe Gießen ist stets fokussiert, die Themen Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung gesellschaftlich weiter voranzubringen. Nicht nur im theoretischen Diskurs, sondern vor allem auch praktisch. Das gemeinnützige Unternehmen möchte sich mit eigenen Ideen an einem der bekanntesten städtebaulichen Projekte der nächsten Zeit beteiligen: Im künftigen Ost-Gießener Wohnquartier „Philosophenhöhe“ auf dem … Lebenshilfe Gießen weiterlesen

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Inklusive Hausgemeinschaft Die Lebenshilfe Gießen ist stets fokussiert, die Themen Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung gesellschaftlich weiter voranzubringen. Nicht nur im theoretischen Diskurs, sondern vor allem auch praktisch. Das gemeinnützige Unternehmen möchte sich mit eigenen Ideen an einem der bekanntesten städtebaulichen Projekte der nächsten Zeit beteiligen: Im künftigen Ost-Gießener Wohnquartier „Philosophenhöhe“ auf dem sogenannten Motorpool-Areal. Für dieses Vorhaben werden aktuell noch interessierte Mitstreiter gesucht.
Dirk Oßwald (Foto: Lebenshilfe Gießen)

Worum es dabei geht, erläutert Dirk Oßwald (Vorstand Lebenshilfe Gießen): „Eine mittlerweile breite Strömung in der Gesellschaft denkt Wohnen neu. Ziel ist oft nicht mehr der Erwerb von Eigentum in Form beispielsweise eines Reihenhauses, im Fokus stehen vielmehr das Wohnen und Zusammenleben mit anderen.“ Auch seitens Menschen mit Handicap wird diese Wohnform zunehmend nachgefragt. Im Vorhaben der Stadt Gießen, auf der Philosophenhöhe gemeinschaftsorientierte Wohnprojekte anzusiedeln, sehen wir nun eine hervorragende Chance, diesen Nachfragen zu entsprechen.“

Mitstreiter gesucht

Christine Hasenauer, Lebenshilfe-Bereichsleitung Wohnen, ergänzt in der Pressemitteilung der Lebenshilfe: „Wir möchten ein inklusiv ausgerichtetes Wohnangebot schaffen, bei dem sich Menschen mit und ohne Behinderung als eine Hausgemeinschaft betrachten – und das Miteinander sowie die gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt stehen.  Als zweite Säule des neuen Wohnkonzeptes planen wir zudem den Einsatz unterschiedlichster, technischer Unterstützungssysteme, die nicht nur den Bewohner*innen mit Handicap, sondern beispielsweise auch älteren Personen zugutekämen.“

So könnte es aussehen: Ein erster Entwurf für ein neues Gebäude für ein gemeinschaftsorientiertes Wohnprojekt auf dem Motorpool-Gelände liegt bereits vor.  (Foto: Feldmann-Architekten)

Das Konzept mitgestalten

Die Lebenshilfe sucht nun Interessent*innen, die sich ein Wohnen jenseits anonymer Nachbarschaften wünschen. „Interessierte Personen“, sagt David Schwarzer, bei der Lebenshilfe Gießen zuständig für inklusive Wohnformen, „wollen wir herzlich dazu einladen, das geplante Wohnangebot nicht nur mit Leben zu füllen, wenn es fertiggestellt ist, sondern bereits bei der konzeptionellen Entwicklung mitzuwirken!“ 

Gemeinsamkeit steht im Mittelpunkt

Mit einem starken Partner in Form eines Investors an ihrer Seite plant die Lebenshilfe Gießen, das gemeinschaftsorientierte Wohnkonzept zu verwirklichen. Erste architektonische Entwürfe für ein dreietagiges Haus für bis zu 35 Personen liegen vor. Geplant sind unterschiedliche Wohnungszuschnitte, die verschiedenen Anforderungen gerecht werden sollen. 

Selbstverständlich wird auch dem Gemeinschaftsgedanken in Form von Gemeinschaftsräumen und Einrichtungen Rechnung getragen. Allerdings, so Schwarzer, sei hierbei noch nichts in Stein gemeißelt, Änderungen oder Variationen seien noch möglich: „Ein sehr solides Grundkonzept, mit dem wir die Entscheidungsträger auf kommunaler Ebene überzeugen möchten, steht – hieran können aber nach wie vor und im Dialog Änderungswünsche zukünftiger Bewohner*innen des Hauses eingeflochten werden.“

Wo man Auskunft erhält

Personen, die sich für das angedachte gemeinschaftsorientierte Wohnprojekt der Lebenshilfe Gießen interessieren und sich frühzeitig an den konzeptionellen Überlegungen beteiligen möchten, können sich an Herrn David Schwarzer (E-Mail: d.schwarzer@wohnen-lhgi.de / Telefon: 0641 9482744-103) wenden. Dieser steht auch für weitere Rückfragen zur Verfügung.

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Neue Genossenschaft https://landbote.info/neue-wohngenossenschaft/ https://landbote.info/neue-wohngenossenschaft/#respond Sat, 20 Oct 2018 20:00:16 +0000 http://landbote.info/?p=12116 Oekogeno baut 2019 in Ilbenstadt In Niddatal-Ilbenstadt entsteht auf dem Klosterhügel ein inklusives Mehrgenerationen-Wohnprojekt.  Die in Süddeutschland aktive Genossenchaft Oekogeno hat das Areal des alten Klosterhofs neben der Basilika vom Land Hessen gekauft. Am 16. Oktober 2018 wurde für den Bau eine eigene Genossenschaft gegründet, meldet Oekogeno-Pressesprecher Thomas Bauer.  Baubeginn für die  Anlage mit etwa … Neue Genossenschaft weiterlesen

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Oekogeno baut 2019 in Ilbenstadt

In Niddatal-Ilbenstadt entsteht auf dem Klosterhügel ein inklusives Mehrgenerationen-Wohnprojekt.  Die in Süddeutschland aktive Genossenchaft Oekogeno hat das Areal des alten Klosterhofs neben der Basilika vom Land Hessen gekauft. Am 16. Oktober 2018 wurde für den Bau eine eigene Genossenschaft gegründet, meldet Oekogeno-Pressesprecher Thomas Bauer.  Baubeginn für die  Anlage mit etwa 30 Wohnungen soll im Frühjahr  2019, die Fertigstellung Ende 2020 sein. Die Genossenschaft wirbt nun um Mitglieder.

Neue Genossenschaft

Die quer stehende Scheune vor der Basilika weicht dem Neubau der Wohngenossenschaft. Am rechten Bildrand plant die Stadt Niddatal einen Kindergarten. Foto: Nissen

Solidarisch Wohnen Hessen – dafür steht das Kürzel im Namen der neuen Genossenschaft. Aufgabe der Oekogeno WH eG i.Gr. (in Gründung) ist es, das Wohnprojekt „Leben an den Klostergärten“ in Ilbenstadt umzusetzen. Sie wird Eigentümerin und Betreiberin der Immobilie. Nach Fertigstellung verwaltet und vermietet sie die Wohnungen an die Genossenschaftsmitglieder. Ziel ist laut Bauer, den dort lebenden Menschen eine  weitgehende Selbstverwaltung und Selbstorganisation zu ermöglichen. Das Bau-Grundstück umfasst  knapp knapp 2500 Quadratmeter, geplant sind 5290 Quadratmeter Wohnfläche.

Ins barrierefreie Wohnprojekt sollen Menschen mit und ohne Behinderungen einziehen. Priorität haben Familien mit Kindern aus der Region und ältere Menschen mit und ohne Pflegebedarf, heißt es im Prospekt. Auch Alleinerziehende, Singles und eine Pflege-WG seien dabei. Im Garten hinter den seit 20 Jahren leerstenden Altbauten des Klosterhofs soll ein großer Neubau entstehen. Die Genossenschaft will daneben einen rund 10 000 Quadratmeter großes Areal als Park für die Bevölkerung öffnen. Der Neubau soll mit Dachbegrünung, Solarstrom mit Batteriespeicher, einem Blockheizkraftwerk und Brauchwasserdepot ausgerüstet werden.  Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten ein Carsharing-Angebot, so der Prospekt. Gemeinschaftsräume und Gästezimmer seien ebenfalls vorgesehen.

Hofladen, Kleingewerbe und Café

Im alten Kutscherhaus will die Genossenschaft Kleingewerbe, einen Bio-Hofladen und ein Café ansiedeln. Die künftige Nutzung des großen alten Pächterhauses gegenüber der Basilika steht noch nicht fest. Dort siedelt sich zunächst die Bauleitung an.

Das Investitionsvolumen beziffert die Genossenschaft auf 15 Millionen Euro. Das Eigenkapital kommt aus den nun einzuwerbenden Genossenschaftsanteilen von insgesamt 3000 Euro pro Neumitglied. Nur wer der Genossenschaft beitritt, hat später die Chance, auf dem Klosterhügel eine der Mietwohnungen zu bekommen. Geplant ist laut Prospekt eine Kostenmiete, wobei die Verzinsung der Anteile mit 2,8 Prozent eingerechnet wird. Wer auf dem Klosterhügel einzieht, kann seine Anteile nicht verzinsen.

Die Oekogeno als Mutter-Genossenschaft stellt ihre Vorstandsmitglieder Joachim Bettinger (Foto) und Rainer Schüle als Geschäftsführer des Ilbenstädter Wohnprojekts. Sie entstand aus der einst in Frankfurt gegründeten Ökobank und sitzt nun in Freiburg. In Süddeutschland hat sie nach eigenen Angaben  15 000 Mitglieder.  In den vergangenen zehn Jahren seien von  über 3000 Anlegern rund 12 Millionen Euro in Wohnprojekten der
Genossenschaft angelegt worden. Das Projektvolumen werde  bis
2018 voraussichtlich 52 Millionen Euro betragen.
Weitere Informationen zum Projekt und zur Fördermitgliedschaft gibt es unter www.oekogeno.de/klostergaerten

Der Neue Landbote hat schon im März über das Projekt berichtet: https://landbote.info/wohnprojekt-in-ilbenstadt/

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